Deadly Class – Tödliches Klassenzimmer: 1987 – Reagan-Jugend Comic Review

Filmherum:5/55 von 5 Sterne von Dominik
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Bekomme ich jetzt eigentlich Ärger wenn ich zugebe, dass mich kaum ein Comic in letzter Zeit wirklich vom Hocker zu reißen wusste? Klar, viele gefielen mir und ich vergab auch gerne mehrere Sterne dafür, aber etwas, das wirklich lange im Gedächtnis blieb, war schon lange nicht mehr dabei. Und auch mit „Deadly Class“ hatte ich irgendwie nicht mehr so recht die Hoffnung, bis ich den Band dann letztendlich doch noch angelesen hatte. Und da war es wieder, dieses Gefühl – es war es um mich geschehen, ich habe mich neu verliebt. Ich habe mich in Rick Remenders Kunst zu schreiben verliebt, sowie in Wes Craigs Kunst an sich, mit Zeichnungen fantastische Welten zum Leben zu erwecken.

Deadly Class erzählt die Geschichte von Marcus, einem Jungen, der sich alleine auf der Straße durchbeißen muss. Und genau das beschreibt Rick Remenders mit einer Hingabe, wie ich sie selten bei Comics erleben durfte. Marcus‘ Schicksal ist, obgleich nur auf wenigen Seiten dargestellt, so tiefgreifend wie ergreifend. Ich hatte Mitgefühl mit diesem Jungen, aber auch etwas Erfurcht vor ihm, denn es schien mehr in ihm zu stecken.

Machte „Spectre“ den Tag der Toten wirklich wieder salonfähig? In „Deadly Class“ dauert es nicht lange, bis Marcus in einer ähnlichen Szenerie wie im aktuellen Bond-Film umher läuft und binnen Sekunden von Cops gejagt wird. Marcus erhält allerdings von einigen Jugendlichen Hilfe, warum, das weiß er nicht – und ich als Leser ebenso wenig. Doch es dauert nicht lange, bis sich herausstellt, dass die Jugendlichen auf einer Schule studieren, die tödliche Killer ausbildet. Mein Interesse ist aufs neue geweckt!

Der Leiter der Schule sieht in Marcus eine besondere Person. Doch Marcus, der neue an der Schule, dem ein gewisser Ruf vorausgeht, wird erst einmal von allen Fronten misstrauisch betrachtet. Als Außenseiter sucht er sich weitere Außenseiter und gerät so in neue Konflikte. Marcus muss sich einleben, worauf er irgendwie keinen Bock hat. In die ethnischen Gruppierungen will er nicht so recht passen und genauso wenig in die Riege der Killer, bis sich herausstellt, dass er – obgleich kaum etwas gelernt – mehr auf dem Kasten hat, wie er und alle anderen erst denken.

„Deadly Class“ wird von Seite zu Seite interessanter. Rick Remenders verpasst den Hauptfiguren mit jedem Panel neue Facetten, lässt sie so geheimnisvoll wie stark und zerbrechlich wirken. Er spielt mit den Kindereien Jugendlicher, mit den Gepflogenheiten der 80s wie Drogenräuschen und Hippies, sowie weiteren Anspielungen auf eben jene Zeit. „Deadly Class“ erzählt damit eine wahrlich interessante Geschichte in einer interessanten Zeit. Die 80er passen perfekt zum Geschehen und der optischen Umsetzung. Ein Acid-Drogenrausch beispielsweise entartet in Farbspielereien und Bildverzerrungen wie man sie zuletzt in „Fear and Loathing in Las Vegas“ genießen durfte. Kurzum gefielt mir ALLES an diesem Comicband. Er erzählte eine tolle Geschichte, bietet sehr interessante Charaktere und weiß trotz fehlendem Cliffhanger auf den nächsten Band neugierig zu machen. So wünsche ich mir das!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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