Verblendung (2011) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,11 von 5 Sterne (9 Bewertung(en))

Der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) erhält nach einem Rechtsstreit die Chance auf Wiedergutmachung durch Henrik Vanger (Christopher Plummer), der gerne wüsste, von wem seine Nichte Harriet getötet wurde. Mit Hilfe der Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) deckt Mikael eine große Verschwörung auf der kleinen schwedischen Insel auf und wird dabei selbst zum Ziel.

„Verblendung“ hat mich mitgerissen. Das Regie-Genie David Fincher schaffte es, aus der Buchvorlage einen atmosphärischen und dadurch auch sehr verstörenden Film zu kreieren. Da ich weder die Bücher noch die Vorgängerfilme kenne, bin ich sozusagen unbelastet und sehe dieses Werk als Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Denn äußerst selten schafft es ein Film mich mit offenem Mund vor dem Fernseher sitzen zu lassen. Fincher, bzw. das Drehbuch, bzw. die Vorlage, schafft es, unzählige, schon fast übertrieben viele Extremsituationen in einen Überlänge-Film zu packen, der zu keiner Sekunde langweilig wird.

Daniel Craig gibt einen tollen Journalisten ab und ist im Gegensatz zu seiner Paraderolle, Mr. 007, zu einem unglaublichen Weichei mutiert. Rooney Mara stellt sowohl körperlich, als auch schauspielerisch, das krasse Gegenteil dar und überzeugt genauso wie Craig auf ganzer Linie. Insgesamt kann ich guten Gewissens behaupten, dass die Darstellerriege sorgsam ausgewählt wurde und jeder einen gelungenen Beitrag zum großen Ganzen leistet.

„Verblendung“ ist harter Stoff. Durch den Einsatz beklemmender Musik, bzw. einer verstörenden Geräuschkulisse und insgesamt sehr ausgewaschenen und dunklen Farben wirkt der Film wie aus einem Guss und extrem düster. Binnen weniger Minuten wird man in seinen Bann gezogen und fiebert mit Mikael und Lisbeth bis etwa zur Hälfte des Filmes mit. Ab hier wird dem Zuschauer dann eine nicht unwichtige Kleinigkeit bewusst. Die Lösung des Rätsels, zu dem beide Hauptdarsteller beitragen, wirkt leicht zusammengeschustert und relativ undurchschaubar. Das geht sogar soweit, dass, bis der Täter kurz vor dem Ende entblößt wird, man eigentlich keinen Plan hat, wie beide mit ihrer unglaublichen Kombinationsgabe zu diesem oder jenem Entschluss gekommen sind. Und wenn wir dann schon beim angeblichen Mörder angekommen sind, erleben wir einen urplötzlichen Spannungsabfall, obwohl der Film noch einige Minuten bis zum Abspann benötigt. Dennoch sollte, bzw. muss man dem Film eine Chance geben, auch wenn hier und da etwas Feinschliff fehlt.

Fazit

„Verblendung“ ist nicht perfekt, aber für all diejenigen sehenswert, die mit bildgewaltiger Darstellung von Extremsituationen etwas anfangen können und gerne einen Film gesehen hätten, der sehr (sehr sehr) lange in Erinnerung bleiben wird.

P.S. Das Steelbook der Blu-ray ist wunderschön und ein absoluter Eyecatcher. Die normale Blu-ray befindet sich nur in einer lächerlichen Papphülle.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. Chris sagt:

    Hmm, mit der Wertung bin ich komplett einverstanden, allerdings ging es mir nicht ganz so wie dir!Bei mir hat sich die Spannung bis ins fast Unerträgliche gesteigert, auch nach der Hälfte des Films. Mit dem Spannungsabfall gegen Ende gebe ich dir Recht, allerdings ist das auch der Romanvorlage geschuldet und hat mich nur minimal gestört. Frau mich auf kaum einen anderen Film mehr als auf Verdammnis und bete täglich, dass wieder David Fincher Regie führt!

    PS: Das mit dem Weichei und Daniel Craig kann ich auch nicht ganz bestätigen, mich hätten keine 10 Pferde an dem Ort gehalten!:-)

  2. k1von3 sagt:

    Hey,

    durch Sebastian’s Blog bin ich auf deine Seite aufmerksam geworden.

    Ich habe dann mal ein paar Seitchen durchblättert – schön hast du es hier 🙂

    Aber fandest du diese Ami-Adaption wirklich derart gut?

    Die Originale fand ich da deutlich packender, auch die Rolle der Lisbeth Salander war dort im Wesentlichen besser umgesetzt.

    Vielleicht sind die einfach „näher“ dran?! Keine Ahnung.

    Aber im Groben ist so ’ne Hollywood Produktion, gar mit David Fincher – der ja u.a. mit „Se7en“ schon grandiose Filmchen gemacht hat, schon „interessanter“.

    Mein Fazit bleibt aber: Wenn man vorab die skandinavischen Produktionen genossen hat, ist diese Adaption eher mäßig.

    Trotzdem, schöner Post, hat sich richtig fein lesen lassen 🙂

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