Die fantastische Welt von Oz (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,29 von 5 Sterne (14 Bewertung(en))

Bei meinen Recherchen zum Stichwort „Oz“ musste ich mit Entsetzen feststellen, dass viele Befragte sowohl von „Der Zauberer von Oz“, als auch dieser Fortsetzung entweder noch nie etwas gehört haben oder bei kleinen Hinweisen spontan an „Alice im Wunderland“ denken. Zeigt man jedweder Person dann auch noch den Trailer zum Film, ist es augenblicklich um sie geschehen und man vernimmt erneut Worte wie „sieht aus wie Alice“ und „Fortsetzung dazu“. Selbst ich war nach diversen Filmausschnitten noch nicht gänzlich überzeugt von diesem scheinbar doch so ähnlichen Werk. Warum „Die fantastische Welt von Oz“ aber rein gar nichts mit „Alice im Wunderland“ zu tun hat und zudem weit besser ist, erfahrt ihr jetzt.

Simsalabim

Diejenigen, die den „Zauberer von Oz“ kennen, werden diese Fortsetzung, die in Wahrheit als Vorgeschichte fungiert, schnell zu schätzen wissen. Der Trend, Jahre später eine Vorgeschichte zu einem Film zu drehen, ist nicht mehr taufrisch, wird aber eher selten so gelungen wie hier umgesetzt. Genau wie das Original aus dem Jahr 1939 erlebt man die ersten Minuten auch hier in 4:3 und schwarz-weiß. Vor allem das Format ist für Kinogänger ungewohnt, gleichzeitig aber auch besonders. Und kaum hat man sich einigermaßen daran gewöhnt, bricht ein Feuerschwall buchstäblich aus diesen Grenzen aus und legt damit den Grundstein für all das, was noch kommt: Ein Effektfeuerwerk, das in der Tat alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Sobald Oscar, kurz Oz (James Franco), nach einer wilden Tornado-Fahrt in Oz erwacht, weiten sich nicht nur seine Augen, sondern auch das Bild. Die prächtigen Farben erstrecken sich über die volle Kinoleinwand und lassen das Auge aufgrund der enormen Detailverliebtheit, sowie dem unglaublich plastischen Bild nicht zur Ruhe kommen. Und das sage ich als Gegner der 3D-Technik. Doch außer bei „Avatar“ war es wohl nie sinnvoller ein digital ausgestattetes Kino mit 3D-Brille auf der Nase aufzusuchen. Nicht zuletzt, da 3D hier nicht das Mittel zum Zweck darstellt, sondern einfach nur perfekt eingearbeitet wurde und einen tief in die fantastische Welt von Oz eintauchen lässt.

In Oz trifft unser Hauptdarsteller auf die hinreißende Theodora (Mila Kunis), die dem allmächtigen Zauberer in spe sofort die Augen verdreht. Und James Franco spielt nicht nur den Macho, sondern gleichzeitig auch einen Träumer, der sich nach außen hin anders gibt, als er in Wirklichkeit ist. Daraus entstehen unzählige amüsante Momente, die wir einem der aktuell großartigsten Darsteller Hollywoods zu verdanken haben. Und selbst wenn seine Gestik und Mimik zum Teil übertrieben wirken mögen, so stellen sie sich letztendlich als notwendig heraus, wenn seine Wandlung glaubhaft wirkt – und das obwohl wir hier von einem Märchen sprechen. Doch nicht jeder Darsteller ist so überzeugend und schön anzusehen. Rachel Weisz und Mila Kunis, die für die Handlung wichtige Charaktere darstellen, sind gleichzeitig auch die Negativpunkte des Films. Allen voran Rachel Weisz, deren Schauspiel unnötig übertrieben und unbeholfen wirkt, sodass es einfach keinen Spaß macht, ihr dabei zuzusehen. Mila Kunis hingegen wirkt zu unscheinbar und für ihre wichtige Rolle oftmals fehl am Platz.

Oz ist beeindruckend

Ob Farben, Schauplätze, Kulissen, Kostüme oder Wesen, trotz des überzogenen Stils wirkt alles wie aus einem Guss. Dazu kommen noch die großartigen Animationen der Fantasiewesen wie beispielsweise die des fliegenden Affen Finley, dessen Gesichtszüge mehr Emotionen zeigen, als die von manch einem Hollywood-Sternchen. In meinem Kopf formten sich Begriffe wie „beeindruckend“, „bezaubernd“ oder „unglaublich“, woran vor allem auch das Zusammenspiel zwischen Mensch und computergenerierter Figur nicht ganz unschuldig war. So hätte man bis auf ganz wenige Ausnahmen meinen können, dass das Porzellanmädchen China Girl wirklich lebendig wäre und Oscar auch tatsächlich umarmt. „Die fantastische Welt von Oz“ ist ein Augenschmaus in jeglicher Hinsicht. Denn sobald Effekte und Geschichte Hand in Hand gehen, ist das Spiel bereits halb gewonnen. Und diese Geschichte bietet nicht nur zahlreiche Anspielungen auf das Original, sondern ist unterhaltsam, gut durchdacht, amüsant und natürlich auch ein klein wenig gruselig, so wie sich das für ein Märchen gehört. Regisseur Sam Raimi hat unter anderem mit der „Spider-Man“-Trilogie bewiesen, dass er ein Händchen für das Phantastische hat. Dass er seine Kenntnisse aber dermaßen geschickt in ein Märchen einfließen lässt, hätte ich nicht gedacht. Und so ist „Die fantastische Welt von Oz“ ein modernes, sowie auch wunderbar klassisches Märchen, das weder in Klischees erstickt, noch den roten Faden verliert.

Fazit

So ähnlich hat es sich angefühlt, als ein Elternteil am Bett zum Einschlafen eine Geschichte vorgelesen hat. Ich fühlte mich so wohl wie jetzt bei einem Film, der den Begriff „fantastisch“ im Titel endlich einmal zurecht trägt.

©Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. bullion sagt:

    Hört sich toll an! Den Film will ich auch unbedingt sehen, da ich den Klassiker auch heute noch grandios finde.

  2. donpozuelo sagt:

    Ich hatte auch schon das Vergnügen, den Film sehen zu können (Kritik folgt am Mittwoch 😉 ) Ich fand den absolut großartig. Tolle „fantastische Welt“, tolle Darsteller… einzig und allein Kunis‘ „Maske“ zum Schluss war nicht so ganz der Brüller. Ansonsten würde ich dem Film sogar die volle Punktzahl geben.

    • Wieso Mittwoch? Ich war eigentlich auch drauf und dran die volle Punktzahl zu geben, aber die Leistungen von Kunis und Weisz haben mich dann doch zu sehr gestört. Zwar nicht gestört im Sinne „der Film ist jetzt völlig im Arsch“, aber immerhin gestört, dass ich einen halben Stern abziehen konnte. Ansonsten ist der Film allerdings ziemlich perfekt und beeindruckend. Ich bin sehr verwundert über die allgemeine IMDb-Wertung.

      Und zur Maske: Die war doch gut?!

  3. donpozuelo sagt:

    Mittwoch deswegen, weil ich ja nur Montags, Mittwochs und Freitags poste. Und so ist es dann pünktlich zum Donnerstag online… 😉

    Kunis sah am Ende doch ein bisschen schräg aus, fand ich.

  4. maloney sagt:

    Mila Kunis‘ Augenbrauen…das ist das einzige was ich zu sagen habe 😉

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