Verdrängen Serien Filme von der Bildfläche?

Nicht selten kommen beim Media Monday, auf anderen Blogs generell, in Foren oder auch im Real Life bedeutende Fragen für Film- und Serienfans auf: Sind Serien die besseren Filme? Gibt es bald nur noch Serien? Gibt es vielleicht jetzt schon mehr Serien als Filme?

Ich habe mir darüber auch schon öfter meine Gedanken gemacht. Sieht man sich Streamingdienste an, stößt man zwangsläufig auf eine große Auswahl an Serien, wie beispielsweise im Serienbereich bei Maxdome. Der Werbung und Aufmachung nach könnte man tatsächlich meinen, dass Serien mittlerweile bedeutender als Filme wären, wenn auch nur für eine gewisse Zielgruppe, dazu später aber mehr. Um ehrlich zu sein, kommt es mir sogar so vor, als wären Filme das beiläufige Abfallprodukt, das man für eine Minderheit eben auch mit bereitstellen müsste.

Nachschub

Ob nun Streamingdienste, öffentlich rechtliche und private Sender oder die gute alte DVD (und Blu-ray), Serien reißen nicht ab. Im Gegenteil, es scheinen immer mehr zu werden. Das gute daran: Sie werden auch immer hochwertiger. Sitcoms werden von groß angelegten Dramen abgelöst, die zuletzt mit Serien wie Breaking Bad ihren vorläufigen Höhepunkt fanden. Ständig schießen neue Serien wie Gras aus dem Boden. Und eigentlich sollte es mich nicht mehr verwundern, wenn mich ein Freund frägt, ob ich dies und das schon gesehen hätte – und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich noch gar nicht von der Existenz der Serie wusste. Der Wust aus Stundenunterhaltung ist maßlos geworden, aber wie gesagt, zumeist auch hochwertiger.

Zielgruppe

Ich bin der Meinung, dass Serien nicht jeden ansprechen. Natürlich sieht sich der eine gerne die Simpsons an und der andere GZSZ. Doch nicht jeder lässt sich auf Under the Dome oder Vampire Diaries ein. Man hätte schon gar nicht die Zeit dazu, alles zu verfolgen. Man muss wenn schon eine gewisse Vorauswahl treffen. Und hat man nach 2-3 Episoden erkannt, dass die Wahl schlecht war, ärgert es einen natürlich umso mehr. Gucke ich nun weiter oder starte ich wirklich etwas neues?

Serien sind Allgemeingut, Filme aber deutlich kurzweiliger. Gerne setzt man sich 2 Stunden in einen Kinosessel, verlässt danach, mehr oder weniger befriedigt, den Kinosaal und macht sich weiterhin einen schönen Tag. Serien hingegen setzen auf Cliffhanger ohne Ende. Da ist nicht wirklich nach einer Episode Schluss. Hat man die Zeit, sieht man sich so viele Episoden wie möglich am Stück an. Die bittere Erkenntnis nach mehreren Stunden Augen-SM: Kein Ende in Sicht, der nächste Cliffhanger nagt an einem. Ja, das hat durchaus seinen Reiz – keine Frage. Doch nicht jeder kann sich damit identifizieren.

Wirklich mehr Serien als Filme?

Zumindest mehr Serien als früher, so könnte man den persönlichen Eindruck schildern. Mehr Serien als Filme, mitnichten. Man mag alleine an die Vielzahl von B-Movies denken, die tagtäglich nur auf DVD erscheinen, aber dennoch dem Genre Film zugehörig sind. Serien hingegen müssen über lange Zeit gedreht werden, erstrecken sich über mehrere Staffeln und halten die Macher davon ab, die nächste Serie zu starten. Nein, es gibt nicht mehr Serien als Filme, aber ist das denn wirklich so wichtig? Meiner Meinung nach gibt es zu viele (gute) Serien. Dermaßen viele, dass ich gar nicht weiß, was ich als nächstes gucken soll. Ein Teufelskreis. Erst jetzt hänge ich mitten in Staffel 2 bei LOST fest. Zuvor habe ich die Serie nicht gesehen.

Ich liebe Serien. Von Al Bundy bis Prison Break, ich liebe sie beinahe alle. Seit jeher habe ich mir Serien angesehen, nur dass es sich zu frühester Stunde um so coole Zeichentrickactioner wie Galaxy Rangers oder He-Man handelte. (Zweiteres bitte nicht weitersagen!) Nun habe ich schlichtweg zu wenig Zeit. Ich gucke, wenn ich ein paar Minuten frei machen kann. Ob nun beim Morgen-Müsli auf dem Smartphone oder kurz vor dem Zubettgehen auf dem Laptop. Die moderne Technik hat es möglich gemacht. Gucken wann und wo ich will. Und Serien haben einen entscheidenden Vorteil: Oftmals schafft man eine Episode schneller als einen ganzen Film. Und wenn man dann wieder mal Zeit hat, guckt man sich einfach die nächste an. Zumindest solange, bis jemand verrät, wie die Serie nach Staffel x endete…

Ich liebe Filme. Die Seite hier heißt Filmherum, nicht Serienherum – wenngleich sie mittlerweile auch so heißen könnte. Irgendwann packte mich die Filmeslust, und sie ließ mich bis heute nicht los. Ich möchte diese Art der Unterhaltung wohl niemals missen. Filme sind ein Teil meines Lebens und werden es wohl auch immer sein. Daran können Serien nichts ändern.

… und nächste Woche sehen Sie…

Nun ja, nächste Woche steht auf einem anderen Blatt. Was sehen Sie (siehst du) jetzt? Siehst du so viele Serien, dass du keine Zeit mehr für Filme hast, oder umgekehrt? Wie siehst du das mit der Qualität von Serien? War früher alles besser, oder überzeugen aktuelle Werke deutlich mehr?

Ich bin sehr auf eure Meinungen gespannt! Lasst uns eine Diskussion entbrennen, dass der Ghost Rider vor Neid zu Asche zerfällt!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. Hi, interessantes Thema und sehr aktuell! Meine Meinung: Es sind nicht unbedingt mehr Serien, sondern wir nehmen sie stärker war, weil die Bedeutung steigt. Zuschauer – das ist aber meine persönliche These – identifizieren sich gerne mit einer Figur oder einer Geschichte und verfolgen die Entwicklung manchmal gespannter, als wenn das Kino den zigsten Marvel-Film, das hundertste Sequel anpreist usw. anpreist. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es viele Serien ohne die Filmvorlage (und ihren Kassenerfolg) wohl nie gegeben hätte. From Dusk Til Dawn, Sleepy Hollow, S.H.I.E.L.D – Vampire Diaries hätte es vielleicht ohne Twilight nie gegeben, oder The Walking Dead ohne den Zombie-Boom im Kino. Man sieht ja auch bei Filmen, dass sie lieber „in Serie“ gehen, um sich ein ein festes Publikum zu sichern. Sehr viele Blockbuster werden mittlerweile sofort als Drei- oder Mehrteiler angekündigt (Der Hobbit, Die Tribute von Panem, die kommenden Avatar-Filme, selbst das Independence Day-Sequel kommt gleich doppelt. Gibt nicht wenige Kids, die behaupten können mit Edward und Bella, oder Catniss Everdeen genauso aufegwachsen zu sein, wie mit Barney Stinson oder Walter White. Ich glaube Serien boomen im Moment in der Tat, aber das ist ein Auf und Ab und ich persönlich werde immer der Filmfan bleiben.

    • Dominik sagt:

      Sehr schön ergänzt. Das mit den Filmen „in Serie“ stimmt tatsächlich, wenngleich es auch früher schon mehrere Fortsetzung gab. Andererseits wurden diese zumeist erst später angekündigt.

      Denkst du wirklich, dass Serien nur im Moment so boomen? Vielmehr habe ich das Gefühl, als wären sie schon immer beliebt gewesen (Star Trek) und werden einfach noch beliebter, vor allem aufgrund der Qualität.

  2. bullion sagt:

    Zurzeit sehe ich deutlich mehr Serien, da ich oft am Abend nur noch maximal eine Stunde für TV habe — da passt kein Film rein. Ansonsten würde ich wohl eher gleich verteilt sehen; da ich aber auch jeden Film verbloggen würde, wäre dies schon ein immenses Zeitproblem… 😉

    • Dominik sagt:

      Ja, dem Zeitproblem kann man mit Serien ein Schnippchen schlagen. Das mache ich auch nur zu oft, wenngleich ich dann trotzdem noch die eine oder andere Episode hinten dran hänge und mir damit böse Blicke einfange. 😉

  3. Gorana sagt:

    Das Thema das du hier ansprichst beschäftigt mich auch schon seit einer Weile. Ich schaue Filme und Serien – beides – schon immer … waren aber bis vor Kurzem für mich 2 paar Schuhe. Serien dienten nur der seichten Unterhaltung und waren nur selten anspruchsvoll und teuer hergestellt. Die Zeiten haben sich nun geändert und ich habe auch langsam das Gefühl Serien stoßen die Filme vom Thron. Serien sind wie ein langer Film in den man sich natürlich viel besser hineinleben kann, weil man mehr Zeit dafür hat. Sie lösen stärkere Emotionen aus weil man mit ihnen sehr viel mehr Zeit verbringt als mit einem Film der nach ca. 2 Stunden vorbei ist. Wenn man z.B (blödes Beispiel) Grey’s Anatomy seit 10 Staffeln regelmäßig verfolgt, dann gehören diese Menschen und ihre Schicksale quasi schon zur Familie. Ich glaube das ist der Grund warum Serien so gut … und immer besser funktionieren.

    Ich persönlich bin sowas von überfordert von diesem momentanen Überfluss an Serien, der gefühlt von einen Tag auf den anderen plötzlich da war. Und ich weiß auch nicht wo das hinführt. Ich denke wenn es sooo viele Serien gibt, ist es für eine Bestimmte sehr schwierig groß zu werden. Alles vermischt sich zum Einheitsbrei und viele gute Serien gehen wahrscheinlich grundlos unter … Keine sehr gute Entwicklung.

    Da lobe ich mir die guten alten Filme. Da weiß man was man hat und auch wenn der Film nichts ist, ist er in 2 Stunden vorbei. Außerdem war es bei Filmen immer schon so, dass man wußte man kann sie nicht alle sehen, weil es so viele gibt. Bei Serien habe ich viel mehr das Gefühl ich verpasse was, als bei Filmen, denn eine Serie anzufangen bedeutet sich für einige Monate zu binden und das muss natürlich gut überlegt sein. Und wenn man eine erwählt hat, mit der man die nächsten Monate verbringen will, weiß man dass in dieser Zeit 50 neue großartige Serien das Licht der Welt erblicken. Irgendwie frustrierend.

    • Dominik sagt:

      Das mit den „in die Figuren hineinleben“ sehe ich ganz genau so. Einen Walter White schließe ich viel mehr ins Herz, da ich ihm auf seinem Lebens- und Leidensweg deutlich länger folge. Andererseits muss ich gestehen, dass Filme wie Lone Survivor oder Dallas Buyers Club es auch in kürzester Zeit vermögen, mich in ihren (deren Charaktere) Bann zu ziehen. Siehe allein Marty McFly.

      Mir geht es wie dir. Ich habe keine Ahnung, welche Serie ich als nächstes sehen soll. Es gibt zu viele, die mich interessieren. Gestoppt werde ich allerdings durch Serien, die mich ebenso brennend interessieren und aktuell noch in einer Anfangsstaffel bei mir laufen. Der Tag bräuchte schlichtweg 48 Stunden oder die Serienproduktion an sich eine Auszeit.

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