Max 50: Punisher – Hässliche kleine Welt Comic Review

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,67 von 5 Sterne (3 Bewertung(en))

Jason Aaron’s genialer Punisher-Run endete mit Max 49. Jetzt gibt es in Max 50 wieder 4 kleinere Punisher-Geschichten, die von unterschiedlichen Autoren und Zeichnern stammen. Im vorneherein kann ich schon einmal sagen, dass diese nicht an Aaron’s genialen Run heranreichen, aber mitunter sehr… tja,… krank sind.

Krieg in der Wüste

Lücken vs. Optik. Zuerst einmal fallen hier die sehr genialen Zeichnungen von Shawn Martinbrough auf. Dieser teils detailarme Look mit starken Schatten erinnerte mich vereinzelt an Jock’s Arbeiten, die mir bereits bei „The Losers“ sehr zugesagt haben. Die Geschichte selbst ist cool, aber leider viel zu lückenhaft. Der Punisher trifft auf einen alten Kriegskameraden, dem er einen Gefallen tun soll. Und da im Krieg und in der Liebe bekanntlich alles erlaubt ist, folgt Frank seinem Buddy und beide bekommem prompt riesen Ärger in der Wüste. Da der Punisher aber nicht die Bohne Lust darauf hat, geht es im letzten Drittel richtig heiß her. Und mit heiß meine heiß im Sinne von brennenden Feldern und Molotowcocktails. Dumm nur, dass – nicht den zahlreichen Zeitsprüngen geschuldet – die Geschichte viel zu schnell vorbei ist und Frank zwar einen nach den anderen abmurkst, dies jedoch mit seltsamen Lücken macht. Kaum ist er hier, schon ist er da. Kaum passiert etwas auf dem Feld, schon ist er wo anders und tut dies,… es geht so weiter und weiter. Hier hätte ein angenehmerer Lesefluss sehr geholfen. So ist die Geschichte zwar nett und vor allem schön anzusehen, aber insgesamt leider nur Mittelmaß.

Kleine hässliche Welt

Die Story, dessen Titel das Cover ziert, ist gleichzeitig auch die verrückteste des ganzen Bandes. Sagte ich verrückt? Ich meinte natürlich krank! Frank bekommt es mit Verbrechern zu tun, das ist ja keine Seltenheit. Doch parallel dazu macht sich ein Verrückter, der seinen kleinen Freund in einem Einmachglas herum trägt daran, Leute auf bestialischte Art und Weise auseinanderzunehmen. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Als Hobby-Chirurg hat er keine besseren Einfälle als einfach mal ein Bein abzunehmen, ein Auge rauszuschneiden oder eine massakrierte junge Frau in der Badewanne zu vö… äh, ihr wisst schon. WTF?! Selten habe ich eine derart kranke Punisher-Geschichte gelesen und bin am rätseln, wie man auf so etwas kommt? Lieber Autor David Lapham, alles ok? 😉 Die Geschichte selbst konzentriert sich demnach mehr auf unsere penislosen Psycho, der gerne etwas mehr wie der Punisher wäre. Wie soll das funktionieren? Wo führt das hin? Ich bin verwirrt. WTF²!

Stille Nacht

Den Kranke-Zeichnungen-Award erhält ganz klar „Stille Nacht“. Andy Diggle ist Autor, das spürt man und liebt man schon auf den ersten Seiten. Doch Kyle Hotz‘ abgedrehte Zeichnungen mit den einprägsamen Atem-Wölkchen und stellenweise herausquellenden Augen ist beinahe so krank wie die Geschichte vorher. Das genialste an der Geschichte ist natürlich das Weihnachtssetting, in dem sich Frank auch selbst einmal das Weihnachtsmann-Kostüm überstreift und so die Kinder, sagen wir, irritiert. Es geht um einen Gangsterboss, der untergetaucht ist und einen anderen kleinen Schuft aus dem Zeugenschutzprogramm. Als beide wieder auf der Bildfläche erscheinen ist Frank hocherfreut und macht Jagd auf diese. Dabei macht er nicht halt vor brutalen Ex-Knackis und tödlichen Schneemännern. An Einfällen mangelt es der Story nicht! Und irgendwie hatte ich auch immer das Gefühl eine Art „A Christmas Carol“ von Charles Dickens zu lesen, auch wenn die Geschichte an sich rein gar nichts damit zu tun hat. Zusammengefasst: Stark!

Die Liste

Meine Lieblingsgeschichte aus dem Band. Sie ist kurz, unterhaltsam, brutal und sogar witzig, wenn auch schwarzhumorig. Na gut, so wie es sich für einen guten Punisher eben gehört, richtig? Der Punisher möchte zu Weihnachten zahlreiche Gangsterbosse beseitigen, hat allerdings keine Chance, da diese ihre Familie um sich versammeln. Und da gerade Weihnachten ist, hat Frank keine Lust auf zu viele Kollateralschäden, wie er es selbst so schön sagt. Deshalb macht er Jagd auf die kleinen Fische mit ein paar schönen Überraschungen. Und die Aussage, dass er Weihnachten hasst, fällt auch mehr als nur einmal. Herrlich, wenn Frank einen Namen nach dem anderen von seiner „Bad Guys“-Liste streicht oder auch mal einen zur „Good Guys“-Liste hinzufügt. Stuart Moore hatte sichtlich Spaß beim Schreiben und verleiht Frank spritzigen Sarkasmus, wie man es eher selten erlebt.

Fazit

Eigentlich fehlt nur noch die essentiellste aller Fragen: Gut für Punisher-Fans? Verdammt, ja!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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