Gattaca (1997) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(5 votes, average: 4,00 out of 5)

In der Zukunft ist alles möglich, aber nicht alles gewünscht.

„Gattaca“ erzählt die Geschichte eines Mannes mit einem Traum. Vincent (Ethan Hawke), der jung, stark und gutaussehend ist, gehört leider nicht zur Gattaca-Elite. Er ist kein gezüchtetes Superbaby ohne Makel oder Krankheiten, sondern ein natürlich geborenes Kind. Sein Herzfehler könnte ihm eines Tages das Leben kosten. Dennoch tut er alles, um sich seinen größten Traum zu verwirklichen. Er möchte zur Elite gehören und auf eine Mission ins Weltall geschickt werden. Vincent nimmt deshalb den Platz des perfekten Jerome (Jude Law) ein, der leider einen Unfall hatte und im Rollstuhl sitzt. Da keiner davon weiß, nimmt Vincent viel in Kauf, um fortan als Jerome in Gattaca zurecht zu kommen. Als aber trotz perfekter Vorbereitung und täglicher Qualen etwas schief läuft, kämpft Vincent stärker denn je für seinen Traum.

„Gattaca“ ist ruhig, geheimnisvoll, unglaublich spannend, unterhaltsam, stellenweise echt amüsant, vor allem aber voll mit Gesellschaftskritik. Gezüchtete Superbabies, ausbleibende Krankheiten und perfekte Menschen. All das steht schon lange nicht mehr zur Diskussion, sondern gehört möglicherweise schon bald zum Alltag. Mit der Message, dass „perfekt sein“ nicht immer perfekt ist, schafft es der Film aus dem Jahr 1997 auch heute noch, aktueller denn je zu sein.

Ethan Hawke, damals noch ein Jungspund, schauspielerte sich binnen Sekunden mitten in mein Herz. Die Rolle des tragischen, motivierten Helden, kaufte ich ihm unverzüglich ab und fieberte ab der ersten Minute mit ihm mit. Doch auch Jude Law und der Rest der beinahe durchgängig jungen Besetzung weiß zu überzeugen. Lediglich Uma Thurman konnte, oder durfte, noch nicht auf ihr – möglicherweise zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhandenes – Repertoire zurückgreifen und wirkt im Gegensatz zu den zwei Hauptdarstellern leicht hölzern.

Für Actionfans ist der Film aufgrund seines Actionanteils von gefühlten 0,3% übrigens nichts. Ich möchte sogar behaupten, dass die 0,3% übertrieben sind. Das ist aber auch gar nicht wichtig, da „Gattaca“ auch ohne Mord und Totschlag für eine unvergleichliche Atmosphäre sorgt, die so für das Genre ziemlich einzigartig sein dürfte.

Beeindruckt bin ich, trotz des zur damaligen Zeit geringen Budgets, auch heute noch von den Requisiten, ein paar gelungenen Effekten und dem ruhigen aber stimmigen Soundtrack. Natürlich lockt ein Röhrenmonitor mit 256 Farben heutzutage keinen mehr vor dem Ofen hervor, aber immerhin surrten Oldtimer schon mit dem Klang eines unter Wasser stehenden Staubsaugers. 1997 war das cool, heute etwas lächerlich mit Stil.

Fazit

„Gattaca“ ist einer dieser Geheimtipps, von denen vielleicht schon jeder einmal hörte, aber noch nie einen Blick darauf geworfen hat. Ein erzählerisch ruhiges Meisterwerk, das mit großartigen Jungschauspielern und einer auch heute noch aktuellen Geschichte zu begeistern weiß.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

8 Responses

  1. Cathrin sagt:

    Ich hab schon häufiger mal von Gattaca gehört, aber immer gedacht ‚Das kann doch nichts sein…“ Nach dem Beitrag muss ich wohl doch mal einen Blick riskieren 😉

  2. donpozuelo sagt:

    Yup… findet meine volle Zustimmung. Ist wirklich ein großartiger Film, den tatsächlich viel zu wenig Leute geschaut haben.

  3. donpozuelo sagt:

    Solange du endlich zur Gemeinde der Wissenden gehörst, ist das alles zu entschuldigen, Chef!!! 😉

  4. donpozuelo sagt:

    Leitender Blogger. Oder einfach nur Guru! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.