Der Dieb der Worte (2012) Filmkritik

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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(7 votes, average: 3,71 out of 5)

Dennis Quaid erzählt eine Geschichte, in der Jeremy Irons eine Geschichte erzählt. So entstehen 3 Ebenen, wovon allerdings nur 2 überzeugen können.

In „Der Dieb der Worte“ geht es um den Schriftsteller Clay Hammond (Dennis Quaid), der ein Buch namens „Die Worte“ geschrieben hat. Darin geht es um einen Schriftsteller, gespielt von Bradley Cooper, der die Worte einer unbekannten Person stiehl und als seine eigenen verkauft. So wird der einst ungeliebte Schriftsteller über Nacht zum Star. Doch zu welchem Preis? Denn als der wahre Autor sich mit ihm trifft, stellen sich die Welten unserer 3 Hauptprotagonisten auf den Kopf.

Ebenen-Filme funktionieren. Das für mich beste Beispiel stellt hier „Inception“ dar. Und obwohl sowohl Geschichte als auch Genre nicht unterschiedlicher sein könnten, kann man auch bei „Der Dieb der Worte“ von einem gelungenen Werk sprechen. Allerdings möchte ich sogleich einen der größten Kritikpunkte vorweg nehmen: Es handelt sich um Ebene 1, die des Schriftstellers Clay Hammond, der die ganze Sache erst ins Rollen bringt. Was um und über ihn aufgebaut wurde ist so undurchschaubar wie seltsam. Das Hauptaugenmerk liegt auf Bradley Coopers Geschichte, der den erfolgshungrigen Versager Rory Jansen mit größtmöglicher Hingabe gibt. Umso überzeugender wirkt sein Handeln, als sein „Diebstahl“ auffliegt. Und die dazu führenden Gewissensbisse ruft ein Mann hervor, Jeremy Irons aka „der alte Mann“. Als schlechtes Gewissen und Spielfigur im Hintergrund erzählt er die packende Geschichte seines Seins, womit Rory’s Leben aus den Fugen gerät.

„Der Dieb der Worte“ ist nicht nur gelungene Ebenen-Philosophie, sondern vielmehr eine prächtige Charakterstudie von ganz normalen Menschen. So wirkt die Geschichte greifbar und realistisch, was dem Film sehr zugute kommt. Und obwohl man beim Ansehen mitfühlt, bleibt am Ende doch nur Ernüchterung. Der Grund hierfür ist ein „offenes“ Ende, das mehr Gedankenspiele zulässt, als einem lieb ist. So weist es einen nicht einmal ansatzweise in eine Richtung, sodass das Weiterspinnen im Kopf ein schnelles und unbefriedigendes Ende findet.

Fazit

„Der Dieb der Worte“ ist toll gespielt und weiß über weite Strecken sehr zu gefallen. Der größte Makel ist allerdings gleichzeitig eine vernachlässigte Stärke: Ein offenes Ende ohne Anreiz zum Nachdenken.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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7 Responses

  1. Owley sagt:

    Seriously? Das ist der deutsche Titel? Holy Cow! Der lief letztes Jahr am ZFF und war imho ganz übel. Das offene Ende störte mich – wie auch bei Limitless – extremst.

  2. donpozuelo sagt:

    Der Titel klingt tatsächlich etwas merkwürdig. War der bei uns überhaupt im Kino? Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich da noch nie so richtig was von gehört. Und dabei sollte die Besetzungsliste doch eigentlich schon für mehr PR sprechen.

  3. Dilara sagt:

    Ich finde nicht, dass das Ende ohne Anreiz zum Nachdenken ist. Der Film, sollte keine Richtung vorgeben, keine Moralanleitug werden, sondern Impulse verströmen.
    Er sagte am Ende sowas wie: „Das wars. Keine Moral, kein überraschender Wendepunkt“, und genauso war der Film konzipiert. Er zeigt das Leben wie es ist, nicht wie es sein sollte.
    Letzte Szene:
    „Was wollen Sie wirklich?“
    „Es tut mir leid.“
    Vergebung.

    Leider fühlen wir uns schnell verloren, wenn wir im Denken nicht eingeschränkt werden. Geschmackssache.

  4. Simon sagt:

    Ich muss sagen ich schaue viel mehr Action Filme , und interessieren mich eigentlich nicht für solche Filme jedoch bin ich der Meinung das dieser Film viel im leben beschreibt und sehr wohl zu nachdenken anregt und sich seinen teil dazu denken kann

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