Synchronicity (2015) Filmkritik

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
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2,50 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Zeitreisen – großer Mumpitz ist das. Ob zurück in die Zukunft oder vor in die Vergangenheit, alles ganz großer Käse, eine physikalische Unmöglichkeit. Und dennoch: Filme zu dieser Thematik gibt es zuhauf.

Einer dieser Filme ist „Synchronicity“, ein Independent-Film, der auf dem Fantasia International Film Festiva 2015 zahlreiche Fans fand. Und in der Tat, der Film ist äußerst stylish mit seiner „Blade Runner“-Optik, überzeugt mit seinem „Blade Runner“-like Soundtrack und gefällt zudem mit seinen Darstellern, und das obwohl man viele von ihnen in diesem Film zum ersten Mal sieht.

Story

Der Physiker Jim Beale (Chad McKnight) erfindet eine Maschine, die die Grenzen von Zeit und Raum überwinden kann. Bei einer Testrunde taucht eine seltene Blume, eine Dahlie, aus der Zukunft auf. Nun muss er das passende Pendant der Blume aus der Gegenwart finden, um zu beweisen, dass seine Erfindung funktioniert. Die Blume findet er in den Händen einer mysteriösen Frau namens Abby (Brianne Davis), die ihn verführt, um ihm Informationen zu seiner Zeitmaschine zu entlocken. Als Jim realisiert, dass er der Femme Fatal zum Opfer gefallen ist und sie ihm wichtige Dinge über seine streng geheime Erfindung entlockt hat, reist er zurück in die Vergangenheit, um sie zu stoppen, bevor er erneut sein Wissen ausplaudern kann. Doch zurück in der Vergangenheit findet Jim ein paar überraschende Dinge über sich, seine Maschine und Abby heraus, die sein Leben für immer verändern könnten…

Dreigeteilt

„Synchronicity“ ist im ersten Drittel einfach nur unschlüssig und verwirrend. Im zweiten Drittel beginnt der Film dann zu erklären und zu erklären. Hier befinden wir uns inmitten des Parts der wiederholten Zeitreise, die die Geschehnisse des ersten Drittels aus einem anderen Blickwinkel darstellt. Und schließlich verwirrt das letzte Drittel erneut, das einem „Predestination“ alle Ehre macht. Zwar entfällt hier zu einem Großteil die Frage nach der Henne und dem Ei, doch ein wirkliches Verstehen der Ereignisse bleibt auch hier weitestgehend aus. Das Problem hierbei sind allerdings weder Physik noch die Theorie, sondern Lücken im Drehbuch. Irgendwo zum Ende hin hakt es urplötzlich gewaltig. Das große Gesamtbild ergab für mich irgendwie kaum noch Sinn, bzw. nur dann, wenn ich beide Augen und die mehrerer Freunde mit der Kneifzangen zudrückte.

Bei Zeitreise-Filmen ist das ja generell so eine Sache mit dem Verständnis, bzw. der Logik. Ob das nun alles so stimmt oder nicht, steht wohl noch auf ewig in den Sternen. Und so dürfen Autoren und Regisseure freudig aus ihrer Phantasie und den theoretischen Werken der bedeutendsten Physiker schöpfen, letzteres aber auch nur, wenn man – soweit möglich – Wert auf Authentizität legen möchte. Ich habe zuletzt geschrieben, dass „Synchronicity“ zum Ende hin wenig bis gar keinen Sinn mehr ergibt. Das ist so nicht ganz richtig. Denn wenn man möchte, kann man schon irgendetwas hinein interpretieren. Und genau diese Schlussfolgerung, die man dann hineinlegt, entscheidet darüber, ob man den Film mag oder nicht.

„Synchronicity“ ist für mich vor allem eines: Ein sowohl optischer als auch akustischer Leckerbissen inmitten verwirrender Drehbücher. Diese wurden vermutlich von ein und demselben Autor aus mehreren Paralleluniversen verfasst, der sich mit sich selbst nicht immer so ganz einig gewesen sein wurde. Strange.

© Pandastorm Pictures

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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11 Responses

  1. cRuEllY sagt:

    „physikalische Unmöglichkeit“? Das kommt immer ganz auf den Physiker an, welchen man fragt 🙂

  2. donpozuelo sagt:

    Klingt trotzdem ganz interessant… allein schon, weil du einen „Predestination“-Vergleich eingebaut hast 😀 und den Film mochte ich ja wirklich sehr.

    • Dominik sagt:

      Nun ja, der Vergleich trifft nicht ganz zu. Vielleicht aber die Art der Filme. Beide haben diesen Independent-Touch und tanzen damit erfrischend aus der Hollywood-Reihe.

  3. Cem sagt:

    Zeitreisen finden andauernd statt, da es die „eine“ Zeit gar nicht gibt. Wenn Du ein Licht einschaltest, rast Strom mit Lichtgeschwindigkeit zum Ereignis. Während für den Strom keine Zeit existiert, da er sich wie gesagt mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, löst er dennoch ein Ereignis aus. Es kommt, wie es Einstein schon mal formuliert hat, ganz auf Sicht des Betrachters an, den Ort, die Geschwindigkeit und den Raum. Und diese Gesetzte funktionieren auch nur dann „normal“, wenn sie in ihrer richtigen Umgebung agieren. Kann man ein paar dieser Parameter verändern, ist denkbar alles Möglich, genau so wie im Zentrum eines schwarzes Loches, wo keiner weiß welche Kräfte und Gesetzt da überhaupt noch eine Rolle spielen. Und die Quantenverschränkung beweist das auch. Nicht zu vergessen das jetzt schon einige physikalische Experimente laufen, die Zeitreisen zukünftig möglich machen könnten. Und bitte vergessen wir nicht die erfolgreiche Teleportation von einem Atom quasi durch Raum und Zeit. Mal abgesehen davon das wir weder wissen aus was schwarze Energie die es zu 70% und dunkle Materie die es zu ca.25% in unserem Universum geben muss besteht, wissen wir somit auch nicht, was diese neuen Erkenntnisse noch alles ermöglichen könnten. Mit anderen Worten, Zweifler gab es immer, doch am Ende siegten die Träumer!

  4. mack sagt:

    hi,
    lol, strom = lichtgeschwindigkeit.
    strom ist woll das langsamste zeug überhaupt. es ist nicht mal gegeben, das dieses eine elektron welches den lichtschalter durchströmt, je an der lampe ankommt.
    strom kann man mit murmeln vergleichen. drückt man eine murmel rein, kommt am ende eine raus.

    sorry für klugscjeisern ;).

  5. zaphod sagt:

    Richtig. Der Strom ist in dieser Hinsicht auch nicht die Bewegung der Murmeln durch die Leitung, sondern die Wirkung, dass die andere Kugel am Ende rausfällt – und die breitet sich sehr wohl mit c aus. Diese kann übrigens quantenmechanisch dieselben Zustände haben wie diejenige, die rein gedrückt wurde – somit wäre sie nicht unterscheidbar und damit identisch.

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