Der Marsianer – Rettet Mark Watney Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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(6 votes, average: 4,50 out of 5)

Rettet Mark Watney! Was für ein treffender Untertitel für eine der bedeutendsten Buchverfilmungen der letzten Jahre. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ wusste mich Freitag Abend einfach nur zu begeistern, obgleich ich als Buchleser die eine oder andere Stelle aus dem Buch beinahe schmerzlich vermisste.

Im Film geht es um den Astronauten Mark Watney, der nach einem Sandsturm auf dem Mars auch genau dort „vergessen“ wird. Seine Crewmitglieder waren sich sicher, dass er den Sturm nicht überlebt hat und traten ohne ihn ihre etwa 1-jährige Reise zurück zur Erde an. Doch Mark Watney hat überlebt um muss fortan um sein Überleben kämpfen. Was sich nach einem reinrassigen Drama anhört, eröffnet sich schon bald als Dramödie mit einem nicht unbedeutendem Hauch Sci-Fi, bzw. Weltraumabenteuer.

Für die Verfilmung verantwortliche zeigte sich niemand geringeres als Ridley Scott („Gladiator“, „Black Hawk Down“), der nicht nur den Mars gut in Szene zu setzen wusste, sondern auch das Buch an sich – eben deutlich gekürzt – aber die stimmigen Ausschnitte daraus 1:1 und schlichtweg perfekt. Buchleser werden nach dem Film (zu 90%) begeistert sein. Denn all das, was man liebte, wurde mit Matt Damon liebevoll umgesetzt, nur eben um einige tragende Elemente gekürzt – meine Meinung.

Perfekt

Wie gesagt, das Buch, oder gewisse Stellen aus dem Buch, wurden perfekt auf die Leinwand gebannt. Matt Damon ist ein großartiger Mark Watney und all das, was das Buch ausmachte – der Humor, das Drama, die Spannung – finden sich auch im Film wieder. Dazu die wunderschönen Mars- und Weltraumaufnahmen, sowie die mitreißenden Szenen auf der Erde, wenn die NASA im Kleinkrieg untereinander tobt.

Für mich persönlich ein zusätzliches Highlight: Harry Gregson-Williams‘ Score zum Film, der auch für sich ein kleines Meisterwerk darstellt. Er vereint atmosphärische Weltraumklänge mit eingängigen und packenden Themes. Hört doch einfach mal abseits vom Film rein!

Imperfekt

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Der Film ist zweifelsohne empfehlenswert für alle Weltraum- und Ridley-Scott-Fans! Aber warum fehlten einige interessante Details? Allgemein wurde zu wenig erklärt im Film. Vieles an wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde als selbstverständlich erachtet. So wurde (nur als Beispiel) mit keinem Wort erwähnt, dass die Tage auf dem Mars (genannt Sol) etwas länger dauern als die auf der Erde. Im Buch war dies manchmal relevant, im Film kurzum egal. Selbst der fantastische „Interstellar“ versuchte sich da mehr an Erklärungen, wo zum Teil keine möglich waren. Auch die Schlussszene mit Marks langer Reise war mir persönlich viel zu kurz. In der Vorlage hatte er da einige weitere Probleme zu lösen und MacGyverte diese stets interessant und unterhaltsam.

Aber ganz ehrlich? Das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Fazit

Mark Watney macht dank Matt Damon auch auf der Leinwand eine hervorragende Figur. Der Film ist Drama, Komödie und Weltraumabenteuer in einem. Dazu gestellt sich der durchweg hervorragend ausgewählte Cast und einer der besten Scores der letzten Jahre. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ ist damit in der Tat eine der bedeutendsten Buchverfilmungen der letzten Jahre. Sie orientiert sich nahezu 1:1 an der Vorlage und konnte damit praktisch zu keinem Augenblick etwas falsch machen. Und noch ein weiterer, persönlicher Pluspunkt: Beim Lesen des Buches hatte ich mir eigentlich so ziemlich alles genau so vorgestellt, wie Ridley Scott es letztendlich umsetzte. Genial!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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5 Responses

  1. phyxius sagt:

    Kann ich so fast unterschreiben. Der Film hat mich auch die gesamte Länge unterhalten und weil das Buch bei mir schon über ein dreiviertel Jahr her ist, sind mir einige fehlende Stellen gar nicht so sehr aufgefallen. Dass der Film etwas glattgebügelter sein würde als die teils doch schon sehr wissenschaftliche Vorlage, hatte ich schon erwartet. Der Humor geht dank Matt Damon und den „Erd-Nebencharakteren“ auch gut auf. Für mich hat der Film aber auch die ganz kleinen Schwächen des Buches übernommen: gegen Ende ist mir beides ein bisschen zu unrealistisch, der Film dreht da die Schraube sogar noch ein wenig weiter. Und das „Hermes“-Innendesign hat mich ziemlich enttäuscht, das war mir viel zu aufgeräumt und riesig.

    Dennoch eine ausgesprochen gelungene Buchumsetzung. 🙂

    • Dominik sagt:

      Das freut mich, wenn wir uns da einig sind. 🙂 Unrealistisch fand ich hingegen wenig. Im Gegenteil. Ich fand vieles ziemlich realistisch. Und das Hermes-Design hat mir schon gefallen, wenn auch an diverse andere Weltraumfilme erinnert. 😉

  2. scheubo sagt:

    „Die Schlussszene mit Marks langer Reise“ nennt man Spoiler, oder? 🙁

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