Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (2014) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,50 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Riggan (Michael Keaton) wurde als Schauspieler im Superheldengewand bekannt. Nun aber versucht sich der alternde Birdman auf dem Broadway mit seiner eigenen Buchinterpretation. Mit wenig bis gar keinen finanziellen Mitteln und einer gruseligen Stimme im Kopf stellt sich das Theaterleben schnell als bitterböser Kampf ums Überleben heraus.

„Birdman“ wurde als Michael Keatons bester Film gefeiert, und zweifelsohne ist seine Performance mehr als sehenswert. Denn in „Birdman“ spielt er kurzum einen vom Leben gebeutelten Mann mit Psychoknacks. Dazu kommen dann u. a. noch Emma Stone – im Film ebenfalls mit Knacks – und ein toller Edward Norton – nicht weniger beknackst. Wenn man sich das Schauspiel so ansieht, wird man die Vermutung nicht los, als wäre vieles überzogen. Denn wirklich normal ist im Film keiner. Andererseits könnte genau das das wahre Leben darstellen, in dem man vor allgemeiner Angeknackstheit schon gar nicht mehr merkt, wie beknackst man wirklich ist.

Ahnungslosigkeit

„Birdman“ ist ein wirklich sehenswertes Drama mit Comedy-Elementen. Die Schauspieler harmonieren gut und die Optik ist durchweg gelungen. Regisseur Alejandro González Iñárritu ließ mit der Kamera über weite Strecken hinweg – und ohne Schnitt – einfach draufhalten. So folgt man dem einen oder anderen Schauspieler minutenlang in allen erdenklichen Kamerapositionen. Das mag vielleicht nicht neu sein, verleiht dem Film aber ein gewisses Etwas. Viel interessanter allerdings fand ich persönlich den Dachschaden von Riggan – vermutlich ist er schizophren. Doch so genau weiß man das nicht, spätestens dann nicht mehr, wenn der Abspann läuft. Der Film lässt viel Spielraum für freie Interpretation, und ich persönlich hätte gerne mein Wunschende zusammengesponnen, bin mir aber immer noch nicht sicher, ob ich damit wirklich richtig liege. Denn schlussendlich spricht die eine oder andere Szene dagegen und gleichzeitig aber auch dafür.

Theateralltag, wahres Leben oder reine Fiktion – „Birdman“ ist alles und nichts. Der Film ist in gewisser Weise besonders, wird aber ganz sicher nicht jedem gefallen – dazu ist er zu besonders und einfach nicht massentauglich genug. „Birdman“ möchte das aber auch gar nicht sein und schert sich sichtbar einen Dreck darum. Und vermutlich macht ihn genau das einfach nur besonders.

Würde ich mir den Film nochmal ansehen? Nein.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    „Würde ich mir den Film nochmal ansehen? Nein.“ Danke dafür… zwar beurteilst du den Film besser als ich, aber dieses „Fazit“ ist bei uns beiden gleich. Mir hat der Film einfach nicht wirklich was gebracht… die One-Take-Nummer war ein nettes Gadget, aber auch irgendwie unnötig (da empfehle ich dann doch eher „Victoria“), und von der „Story“ an sich war ich überhaupt nicht angetan… hat mich nicht wirklich bewegen können…

    • Dominik sagt:

      Ja, der Film ist schon wirklich … besonders. Und ich kann gut verstehen, dass dir der Film nicht so zugesagt hat. Ich habe auch lange mit mir gehadert, bin aber letztendlich zum Entschluss gekommen, dass etwas Genialität drin steckt. Aber nochmal ansehen? Nein. Wiederguckwert ist da quasi null für mich. Für einmal Ansehen allerdings – ja.

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