Die Bücherdiebin (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Ein Mädchen und der Tod. In „Die Bücherdiebin“ erzählt der Tod höchstpersönlich die Geschichte der neunjährigen Liesel, die im Jahr 1939 erstmals mit dem Sensenmann in Berührung kommt, als ihr kleiner Bruder stirbt. Fortan muss sie zu Zieheltern, die sie immer mehr ins Herz schließt. Doch ihre wahre Liebe gilt den Büchern. Mal stiehlt sie eines, dann rettet sie wieder eines. Auslöser dafür: Das Handbuch für Totengräber.

Vorweg: Den Roman zum Film habe ich nicht gelesen. So ging ich „unbelastet“ an den Film heran und zufrieden aus dem Kino heraus. „Die Bücherdiebin“ zeigt uns den Zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines Kindes. Und dieses Kind spielt Sophie Nélisse mit vollster Hingabe. Selten haben mich kleine Mädchen in Filmen derart in den Bann gezogen wie sie. Sie überzeugt mit ihrer charmanten Art, ihrem Witz und auch ihrer Furcht. Unterstützt wird sie in ihrem Tun von Geoffrey Rush als Ziehvater und Emily Watson als vorerst strenge Ziehmutter. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass sowohl Geoffrey Rush, als auch Emily Watson gewohnt großartig spielen. Dazu gesellen sich mehrere Nebendarsteller wie der sympathische Jude Max, wunderbar gespielt von Ben Schnetzer oder Liesels kleiner Freund Rudy, ebenso toll verkörpert von Nico Liersch. „Die Bücherdiebin“ ist eben ganz großes Schauspiel, dass einen durch Charaktere allein die Kälte des Zweiten Weltkriegs spüren lässt.

Der Film ist – das müsste ich eigentlich nicht erklären – nichts für einen heiteren Kinoabend, wenngleich er doch einige erheiternde Szenen beinhaltet. Abseits davon aber ist die Situation so bedrückend, wie sie nur sein kann. Man bedenke allein die Kellerszenen, wenn die Bomben fallen. Diese stete Angst, ob man in den nächsten Stunden noch ein Zuhause hat, bzw. diese Stunden überhaupt überlebt, ist spürbar und bedrückend. Offensichtlich ist in „Die Bücherdiebin“ allerdings so gut wie nichts. Das meiste spielt sich im Hintergrund und damit im Kopf ab. Denkarbeit ist also nicht nur erwünscht, sondern notwendig. Lässt man sich darauf ein, findet man sich in einem kleinen Meisterwerk wieder, dass ganz offensichtlich keines sein will. Vielmehr ist „Die Bücherdiebin“ Geschichte und Kunst in einem. Von den überzeugenden Sets bis hin zu den perfekt-schlichten Kostümen ist der Film Schauwert und Drama zugleich. Dazu – und darüber freue ich mich ganz besonders – lässt einen der wundervolle Score von Meister John Williams ganz tief im Geschehen versinken.

Fazit

Perfekt erzählt und wundervoll gespielt ist „Die Bücherdiebin“ eine Geschichtsstunde der besonderen Art.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. Jan sagt:

    Das hört sich ja tatsächlich sehr gut an. Ich habe von dem Film vorher nie wirklich viel mitbekommen, bis auf das relativ nichtssagende Poster, das zumindest mich nicht sonderlich angesprochen hat. Klingt aber nach einem definitiven Geheimtipp für einen DVD-Abend im Laufe des Jahres.

    • Dominik sagt:

      Man hört sonst nicht viel über den Film, bzw. nicht immer gutes. Von daher war ich umso mehr überrascht, dass er doch so gut war. Ich denke aber, dass vor allem viele Buchleser enttäuscht sind. Aber so ist es ja oft.

      Ich wünsche dir jetzt schon mal viel Spaß beim Ansehen im Laufe des Jahres. 😉

  2. donpozuelo sagt:

    Wenn ich ähnlich unbelastet wie du den Film gesehen hätte, dann hätte er mir sicherlich auch besser gefallen. Aber ich habe das Buch mittlerweile schon echt zweimal gelesen… da hat man halt einfach andere Bilder im Kopf 😉

    • Dominik sagt:

      Das ist klar. So ergeht es aber den meisten Buchfans bei beinahe jedem Film. Ich habe mir allerdings vorgenommen, das Buch als nächstes anzupacken. Vorher wird aber noch Der Anschlag von King fertig gelesen. 😉

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