Killer Joe (2011) Filmkritik

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
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(5 votes, average: 3,60 out of 5)

„Killer Joe“, oder „Was zum Teufel habe ich da gerade eben angesehen??“, handelt von einer völlig kaputten Familie, einem geistesgestörten Killer und einer Stadt, die aus einem Wohnwagen zu bestehen scheint.

Der junge Drogendealer Chris Smith (Emile Hirsch) braucht Kohle. Logischerweise (Achtung, Ironie!) kommt er auf die Idee, seine Mutter umbringen zu lassen, damit seine Schwester Dottie (Juno Temple) das Geld der Versicherung einstreicht. Also zögern sein Vater (Thomas Haden Church) und er nicht lange und engagieren den skrupellosen Killer Joe (Matthew McConaughey), der in die Familie passt wie ein Sandkorn zu Dubai.

Ich möchte vorneweg sagen, dass der Film auf eine extrem verstörende Art und Weise interessant war und einen netten kleinen Twist zum Ende hin bereit hielt, der zwar nicht vollständig zu überraschen wusste, aber immerhin eine Art vergünstigten Aha-Effekt darstellte. Und da wir das nun geklärt hätten, gehen wir ans Eingemachte.

Das Geschehen spielt sich zu etwa 50% im Wohnwagen ab. Darin agieren zumeist nur die Familie inkl. dem ungewollten Zuwachs „Killer Joe“. Reden wir also über die Darsteller und ihre Rollen. Chris zum Beispiel, verkörpert von Emile Hirsch, ist dumm. Ein dummer Drogendealer mit der Weltanschauung eines Streifenhörnchens. Er bringt die Sache um den klasse gespielten Killer Joe erst ins Rollen. Dieser Killer Joe verliebt sich in Chris‘ psychisch gestörte Schwester Dottie, was nach anfänglichen Zweifeln ziemlich schnell Sinn ergibt, da auch Joe nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Wobei, Latte,… da wären wir bei Punkt 2, bevor ich mit den Darstellern fortfahre. Eine Latte bekommt man zwar nur kurz angeteasert zu sehen, dafür aber umso öfter nackte Tatsachen, die glücklicherweise oft unter dem Busch der Verschwiegenheit verloren gehen. Zurück zu den Darstellern: „Papa“ Thomas Haden Church ist (auch) dumm. Sehr dumm sogar. Jetzt weiß man woher der Sohn es hat. Oder warum lässt er sich sonst von Sohnemann schlagen und vorschreiben, was er zu tun hat? Und zu guter Letzt wäre da noch Papas neue Frau, die liebend gerne fremd geht und die Weisheit ebenso wenig mit Löffeln gefressen hat.

Mit „Killer Joe“ schaffte man es tatsächlich, gestörte Familienverhältnisse darzustellen, wie es schlimmer nicht sein könnte. Genau das ist dann allerdings auch der Grund, warum ich das extrem brutale Getue partout nicht ernst nehmen konnte. Denn wo zum Kuckuck findet man so eine Familie und einen Killer, der scheinbar bei der Geburt schwupp-di-wupp verloren ging und jetzt erst wieder zurück gefunden hat? Ach, nicht aufregen, denn schließlich ist das kaputte Spiel verstörend schön. Die Rollen sind toll besetzt und an Glaubhaftigkeit mangelt es den Darstellern nicht. Doch wie bereits gesagt, ernst nehmen kann man diesen Kaputte-Welt-Müll nicht. Dummerweise geht er als Trash ebenso wenig durch, da man sich selbst beim gewagten Spiel viel zu ernst nimmt.

Fazit

Wir fassen – noch immer wischiwaschi im Kopf vom Film – zusammen, dass das Schauspiel große Klasse ist und dass ein netter, aber durchschaubarer Twist am Ende, das völlig absurde, sinnlose und unglaubwürdige Treiben dieser kaputten Familie in der Wertung minimal nach oben treibt.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Oha… klingt gut. Der ist damit schon mal vorgemerkt!!!

  2. donpozuelo sagt:

    Ja, schon. Gerade Filme, bei denen sich der Autor nie so ganz sicher ist, ob der Film jetzt total super oder totaler Müll war, wecken immer wieder meine Aufmerksamkeit. Das sind dann nämlich wirklich DIE Filme, die man sich mal anschauen sollte 😉

  3. Ich fand ihn schon beinahe genial in einigen (no Spoiler) sehr subtilen Details…. Angucken!

  1. 27. Juli 2017

    […] aus der Blogosphäre: CineKie: 7/10 Punkte Filmherum: 3/5 […]

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