300 Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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(3 votes, average: 3,33 out of 5)

Frisch aus der Vorpremiere gefallen, schon am Rumschreiben, wie 300 so war. Der neueste Streich von Zack Snyder. Und gleich mal vorneweg. Ich bin schwer begeistert!

Spartaner ergeben sich nie!

Storytechnisch ist der Film mal wieder nach einem Comic von Frank Miller gedreht (ja, der, der auch die Comics zum Sin City Film gemacht hat). Ich selbst habe den Comic zu 300 nicht gelesen und war ehrlich gesagt nicht so euphorisch auf den Film wie andere, als die ersten Infos aufkamen. Des weiteren hatte ich keine Ahnung um was es genau geht. Gut. Gut gebaute Männer kämpfen gegen irgendjemanden. 300 an der Zahl mussten es sein. Soviel war klar. Jedoch hab ich das, was ich heute im Kino zu sehen bekam nicht erwartet.

300 ist ein Spektakel, das Troja oder Gladiator in Sachen Coolness und Aufmachung weit hinten stehen lässt. Gedreht wurde wie bei Sin City vor grünen Wänden. Das meiste ist computergeneriert. Dem Film wurde daraufhin noch ein spezieller Filter verliehen, der die Sonne greller erscheinen lässt und Schatten düsterer. Die Umhänge der Protagonisten erscheinen im knalligen Rot, während sie selbst wohl eher durch ihre Bauchmuskeln überzeugen.

Zu Beginn des Filmes gab es eine kleine Einführung des Helden. Leonidas muss, wie jeder andere junge Mann aus Sparta auch, eine Menge Prüfungen hinter sich ergehen lassen, um zum perfekten Krieger zu werden. Es folgen einige Szenen aus seinem Ottonormalleben, bis urplötzlich dieser böse Perser auftaucht, der dann eigentlich genauso schnell wieder in der großen schwarzen Grube verschwindet. Ihr erinnert euch an den Schrei im Trailer? „DAS IST SPARTA!!“ *wusch* weg war er…

Es dauert nicht lange, da führt Leonidas seine 300 Kämpfer auf das Schlachtfeld. Und genau da offenbart sich dann ein Gemetzel. Nicht nur, dass uns ständig eingebläut wird, dass diese Spartaner absolute Kriegsmaschinen sind und nur Vernichtung im Kopf haben, der Krieg wird hier absolut zelebriert.

Geschmeidige Zeitlupenszenen zeigen, wie sie sich durch Horden von Gegnern hindurchkämpfen. Die Feinde fliegen nur so umher, werden aufgespießt, aufgeschlitzt und zerschmettert. Blut spielt hier eine große Rolle. Ganz schnell ist da mal ein Bein oder ein Arm abgesäbelt. Blutfontänen inklusive. Die Bewegungen während dieses Gemetzels erinnerten mich vor allem etwas an Achilles aus Troja. (Ihr erinnert euch? Brad Pitt…) Die Darsteller im Film bewegen sich schnell, geschmeidig und direkt. Man denkt, man sieht sich eine neue Kampfsportart an. Absolut glücklich war ich darüber, dass bei diesen Szenen einfach drauf gehalten wird. Nicht wie bei anderen Filmen, wo man vor lauter Kameragewackel nichts mehr erkennen kann. Ergäbe dann: Draufhalten + Zeitlupeneffekt = grandios!

Natürlich könnte der eine oder andere jetzt sagen, dass ich verrückt bin, weil mir gefällt, wenn einem der Fuß wegfliegt, und das noch superlangsam, dass man ja jedes Detail erkennt. Aber hey. War es beim Soldaten James Ryan anders?

Ihr seht also. Der Film ist nichts für schwache Gemüter.

Für die Krieger unter uns im Schnelldurchblick:

  • starke Optik
  • geniale Effekte
  • Kämpfe mit Zeitlupeneffekt
  • Stahlgehärtete Brustmuskeln ohne auch nur ein Haar den ganzen Film durch. (Ich hab aber nur kurz überlegt, ob sie sich da zwischendurch mit ihrem Schwert rasiert haben. Hab den Gedanken dann schnell wieder verworfen.)
  • brutal
  • ein Film der von Minute zu Minute besser wird

Negativpunkt?

Ja, der Anfang. Ich fand, dass der Film erst zur Mitte wirklich gut wurde. Zu Beginn gab es sicherlich das eine oder andere wichtige Storyelement. Doch wen interessiert das schon, wenn Köpfe rollen? 😉

Fazit:

Hat euch Troja gefallen? Hat euch Gladiator gefallen? Fandet ihr Alexander genauso langweilig wie ich? 300 ist für euch ein MUST SEE!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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15 Responses

  1. Gerrit sagt:

    Hi,

    also ich muss sagen ich seh das ähnlich.
    Der ganze Film wird einfach von Minute zu Minute besser und auch das grandiose Ende hat mich einfach überzeugt!

    Den Anfang fand ich aber an sich auch ganz gut – jeder Film braucht halt ne Handlung.

    Alles in allem würde ich sagen, dass er mit zu den besten Filmen zählt die ich bisher gesehen habe.. ein Must-See-Film eben!

  2. BoxHamster sagt:

    Ich muss sagen der Film ist der Hammer, und wie du schon gesagt hast, er stellt gladiator und Troja in den Schatten, die Spezialeffekte sind sehr gut gemacht, vor allem die zeitlupenszenen ^^
    Auch der Witz kam nicht zu kurz wie ich fand, denn manche Kommentare von Leonidas sind zum wegschreien ^^.

    MFG BoxHamster

  3. Marcus sagt:

    Der erste Film dieses Jahr der mir wirklich gut gefallen hat. Die Story ist etwas zu einfach aber das macht 300 mit seinem aussergewöhnlichen Look wieder weg.
    Manche Persische Figuren waren leicht zu Bizarre, aber gut bisschen Fantasy muss ja auch
    mit drinnen Sein!
    Die Kampfchoreographie der Spartiaten war erste sahne, der sound war auch gut untermalt.

    300 mit Gladiator oder Troja zu vergleichen ist etwas unpassend, kann man nicht in eine Schublade stecken!

  4. Dominik sagt:

    Hi Marcus. N besseren Vergleich für 300 wüsste ich nicht. Aufgrund des Styles könnte man ihn mit anderen Filmen vergleichen. Von der Thematik her aber ist er sehr nah an Troja oder Gladiator (oder ähnliche) angelehnt.

  5. Marcus sagt:

    ups doppel post, damn erro

  6. Dominik sagt:

    Kein Problem. Ich hab gesehen, dass es da noch Probleme mit dem Kommentieren gab. Das müsste jetzt behoben sein.

  7. Marcus sagt:

    Ja ok von der Thematik her könnte man ihn an Gladiator oder auch Königreich der Himmel anlehnen, aber in erster linie ist es eine Comic Adaption!

    Kleines manko zum Film wären wohl noch die größenverhältnisse der Tiere, der Wolf sah bääh aus haben sie bei Narnia besser hingekriegt, ok käme wieder stichpunkt Fantasy auf!!!

  8. Roman sagt:

    Zunächst einmal ist der Film NICHT von Robert Rodriguez. Er beruht zwar auf einem Frank Miller Comic, aber der Regisseur war Zack Snyder.

    Zum anderen kann ich diese ganze Lobhudelei nicht nachvollziehen. Ja, ich war gut unterhalten. Die Optik ist grandios, die Kämpfe gut choreographiert, ABER…
    Die Dialoge dürfte ein 5jähriger im Alkoholrausch geschrieben haben. Oder aber wahlweise ein Parteimitglied der NPD. So ein Blut, Vaterland und Ehre gequatsche ist der größte, faschistoide Müll seit langem.

    Rassenwahn (alles unwerte Leben wird zerstört, Euthanasie anyone?), Kriegspathos (leider ist Krieg in Wahrheit garnicht mal so toll, schade, hm?), die Aufteilung der Welt in absolutes Schwarz und Weiß… all diese Dinge verhindern nun einmal, dass 300 ein filmisches Meisterwerk ist.

    Mir ist durchaus bewusst, dass keine inhaltliche Relevanz zu erwarten war, aber bitte, wie kann man es logisch erklären, dass die Spartaner für Freiheit kämpfen, selber aber eine Gesellschaft aufbauen, die nur aus Rassenwahn und Kriegsgeilheit besteht? Da wird erzählt, sie würden ihre Vernunft gebrauchen. Ist es denn vernünftig Kinder zu töten, wenn sie schwach sind? Ist es ethisch einwandfrei, jeden Jungen zum gedankenlosen Killer zu erziehen? Nein, diese ganzen inhaltlichen Schwächen, die ganzen patriotischen Scheißdialoge und das unendlich einfache Rollenbild verhindern es, dass mir der Film ohne Abwertung gefallen könnte.

    Für all jene die Moral und Hirn für 2 Stunden ausschalten können mag der Film die Erfüllung sein, in meinen Augen hat er aber nicht mehr als 5 von 10 Punkten verdient.

  9. Dominik sagt:

    Hi Roman. Den Regisseur hab ich ausgetauscht. Aber sonst kommts mir eher so vor, als ob du ein bisschen zu hart mit Filmen ins Gericht gehst 😉 Das Teil basiert auf einem Comic, und da war es alles so gewollt. Ich würds nicht so eng sehen. Filme sind ja eh dazu da, mal das Gehirn wegzuknipsen 😉

  10. Roman sagt:

    Dass das alles so gewollt war bezweifle ich nicht. Das heißt aber noch lang nicht, dass ichs gutheißen muss. Des Weiteren, ich habe nunmal hohe Ansprüche an Filme, warum auch nicht?
    Für mich sind Filme Kunst, und nicht immer nur stupide Unterhaltung. Ich kann und will bei FIlmen mein Hirn nicht ausknipsen. Meine Kritik ist keineswegs überzogen, sondern durchgehend objektiv.

  11. Diana sagt:

    Man sollte Filme vllt auch nicht nur schauen, um Fehler zu finden und sich aufzuregen! Dafür ist mir die Zeit viel zu schade! Ich schalte einen Film nicht ein um zu denken>He damals konnten sie sich keine Strähnchen färben

  12. Fabian sagt:

    Dafür das man bei dem Film sein Hirn 2 Stunden abschalten soll, haben sich hier aber Einige schon sehr viele Gedanken gemacht.

    Eine ziemlich fragwürdige Einstellung, Filme nach Dingen zu beurteilen, die damals nunmal einfach so waren. Die Spartaner hatten nun einmal eine „Kriegerkaste“ die nicht viel Wert auf ethnische Grenzen legte. Das ist Fakt und wieso sollte ein Film wie 300 da zu Schönmalerei neigen? Markige und recht „dünne“ Kommentare hin oder her. Es war ein Weckruf für die Griechen der damaligen Zeit und führte zu einem Zusammenschluss vieler Einzelner. Diese Ereignisse werden noch heute als eine Keimzelle der Demokratie angesehen.

    Ein kleiner Tipp von meiner Seite:

    Roland, schau dir besser nicht Schindlers Liste oder American History X an, die dürften auch an deinen „gehobenen Ansprüchen“ scheitern, denn auch dort werden sehr viele böse Menschen gezeigt, die nun mal sehr böse Dinge getan haben. Ethik und Faschismus hin oder her.

  13. Roman sagt:

    1. heiße ich Roman.
    2. American History X und Schindlers Liste sind Filme, die gewisse Gedankengänge ANPRANGERN. Ein kleiner Unterschied zur Glorifizierung, nicht?

    Was soll das für ein Argument sein, dass Spartaner nun einmal eine Kriegerkaste waren? Deshalb muss also die faschistoide Grundeinstellung so heroisch glorifiziert werden? Die Nazis waren nunmal Rassisten, soll jetzt jeder Film zeigen wie toll das war?

  14. Fabian sagt:

    Für den Schreibfehler bei deinem Namen, Asche auf mein Haupt…

    …und für das scheinbar zwanghafte Bedürfnis, so Vieles in einen 116 Minuten langen Popcorn-Streifen hinein interpretieren zu müssen, mein Beileid.

    😉

  15. Roman sagt:

    Interpretieren kann man Lynch, Fincher oder Kubrick.
    300 erschlägt den Zuschauer mit dummen Dialogen, MIttelklasse Schauspielern und inhaltlichem Schwachsinn.
    Wieso sollte ich, als Zuschauer mich mit weniger als gutem zufriedengeben?

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