Nocebo

Nocebo“ ist ein deutscher fiktiver Kurzfilm aus dem Jahre 2014. Der Filmtitel spielt auf gefühlte Empfindungen an, die ohne wirkliche Medikation entstehen, sie nennen sich auch Placebo-Effekt. In der Kategorie der ausländischen Filme konnte „Nocebo“ einen Studenten-Oscar gewinnen.

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Dauer: 38 Min.
Jahr:
Regie: Lennart Ruff
Produzenten: Boris Jendreyko, Thomas Klimmer, Severin Höhne, Tobias M. Huber
Hauptdarsteller: Vincent Redetzki, Picco von Groote
Nebendarsteller: Odine Johne, Daniel Friedrich
Sprachen: Deutsch

Christian ist zweiundzwanzig Jahre alt und nimmt an einem Medikamententest teil. Dort lernt er Anna kennen. Eines Tages entdecken die beiden eine Männerleiche, die höchstwahrscheinlich an den Nebenwirkungen der Medikamente gestorben ist. Kann die Sache mit dem Pharmaunternehmen aufgeklärt werden? Oder sind noch weitere Teilnehmer der Studie betroffen? Der Dreh zeigt die Sichtweise des jungen Mannes.

Nocebo – Besetzung, Regie und Drehorte

Lennart Ruff führt in dem deutschen Kurzfilm, ganze 38 Minuten lang, Regie. Geboren wurde der Regisseur im März 1986 in Mannheim. Anfänglich arbeitete er erst für Werbefilmproduktionen in Los Angeles und Hamburg. Seit 2007 studiert Ruff an der HFF München Spielfilmregie. Im Laufe der Zeit nahm er an zahlreichen Festivals teil. „Nocebo“ ist seine Abschlussarbeit an der Hochschule. Das Drehbuch zum Film stammt von Maggie Peren. Wohingegen die Produktion Boris Jendreyko, Severin Höhne, Thomas Klimmer und Tobias M. Huber innehatten. Die gesamte Arbeit lang in der Hand von Südart und Menelaos Filmproduktion, jedoch in Zusammenarbeit mit der HFF München und in Koproduktion mit dem BR und Arte.

Rollenverteilung: Vincent Redetzki spielt den 22-jährigen Christian Lukas, der an der Medikamentenstudie teilnimmt. Picco von Groote bringt Alice Lukas auf die Leinwand. Die Teilnehmerin Anna wird durch Odine Johne zum Leben erweckt und Daniel Friedrich mit den leitenden Arzt des Pharmaunternehmens, Doktor Geleitner. Marcello Kahl führte die Arri Alexa-Kamera.

Handlung & Inhalt vom Film Nocebo

Christian Lukas leidet an einer paranoiden Schizophrenie. Aufgrund der Erkrankung nimmt er an einer Medikamentenstudie für ein neues Psychopharmakon teil. Mit seinen zweiundzwanzig Jahren hat er in seinem Leben schon einiges durchgemacht. Die Studienteilnehmer verbringen viel Zeit miteinander und so lernt Christian recht schnell die junge Anna kennen. Beide verlieben sich ineinander und sind fast unzertrennlich. Eines Abends entdecken sie einen Männerleichnam. Es ist ebenfalls ein Teilnehmer der Studie und es sieht so aus, als wäre er an den Folgen der Einnahme gestorben.

Völlig aufgelöst suchen Anna und Christian den zuständigen Arzt auf. Das Institut möchte den Fall allerdings nicht aufklären, sondern eher unter den Tisch kehren. Ein Todesfall könnte die Herausgabe des Medikaments verhindern, was große Einbuße für das Unternehmen bedeuten würde.

Das Schlimme ist aber, dass nun auch Anna beginnt Anzeichen der tödlichen Nebenwirkungen zu spüren. Das ist zu viel für Christian, er bricht aus dem Testcenter aus, um Hilfe zu holen. Leider findet er kein Gehör. Polizei und auch andere Ärzte glauben nicht was er sagt. Der Grund liegt in seiner eigenen Krankheit, mit schizophrenen Neigungen bildet sich der Mensch schnell Dinge ein. Nur seine Schwester Alice steht ihm zur Seite, obwohl sie auch ihre Zweifel an der Glaubwürdigkeit hat.

Solange bis Alice auf einen unbekannten Verfolger aufmerksam wird. Ist das ein Beauftragter des Pharmaunternehmens, um die Unannehmlichkeiten zu vertuschen? Christians Flucht und auch die wirklichen Geschehnisse bleiben für den Zuschauer unklar, wegen seiner Krankheit sind die realen Umstände nicht identifizierbar. Die Person Anna kann unter Umständen sogar nur in seiner Psychose existieren.

Fazit & Kritiken zum Film Nocebo

Nocebo“ ist ein rasanter Actionthriller und zeigt eine Verschwörung in der Pharmaindustrie. Dazu kommt die große Liebe der Hauptfigur Christian. Während der gesamten Laufzeit ist nicht ganz klar, was ist Wahrheit und was ist Einbildung? Die Uraufführung fand auf dem Studentenfilmfestival „Sehnsüchte“ am 1. Mai 2014 in Potsdam statt. Für seine Abschlussarbeit wurde Ruff mit einem Studenten-Oscar ausgezeichnet, was eindeutig für eine gute Arbeit spricht. Fast durchweg erscheint für den Zuschauer eine suggestive Kameraführung.

„Nocebo“ bereitet sein Publikum darauf vor, wie es mit Personen umgehen soll die an einer schizophrenen Störung leiden. Das Krankheitsbild kommt klar und deutlich herüber, es werden wahrheitsgetreue Einblicke in das Krankheitsbild gegeben. Dazu zeigt der Kurzfilm auch, mit welchen Schwierigkeiten die Angehörigen der kranken Personen zu kämpfen haben.

Fazit: Es ist eine gute Arbeit für einen Studenten der HFF in München. Ein Blick lohnt sich auf jedem Fall.

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