DVD, Blu-ray, Digital oder ganz egal?

Ein Thema, das mich seit längerem schon beschäftigt ist die heimische Filmsammlung, aktuell noch im DVD-Regal fein säuberlich sortiert und verziert. Doch wie soll das alles noch werden? Setze ich weiterhin auf meine aktuell bevorzugte Blu-ray oder lasse ich mich doch noch irgendwann vom digitalen Teufel verführen?

Verzweifelt gesammelt:

  • iTunes | Filme kaufen oder leihen, herunterladen, ansehen. Offensichtlich problemlos und einfach, vor allem aber gesichert auf der heimischen Festplatte. Dazu natürlich HD oder SD – je nach Belieben – und öfter auch Bonusmaterial. Die Preise sind akzeptabel. Zumeist kostet ein HD-Film bei Erscheinen um die 11,99 EUR, diverse Schnäppchen unter 8 EUR sind ebenso zu finden. Nach oben hin ist theoretisch alles offen. Ansehen auf dem Apple-Gerät – logisch, auf Laptop oder Fernseher nur mit dem notwendigen Equipment.
  • Amazon Prime | Stream-only, wie iTunes mit HD und/oder SD sowie O-Ton, kaufen und/oder leihen, dazu für einen jährlichen Beträg ein gutes Streaming-Angebot. Alles ist möglich, verbleibt allerdings stets auf den Amazon-Servern. Die Preise ähneln, soweit ich das gesehen habe, zumeist denen aus iTunes. Die Bildqualität soll laut unabhängigen Tests im Web geringfügig schlechter sein, aber wen interessiert das schon?
  • Flatrate | Ein gewisser Betrag im Monat und so viele Filme gucken, wie das Auge verträgt. Ob Watchever, Amazon, Maxdome oder demnächst Netflix, überall gibt es eine gute Auswahl. Ich musste allerdings feststellen, dass Filme und Serien gerne wieder aus dem Sortiment genommen werden. Damit fällt die künstliche Filmsammlung natürlich flach. Außerdem ist das Angebot an aktuellen Filmen doch eher dürftig bis nicht vorhanden. Schade.
  • DVD, Blu-ray, Archival Disc,…? | Logisch, im Regal hat man die persönliche, staubgefährdete Videothek stets im Auge. Dazu ein paar Sondereditionen, mehrere Steelbooks und das Filmfan-Herz schlägt höher. Ich nehme mich da nicht aus. Doch warum noch länger sammeln, wenn Filme anschauen mittlerweile so einfach ist? Das Gerät meiner Wahl eingeschaltet, Sortiment virtuell durchwühlt und auf Start geklickt. Voilà, jetzt fehlt nur noch der selbständig heranfahrende Popcorn-Roboter.

Der physische Wert?

Was tun? Etwas in der Hand zu halten, bedeutet vielen die Welt. Ich nehme mich da nicht aus, komme aber nicht vom digitalen Gedanken los. Bei der Musik beispielsweise wagte ich mit Spotify bereits den Schritt. Warum noch CDs kaufen, wenn ich die Musik der gesamten Welt (also fast) auf Abruf bereit habe? Meine Bücher folgen diesem Trend in absehbarer Zeit – die Frage ist aktuell nur, auf welches Pferd man setzt. Nun ja, und die Filme? Mit meiner PS3 kann ich blitzschnell Watchever anwerfen oder im Amazon Prime-Store zuschlagen. (Auch Videospiele kauft man heutzutage digital.) Der Nachteil liegt nicht auf der Hand, sondern im Web: Wo ist mein Besitz? Im Endeffekt ist er nicht da. Und sollte etwas schief laufen, was auch immer, ist er für immer weg. Was also tun?

Gesprächsstoff

Für mich ist das hier ein zündendes Thema und ich wüsste gerne, welche Gedanken ihr euch da schon einmal darüber gemacht habt. Ist die zunehmende Digitalisierung nur ein vorübergehender Trend oder tatsächlich die Zukunft? Sollte man in gewisser Weise retro bleiben oder auf der Welle mitschwimmen? Oder: Macht man sich einfach nur zu viele Gedanken und sollte tun worauf man Lust hat: 2 Filme aus diesem Store, 4 streamt man grundsätzlich und die restlichen 30 stehen zuhause als physisches Medium. (Für mich eigentlich ein No-Go. One place!)

Wunschgedanke

Mein Wunsch wäre ein Store, bei dem ich auf schlichtweg alle Filme dieser Welt (natürlich auch uncut, extended und sonstwie-cut) für eine monatliche Gebühr problemlos und jederzeit zugreifen könnte. Ich baue mir mein virtuelles DVD-Regal, ganz ohne Einschränkungen und ohne dem bitteren Erwachen, dass plötzlich Filme ohne mein Zutun entnommen wurden.

Den monatlichen Obolus in die Höhe treiben dürfte dabei der Umstand, stets die aktuellsten Werke bei Heimkinorelease zur „Hand“ zu haben.

Die Musik macht es vor! Also, Wunschtraum oder in absehbarer Zeit Wirklichkeit?

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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22 Responses

  1. m00shpit sagt:

    Zusatz zu Amazon Prime: Soweit ich weiß, gibt es da Filme und Serien nur auf deutsch. OV Angebote werden separat gelistet und verkauft. Möchte man also Serie X auf im O-Ton schauen, darf man noch mal zuschlagen.

    Und was für mich in deiner Auflistung noch fehlt: Online-Videotheken mit Flat Angebot a la Videobuster, Lovefilm, etc. Monatliche Gebühr zahlen und dafür Filme nach Hause geschickt bekommen, aber eben auch nur geliehen. Ist meines Erachtens nach auch eine Option.

    Ich persönlich steige mittlerweile mehr und mehr auf den digitalen Vertrieb um. iTunes bietet Filme in letzter Zeit öfters günstiger und vor Veröffentlichung an. Außerdem ist es einfach und schnell. Ich setze mich vor den TV, entscheide mich für einen Film und kann ihn sofort gucken. Meistens auch mit O-Ton (außer bei „Grand Budapest Hotel“ -.-).

    Natürlich habe ich gerne auch etwas materielles in der Hand (vor allem Steelbooks :D), aber der Platz ist eben auch begrenzt. Zudem sind die digitalen Filme glücklicherweise noch frei von Werbung.

    • Dominik sagt:

      Das mit den O-Ton als Extrakauf gefällt mir auch nicht, wenngleich ich selten bis nie O-Ton schaue/höre. Aber grundsätzlich nach dem Motto ganz oder gar nicht. Ebenso Bonusmaterial.

      Diese Videotheken habe ich bewusst weggelassen, da sie für mich nicht mehr infrage kommen. Grundsätzlich hätten sie aber in die Aufzählung gehört, ja. Ich sehe das aber so, dass ich einen Film lieber schnell für 3 EUR streame, anstatt auf die Disk zu warten. Dazu der Aufwand mit den Zurücksenden… -.-

      Mit deinen 2 Punkten keine Werbung und vor VÖ triffst du 2 essentielle Vorteile. Zumindest in meinen Augen.

  2. Jan sagt:

    In Deutschland sehe ich deinen Wunsch in absehbarer Zeit überhaupt nicht in Erfüllung gehen. Das Angebot in Filmflatrates ist noch sehr dürftig, daran wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch Netflix nicht das Rad nicht neu erfinden. Das dumme ist nämlich, dass die Rechte an den Filmen hier in anderen Händen liegen als in den USA. Die Hoffnung, dass in Deutschland bald ein ähnlich gefüllter Katalog an Filmen und Serien verfügbar sein wird, möchte ich hier direkt stark in Frage stellen.

    Aber ich verstehe deine grundsätzliche Problematik sehr gut. Die Frage, ob ich nun auf VOD umsteige, habe ich mir in ihrer Absolutheit noch nicht gestellt, dafür bin ich doch zu sehr Sammelnarr. Aber der Unterschied wird ja immer marginaler. Wobei kein Streamingdienst an die Qualität einer Blu-ray heranreichen kann, der ein vernünftiges Master zu Grunde liegt. Die Datenmengen sind viel geringer, auf Surround-Klänge muss man verzichten. Von einem gleichwertigen Ersatz (bei nahezu identischem Kostenaufwand) kann man also noch nicht reden.

    • m00shpit sagt:

      Jetzt, wo ich einen neuen TV habe, ist mir das auch schon aufgefallen. Der Unterschied zwischen Stream und lokalen Daten ist in diesen Qualitätssphären dann doch noch immens.

    • Dominik sagt:

      Ist die Qualität wirklich dermaßen ausschlaggebend? Das Bild ist meist gut bis sehr gut und daher akzeptabel. Weniger akzeptabel ist das Fehlen von Surround-Klängen, wenngleich ich mir da nicht sicher bin. Gestern habe ich den sehr guten Hüter des Lichts über Amazon Prime gesehen und der Surround-Klang war atemberaubend. Lag es an meiner Anlage oder einer tatsächlichen Surround-Spur?

    • m00shpit sagt:

      Ich weiß nicht, wie es mit dem Ton ausschaut, aber ich habe am Wochenende mal in „Das erstaunlich Leben des Walter Mitty“ geschaut. In iTunes gekauft und über AppleTV auf den TV gestreamt. Das Bild hatte sich ein manchen Stellen schon sichtbar runtergeschraubt. Kommt aber wohl auch auf die Leitung an, die man hat. Wobei ich mit meiner 10k Leitung da eigentlich keine Probleme haben sollte.

      • Dominik sagt:

        AppleTv ist nur zum streamen, korrekt? Weil auf den PC könnte ich die Filme ja herunterladen.

        Walter Mitty ist so ein Fall: wie für die Ewigkeit sichern? Digital oder auf Disc? Hmm…

    • m00shpit sagt:

      Apple arbeitet da momentan an seinem Angebot. Effektiv gibt es aber zwei Methoden seine Filme auf den AppleTV zu bekommen. Direkt aus dem Store auf den AppleTV streamen (nach Kauf oder Leihe) oder am PC kaufen/leihen, runterladen und via AirPlay auf den AppleTV streamen. Gestreamt wird zum TV also so oder so, nur ist die Bandbreite im internen Netzwerk natürlich deutlich höher und stabiler.

    • Dominik sagt:

      Das mit dem Streamen im hauseigenen Netzwerk dachte ich mir fast. Allerdings müssen dafür ja wieder zwei Geräte laufen… hmm.

    • Jan sagt:

      Bei Amazon-Streams bin ich überfragt. Ich bin zwar Prime-Kunde, da ich aber in aller Regel nicht auf den Originalton verzichten will (erst recht nicht, wenn ich für den Film zahle), nutze ich den Video-Service überhaupt nicht.
      Bei iTunes gibt es meist die 5.1 Spuren, aber das Modell ist hier ja ein anderes (Pay-per-View). Aber auch hier bevorzuge ich die US-Ausgabe (auch viel einfacher einzurichten als beispielsweise Netflix). Dort sind Indie-Filme teilweise vor US-Kinostart zu leihen, die Preise sind in etwa identisch mit hier, dafür gibt es die bessere (und aktuellere) Auswahl, mitsamt Surround-Sound und immer Untertitel. Für mich die perfekte Ergänzung zu Kino und der eigenen Sammlung.

  3. donpozuelo sagt:

    Mmh… ich kann mich persönlich auch noch nicht so richtig mit dem Digital anfreunden. Also zumindest was Filme angeht… bei Serien und Musik und Büchern bin ich allerdings auch schon recht digital geworden. Obwohl ich bestimmte Sachen schon gerne noch in „echt“ da habe. In letzter Zeit gehe ich dazu über, nur noch die Sachen wirklich zu kaufen, die für mich einen gewissen Wiedersehens-Wert haben…

  4. bullion sagt:

    Schön zu lesen, dass sich auch anderswo dazu Gedanken gemacht werden — ich hatte das Thema ja letztes Jahr erst ausführlich behandelt.

    Seitdem hat sich bei mir nichts geändert und ich setze immer noch auf die lokale Bibliothek. Ist allein schon Preissache: Die meisten Blu-rays kaufe ich zwischen 5 und 8 Euro (selbst neuere Filme) — warum sollte ich da mehr Geld zahlen und auf einen Dienst angewiesen sein, der jederzeit ausfallen kann? Nee, das kann es nicht sein.

    Meine Zukunft sieht evtl. mal so aus: Lieblingsfilme und Serien auf DVD bzw. Blu-ray — und alles zum Einmalschauen via Flatrate für einen günstigen Monatsbetrag, aber nur wenn O-Ton vorhanden ist.

    • Dominik sagt:

      Deinen Beitrag muss ich mir nochmal ansehen.

      Zwecks der Preissache hast du recht. 4 Filme für 20 EUR auf Disc? Günstiger geht es online wirklich nicht. Aber vll. kommt das ja noch in absehbarer Zeit, bzw. rechne ich sogar fest damit.

      Im Augenblick jedenfalls werde ich auch noch öfter an den Discs festhalten. All meine Lieblingsfilme haben es noch nicht in die digitalen Stores geschafft, bzw. an einen festen Platz.

    • Dominik sagt:

      Es ist wirklich sehr interessant. An und für sich decken sich die Beiträge trotz des Zeitunterschieds ziemlich gut. Und das obwohl nicht einmal abgeguckt habe. 😉 Aber da sieht man auch mal wieder, dass sich nach fast einem Jahr noch nicht so viel an der Einstellung der Filmfans geändert hat. Vielleicht liegt es aber auch an dem Angebot der digitalen Welt. Irgendwie ist das Konzept noch nicht ausgereift.

  5. phyXius sagt:

    Ich kann Downloads oder Streams ebenfalls nur wenig abgewinnen. Meine Filmsammlung wird weiterhin im Regal gehegt und gepflegt und ist zusammen mit Spezialeditionen und ansonten nutzlosem Merchandisinggedöns Teil meiner Raumausstattung. Es gehört bei mir auch irgendwie zum Ritual, eine Scheibe auszusuchen, einzulegen und mich dann vor den TV zu pflanzen, damit der entspannende Teil des Tages eingeläutet wird. Weswegen ich mich auch schwer tue, mir Filme oder Serien auf kleinen Bildschirmen oder unterwegs anzuschauen. Wäre das bei mir öfters der Fall, würde ich den Downloads und Streamings sicher auch mehr abgewinnen können. So aber stehen für mich die Nachteile „Nichthaben“, Nichterreichbarkeit (bei Dienstausfall, Zugangssperung [Fremdbestimmung der Erreichbarkeit sehe ich da sehr kritisch] usw.) und fehlende Features (vor allem der O-Ton) im Vordergrund.
    Wobei ich sagen muss, dass ich trotz meiner Abneigung gegen rein digitale Medieninhalte seit mehr als einem Jahr auch einen eBook-Reader habe. Allerdings sind mir Bücher einerseits auch nicht so wichtig wie Filme. Zum Anderen habe ich mich beim Kauf extra für einen Dritthersteller entschieden, damit ich mich nicht von einem Ökosystem abhängig mache. Das ist ein weiterer Grund, der für mich gegen Film-Streamingportale spricht, jedenfalls, solange nicht eines davon (fast) alles anbietet.

    Was die allgemeine Frage nach Trend oder Zukunft betrifft: Streaming wird die Zukunft sein, ohne dass physische Datenträger verschwinden. Sie werden vielleicht weniger oft gekauft, aber vermutlich noch lange so rentabel sein, dass sie produziert werden.

    • Dominik sagt:

      Ja, das mit den physischen Datenträgern denke ich auch. Sie werden sich noch ziemlich lange halten, allerdings auch irgendwann den Löffel abgeben. Ob es noch zu unserer Zeit sein wird,… wir werden sehen.

  6. Gorana sagt:

    Ich kaufe seit ungefähr einen halben Jahr kaum noch Filme auf Blu-ray, weil ich immer mehr den iTunes Dienst nutze (was anderes gibt es in Österreich noch nicht). Bei uns im Regal stehen über 1300 Filme, die zwar schön anzusehen sind, aber kaum einer ein zweites Mal zum Zug gekommen ist. Das Kaufen von Blu-ray beschränkt sich nur mehr auf Filme bei denen man davon ausgeht, dass sie ein 2tes Mal geschaut werden, alles andere und vor allem die neuen Filme werden vermehrt auf iTunes geschaut. Ich kann mit dieser Lösung sehr gut leben und ganz aufegeben werden ich das Sammeln nicht … im Gegensatz zu meinem Mann. Der wollte schon anfangen die Blu-ray zu verkaufen, aber das habe ich dann nicht zugelassen. Das was da ist bleibt. Es wird nur nicht mehr so viel dazu kommen wie früher. Ich glaube das ist einfach der Wandel der Zeit. Das ist schon in Ordnung so. Und es muss nicht jeder Film in Super HD Qualität und Raumfüllenden Sound geschaut werden.

    • Dominik sagt:

      Dein letzter Satz ist ja so wahr. Das war für mich eigentlich immer das Wichtigste überhaupt. Mittlerweile sieht das Ganze etwas anders aus. Ich sehe mir Filme notfalls auch auf dem Laptop oder gar Handy an. Sie müssen mich einfach nur überzeugen. Wo sie das tun, ist beinahe schon egal.

      Und btw: Deinem Mann für den eventuellen Verkauf der Blus auf die Finger zu hauen war absolut gerechtfertigt! 🙂

  7. Julia sagt:

    Filme/Serien leihe ich mir immer gerne aus weil mich die Extras wie z.B. Audiokommentar immer sehr interessieren.

    Bücher müssen für mich greifbar sein. Les zwar auch ebooks (für unterwegs wenn die Tasche eh schon schwer genug ist), aber letztendlich möchte ich die Bücher schön in meinem Regal haben.

    Das mit dem digitalen Besitz ist nichts für mich, da bin ich zu sehr ein „Hoarder“.

    • Dominik sagt:

      Ja, ein Hoarder war ich wirklich sehr lange, in absolut allen Belangen. So habe ich mir beispielsweise ständig Soundtrack-/Score-CDs gekauft. Mittlerweile streame ich die fast nur noch oder kaufe sie mir eben als MP3. Seltsam, wie sich die Einstellung mit der Zeit ändert. Vermutlich höre ich wirklich irgendwann Bayern 1…. *brr*

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