Winterkartoffelknödel (2014) Filmkritik

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
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2,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Bis vor wenigen Wochen interessierten mich Rita Falks Provinzkrimis nicht die Bohne. Doch nach einem kurzen Reinhörer meinerseits in die wunderbar vorgelesenen Hörbücher (Christian Tramitz ist einfach großartig), verschlinge ich ein Hörbuch nach dem anderen, sodass ich im Augenblick mitten im dritten Band stecke. Ergo kenne ich „Winterkartoffelknödel“, „Dampfnudelblues“ und schon bald „Schweinskopf al dente“.

Heute geht es um „Winterkartoffelknödel“, besser gesagt den Film, der zwar erst am 28.04.2015 auf DVD und Blu-ray erscheint, aber heute bei mir in der Kritik ist. Das Buch war – wie soll man sagen – ganz große Klasse. Franz Eberhofer ist mittlerweile mein großer Held. Ein sympathischer Kauz, urbayerisch, das kann man gar nicht erzählen. Und Sebastian Bezzel in der Rolle des Franz Eberhofer ist in meinen Augen eine hervorragende Wahl. Einzig das Drehbuch schlägt ihm hin und wieder ein Schnippchen.

Es begann mit „Dampfnudelblues“, zumindest in Filmform. Und da ich diesen nicht gesehen habe, aber mittlerweile weiß, dass „Winterkartoffelknödel“ Teil 1 ist, habe ich kurzum in Sachen Film damit angefangen. Und ganz offensichtlich haben sich die Filmemacher damit übertroffen, einen ersten Teil zu einem 2. zu machen und umgekehrt. Denn tatsächlich baut der ursprüngliche erste Teil auf den ursprünglich zweiten auf. Verwirrend, nicht wahr? Aber gut, wird halt demnächst „Dampfnudelblues“ nachgeholt.

Nun aber zum Film, der sich manchmal grob, manchmal sehr eng an der Buchvorlage orientiert, mit dieser aber nur selten mithalten kann. Das Problem ist, dass der Film eine Spur zu seicht dahintrudelt, dafür aber mit einem Gesangsausrutscher schockt, ja bist du deppert…
Ich vermisste um ehrlich zu sein Franz‘ inneren Monolog, der im Buch alles und jeden unterstreicht oder niederreißt. Vor allem aber geht dieser stets an den Lachmuskel, der nach einer Hörsession stets gut trainiert ist. Auch der Krimianteil kommt nie zu kurz, obgleich dieser nicht im geringsten mit einem Tatort zu vergleichen ist. Vielmehr löst der Franz quasi im Vorbeilaufen den Fall und sein guter Freund der Rudi freut sich über die Lorbeeren.

„Winterkartoffelknödel“ – der Film – gefiel mir persönlich gut. Die Figuren sind schrullig, aber außer dem Franz hat man meiner Ansicht nach niemanden gut getroffen. Zumindest in meiner Vorstellung hatte ein jeder ganz anders auszusehen, allen voran die taube Oma. Aber was soll’s, immerhin darf sie im Film (nur) zu laut reden und auch im Polizeiauto einschlafen, während Franz in der Kälte warten muss. Ja, warten – nicht dauerhaft mit dem Einkaufswagen um den Polizeiwagen herumlaufen. Warum ließ man so etwas eigentlich weg? Und allgemein geht der Film seltsame eigene Schritte, beispielsweise mit dem Showdown-Ort, der von Mallorca nach Teneriffa verlegt wurde. Nötig wäre das nicht gewesen und einen Mehrwert hatte das auch nicht wirklich, aber gut…

Meiner Meinung nach ist der Film vor allem für Nichtbuchkenner lohnenswert, bzw. sehenswert. Denn dann mag man eben genau die Figuren und freut sich über eine gutbayerisch erzählte Geschichte in lückenhafter Kurzform. Buchleser hingegen könnten enttäuscht sein – ich zumindest war es (zumeist). Und so ist „Winterkartoffelknödel“ zwar geschichtlich einigermaßen korrekt umgesetzt, aber sonst sollte man den Fokus wohl eher auf die Bücher legen.

Diese Kritik ist jetzt quasi beschlagnahmt.

Würde ich mir den Film noch einmal ansehen? Vielleicht. (Zuerst aber „Dampfnudelblues“.)

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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