Neue Geschichten von Vater und Sohn Comic Review

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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„Vater und Sohn“ sind die bekanntesten Figuren des deutschen Zeichners Erich Ohser alias e.o.plauen, der 1944 einen Tag vor Beginn eines Prozesses vor dem Volksgerichtshof Suizid beging. Von Dezember 1934 bis Dezember 1937 erschienen 157 Geschichten des Duos, bevor Ohser seine Serie beendete, weil das zwischenzeitlich verhängte Berufsverbot nur durch Zugeständnisse gegenüber den Nazi-Machthabern aufgehoben werden konnte. Geblieben ist ein Werk voller Humanität, das seit Generationen viele, viele Leser bezaubert.

Für meine Kritik zu „Neue Geschichten von Vater und Sohn“ musste ich obigen Block direkt von Paninicomics übernehmen, um all jenen einen Einblick in „Vater und Sohn“ zu gewähren, die bis dato noch nichts davon hörten. Ich persönlich kenne die wortlosen Geschichten zwischen Vater und Sohn schon sehr lange und wurde vor einiger Zeit wieder durch meine Frau darauf aufmerksam gemacht. Zuletzt allerdings überraschte mich das Hause Paninicomics mit dem Erscheinen des Hardcover-Bandes „Neue Geschichten von Vater und Sohn“. Neue Geschichten sind es deshalb, da der französische Künstler Marc Lizano das Schreiben der Geschichten übernahm, während der deutsche Künstler und Max-und-Moritz-Preis-Träger Ulf K. seine Zeichenkünste ausleben durfte.

Neu, vertraut-anders

Die neuen Geschichten sind neu – daran besteht kein Zweifel. Und Marc Lizano gab sich sichtlich Mühe mit den Geschichten, orientierte sich dabei an Ohsers großartigen Vorlagen. Leider konnte Lizano nur manchmal mithalten, denn allgemein fielen seine Geschichten deutlich weniger tiefgründig aus als die seines großen Vorbildes. Doch Lizano gab sich zu keiner Zeit geschlagen und weiß mit seinem – zum Teil sehr eigenen Stil – zu gefallen. Ulf K.s Zeichnungen orientieren sich stark an der Vorlage, doch auch hier gibt es Unterschiede. So manch ein Panel wirkte mir persönlich zu überzeichnet. Auch wurde ich mit der roten Farbe nicht so recht warm, obgleich diese zu den letzten Seiten hin beinahe in Vergessenheit geriet. Gewöhnungssache eben.

Freunde des Originals dürfen (und sollten) gerne einen Blick in das Buch riskieren. Die eine oder andere Szene wird euch gefallen, da bin ich mir sicher. Ob es sich allerdings lohnt das Buch zu erwerben, da schaut ihr am besten selbst einmal. „Neue Geschichten von Vater und Sohn“ ist so ein typischer „Reinleser“ Wenn’s gefällt – zuschlagen, wenn nicht – liegen lassen.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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