Dallas Buyers Club (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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5,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Drei Oscars! Bester Hauptdarsteller, bester Nebendarsteller und bestes Make-up und Frisuren. Das ist Dallas Buyers Club, einer der großen Oscarabräumer 2014. Den Film gibt es jetzt auf DVD und Blu-ray und ich habe mir selbst ein Bild davon gemacht, ob er den 3 Goldjungen wirklich gerecht wird.

Jared Leto als bester Nebendarsteller gibt die Frau im falschen Körper. Als Homosexueller mit einem Hang zu Make-up und Frauenkleidung spielte er sich bereits in den ersten Minuten mitten in mein Herz. Denn auf seine anfangs noch aufgeschlossene, unnachgiebige und durchtriebene Art folgt im Laufe des Films der Zusammenbruch mitsamt Drogen und den verheerenden Folgen der Krankheit, die diesen Film beherrscht. Auch Matthew McConaughey als bester Hauptdarsteller spielt einen Aidskranken, der sich seiner neuen Situation erst gar bewusst wird, bzw. werden will. Doch nach und nach geht er mit der Autoimmunkrankheit einen Pakt ein und bekämpft sie auf seine ganz eigene Art und Weise. Er wird sein eigener Arzt und gründet schon bald den sog. Dallas Buyers Club, mit dem er in erster Linie ebenso Betroffene um ihr Geld erleichtert.

Dallas Buyers Club ist derart vielschichtig, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber gehen wir doch einfach auf den letzten Satz des vorherigen Absatzes ein. Die Intention des Cowboys und Frauenhelden Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist ganz klar Geld verdienen. Doch immer mehr wandelt sich der einst noch Drogensüchtige zu einem Helfer in Not, was sogar soweit führt, dass er die einst verhassten Homosexuellen akzeptiert, wenn nicht sogar liebt. Seine Wandlung im Film ist dabei absolut nachvollziehbar und wäre damit schon Grund genug für den Oscar. Dazu kommt allerdings noch sein erschreckendes äußeres Erscheinungsbild, sowie sein facettenreiches Auftreten, das mich von Szene zu Szene zu begeistern wusste.

Der Film lebt von Matthew McConaughey, wird außerordentlich gut durch Jared Leto gestützt und das Drehbuch tut dazu sein Übriges. Heraus kommt ein durch und durch mitreißendes Werk, das sich auf ganz besondere Art und Weise mit der Thematik Aids auseinander setzt. Damit ist Dallas Buyers Club Unterhaltung und Drama in einem, eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, gespickt mit verstörenden Stilmitteln und schließlich serviert auf dem nicht immer glänzenden Silbertablett des Lebens.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Muss ich unbedingt noch gucken!!!

  2. donpozuelo sagt:

    Kann es eigentlich sein, dass McConaughey während oder unmittelbar nach den Dreharbeiten zu diesem Film auch seine Szenen für „True Detective“ gedreht hat? Da sieht er nämlich in einigen Flashback-Szenen genau so aus wie hier auf dem Plakat.

  3. Friendly sagt:

    Der Film ist eine berührende Komödie, und das ist schon eine Leistung. Ron ist nicht grade der super-sympathische Typ, aber er hat ein echtes, glaubwürdiges Problem, und darin zumindest kann ich ihm folgen. Die Umwandlung vom homophoben Ländler zum toleranten Menschenfreund ist halbwegs glaubhaft (obwohl man sich den guten Ron nicht sooo gut in der Bibliothek und bei den großen Geschäften in Japan vorstellen kann). Die Ärzte zeigen das ethische Dilemma, in dem die ganze Medizinindustrie steckt: sollen wir jede Wunderkur (ich sage nur „Magical Mineral Cure“- das Abflussfrei, das sich die Irren neuerdings als Einlauf verpassen) zulassen? Oder verlangen wir einen 1A klinische Wirksamkeitsbeweis im doppelt randomisierten multizentrischen Trial? Ist das Geschäftemachen mit der Gesundheit der Todkranken ok? Oder muss alles umsonst sein, auch wenn es dann gar keine Versorgung geben wird? Von mir also Daumen hoch für die Geschichte und die Denkanstöße. Glücklich bin ich auch darüber, dass das ganze Thema „Schwulendiskriminierung“ nur im Film gewissermaßen mit dem Pflichteil abgefunden wurde, das ging mir bei „Philadelphia“ so auf die Nerven.

    Mehr zum Film unter: http://friendly101.blogspot.de/2014/07/dallas-buyers-club.html

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