The Wolf of Wall Street (2013) Filmkritik

The Wolf of Wall Street
Filmherum:
3.5/5
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    8 Bewertung(en)

Was sind Biopics? Filme, die wahre Ereignisse nacherzählen. Und was sind sie noch? Zumeist ziemlich langatmig. Kennt ihr Martin Scorsese? Der gute Mann ist nun schon 71 Jahre alt, scheint aber mit der Zeit zu gehen. Viel wichtiger ist allerdings noch, dass er sozusagen der Meister in Sachen Langatmigkeit ist.

Ich kenne unzählige Filme von Scorsese und mochte den einen mehr, den anderen weniger. Alle hatten allerdings eines gemeinsam: Sie waren zum Teil unnötig lang. „The Wolf of Wall Street“, willkommen im Club!

Im Film geht es um Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio), der sich sozusagen vom Tellerwäscher zum Millionär hocharbeitet. Als Broker verdient er sein Geld, manchmal legal, zumeist aber nicht ganz so legal. Und so kommt es wie es kommen muss: Nach unzähligen Sex- und Drogenpartys ist das FBI hinter ihm her. Dabei gibt Leonardo DiCaprio mit Hingabe sein bedenkliches Vorbild, lacht, schreit, schnupft, fickt und schlägt. Ja, ihr habt richtig gelesen, er fickt alle in jeglicher Hinsicht. Selten habe ich dieses Wort in einem Film öfter gehört. Doch passender als hier könnte es nicht eingesetzt werden. Denn derart viele nackte Frauen sieht man in dieser Offenheit sonst nur in Softpornos. Das böse Wörtchen hat allerdings auch noch einen anderen Sinn. Gef**** (ab jetzt bewusst zensiert) werden auch andere Leute, die entweder abgezockt werden oder es vermeintlich wert sind.

Als im Kino der Pausen-Vorhang fiel, war ich leicht entsetzt. Erstens, weil der Film mitten in einem Dialog stoppte, und zweitens, weil erst 1 1/2 Stunden vergangen waren. In meinem Kopf war ich allerdings schon bedeutend weiter. Ich dachte mir eigentlich nur, wie und warum da noch weitere 1 1/2 Stunden kommen sollen. War das nicht schon lang genug? Martin Scorsese beging meiner Meinung nach einen fatalen Fehler. Er wollte offensichtlich einen äußerst unterhaltsamen und amüsanten Film schaffen, streckte aber dennoch so manch eine Szene derart in die Länge, dass schnell aufkommender Spaß genauso schnell Belanglosigkeit und Langeweile wich. Den Film hätte man meiner Meinung nach locker in kurzweilige 2 Stunden packen können. Profitiert hätten dadurch unter anderem ein angenehmerer Erzählfluss, ein kompakterer Inhalt ohne Abstriche und ein deutlich besser unterhaltenes Publikum ohne Müdigkeitserscheinungen.

Fazit

Was bleibt am Ende? „The Wolf of Wall Street“ ist zweifelsohne ein guter Film, der sich allerdings weniger auf die „Wall Street“, als auf das wilde Partyleben konzentriert. Wer also einen Börsenfilm erwartet, liegt hiermit leicht daneben. Wer hingegen gerne sehr viele nackte Frauen, ein paar nackte Männer, Geschlechtsteile in allen Größen und Formen, Sex, Sex und nochmal Sex, sowie die Wirkung von diversen Drogen sehen möchte, dem kann ich diesen Film wärmstens ans Herz legen. Ihr müsst lediglich einiges an Zeit und Toleranz mitbringen.

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The Wolf of Wall Street
The Wolf of Wall Street
Preis: EUR 12,73

Filminfos:

  • Darsteller: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, etc.
  • Regisseur: Martin Scorsese
  • Genre: Biography | Comedy | Crime
  • Premierendatum: 2014-01-16
  • Altersfreigabe: ab 16
  • Laufzeit: 180
  • Deutscher Titel: The Wolf of Wall Street
  • Originaltitel: The Wolf of Wall Street

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10 Kommentare

  1. m00shpit 17. Januar 2014

    Mich hat die Laufzeit zwar auch zunächst abgeschreckt, gestört hat es mich am Ende aber nicht. Ich fand es auch sehr erfrischend, dass manche Szenen (wie bspw. die mit dem Lamborghini) etwas Luft bekommen haben.

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    • Dominik 17. Januar 2014

      Mich hat die Laufzeit vor dem Kinobesuch nicht im geringsten abgeschreckt, erst danach.

      Das mit dem Lambo ist ein gutes Beispiel, da in der zweiten Realität, ich nenne es mal so, etwas anderes geschieht. Es geht vielmehr um die unerträglich langen Szenen, in denen eigentlich immer nur dasselbe geschieht.

  2. donpozuelo 17. Januar 2014

    Wird morgen geguckt!!! Ich bin schon sehr gespannt. Börsenfilm erwarte ich gar nicht. Eher was mit Wölfen :D :D :D

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    • Dominik 20. Januar 2014

      Das war wohl nichts, hm? Hab deine Kritik schon gelesen. Deine Wertung ist krass, aber verständlich. Ich war mir ehrlich gesagt auch nicht sicher, ob ich nun 3 von 5 oder die 3,5 von 5 vergeben soll. Aber wenigstens sind wir uns einig, dass das kein 5/5er bzw. 10/10er ist. Diese Wertungen kann ich nicht nachvollziehen.

  3. donpozuelo 20. Januar 2014

    Volle Punktzahl kann ich bei dem Film leider wirklich nicht nachvollziehen. So gerne ich sie auch selbst gegeben hätte. Es war halt wirklich von allem ein bisschen zu viel. Was echt schade war.

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    • Dominik 20. Januar 2014

      Das mit dem “schade” kann ich nur bestätigen. Es gibt ja Filme, wo es oftmals nicht wirklich schade ist. Doch hier spürt man, dass mehr drin gewesen wäre. Naja…

  4. Chris 27. Januar 2014

    Also Dominik, ich hab mich so sehr im Kino amüsiert, wie schon lang nicht mehr!! War aber trotzdem dankbar, dass du meine Erwartungen wieder bißchen gedämpft hast!:-D Kenne jetzt aber einige, die eher deiner Meinung sind, aber auch viele, die ihn wie ich als Meisterwerk feiern! Wie immer halt Geschmackssache!;-)

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    • Dominik 27. Januar 2014

      Feiern kann man durchaus. Allerdings nicht durchgängig. Dazu ist zuviel Luft, allerdings ohne frischen Wind. Wie gesagt, eine gute Stunde kürzer hätte dem Film nicht geschadet. Im Gegenteil. :)

  5. Chris 27. Januar 2014

    Also von mir aus hätte er wirklich noch länger sein können, hab mich keine Sekunde gelangweilt!:-) Nur pinkeln musste ich nach ner Stunde und bei uns gibts (eigentlich zum Glück) keine Pause!:-D

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  6. Tonio 29. Januar 2014

    Also für mich war der Film echt klasse!
    Umsetzung, Inszenierung und Qualität Top!
    Story abweichend von der Realität, doch trotzdem wird eben die Geschichte erzählt im “Scorsese” Stil!

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