John Carter – Zwischen zwei Welten (2012)

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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Wie war doch das Geschrei groß, als John Carter vor nicht allzu langer Zeit im Kino anlief. Von vielen gehasst, von den meisten aber geliebt. Der größte Fehler aber war, sich diesen Film nicht im Kino anzusehen. So ging er, warum auch immer, im Kino unter und konnte nicht die erwarteten Einspielergebnisse erbringen. Ab dem 19.07. gibt es den Film auf Blu-ray und DVD. Die Blu-ray und der Film sind heute im Test, da ich ihn – wie so viele – bisher nicht gesehen habe.

Filmkritik

„John Carter“ ist ursprünglich einem Roman entsprungen und trieb später in Comicheftchen sein marsianisches Unwesen. Heute ist er ein „normaler“ Goldsucher, der urplötzlich auf dem Mars landet, dort übermenschliche Kräfte hat und die Welt vor einer Art Halbgöttern schützt, da er eh gerade nichts besseres zu tun hat. Dabei gibt Taylor Kitsch als John Carter eine muskulöse und gelungene Figur ab, die allerdings etwas mehr Tiefe verdient hätte. Allgemein scheint es so, als wurde zu viel Wert auf den Mars, sowie die Effekte gelegt, als auf die Personen an sich. Somit erwartete mich ein optisch imposantes Effektfeuerwerk mit gelungener Story, die sehr an Star Wars erinnert, aber im Gegensatz zum Krieg der Sterne nicht mit seinen Charakteren trumpfen kann.

Ich kann es mir nicht erklären, warum ich mit dem Film nicht besonders warm wurde, bzw. warum er mir etwas zu kindlich naiv erschien. Die Entwicklung, die John Carter durchmacht scheint etwas überstürzt und unschlüssig. Am glaubwürdigsten war eigentlich die dort ansässige Rasse mit 4 Armen. Zwar erinnerten mich diese „Wilden“ wieder etwas an „Avatar„, aber das muss ja nichts schlechtes sein. Dumm nur, wenn man meinen könnte, dass „John Carter“ von allen möglichen Filmen und Vorlagen abgeschaut hat, auch wenn das Ursprungswerk um den oberkörperfreien Marshelden bereits 100 Jahre alt ist. Vieles wirkt zu vertraut, bzw. hat man in besserer Form schon einmal gesehen. Damit ist „John Carter“ lediglich ein weiterer Sci-Fi-Film, der zwar nicht schlecht ist, aber keinesfalls das Rad neu erfindet oder gar mit unglaublichen Innovationen punkten kann.

Bis auf wenige Ausnahmen haben mir die zahlreichen CGI-Tricks sehr gefallen. Lediglich zum Ende hin, wenn John Carter auf einem fliegenden Gefährt vor mehreren Verfolgern flieht, merkt man genau, dass hier der Greenscreen im Einsatz war. Das ist unglaublich schade, da bis dahin eigentlich alles gepasst hat und überzeugen konnte. Positiv anzumerken sind einige witzige Stellen im Film, die eigentlich immer funktionieren und im Gegensatz zum Rest des Films gar nicht kindisch wirken.

Kurz und schmerzlos: „John Carter“ ist ein sehenswerter Sci-Fi-Film für alle, die einfach nur glücklich sind, wenn jemand wie ein Gummibär wild und einfallslos auf der Marsoberfläche herumspringt.

Bild

Kommen wir zu den technischen Begebenheiten der Blu-ray. Ich muss es sagen: Wie von Disney gewohnt, erwartet den Bild-Fetischisten auch mit „John Carter“ eine herausragende Arbeit. Vor allem die knackige Schärfe und die teils knalligen Farben stechen ins Auge. Fehler gibt es keine.

Ton

Der deutsche DTS-HD 7.1-Sound hat ordentlich Bumms und überzeugt mit einem ordentlichen Surround-Einsatz. Allerdings hatte ich ständig das Gefühl, als wäre den Ton ein klein wenig frontlastig, was jetzt aber übertriebener klingt, als es ist. Auch der Score hätte etwas räumlicher eingesetzt werden können. Aber abgesehen davon gibt es einen äußerst klaren Klang, gute Verständlichkeit bei den Dialogen und treffend eingesetzte Surround-Effekte.

Extras

  • Von Edgar Rice Burroughs Büchern zum Film: Eine etwa 10-minütige Doku über den Schöpfer John Carters und die Entwicklung vom Roman über die Comics hin zum Film. Diese Doku hat mir sehr gut gefallen, da sie einen guten Einblick darüber gibt, dass der Film eigentlich schon viel früher hätte erscheinen sollen, man es aber partout nicht geschafft hat. Daraus ergibt sich allerdings auch eine Frage: Wäre der Film jetzt notwendig gewesen?
  • Zusätzliche Szenen: OK und unnötig – meines Erachtens nach. Selten wünscht man sich geschnittene Szenen im Film. Hier ist das nicht der Fall.
  • Making Of: Das wahre Making of zeigt einen langen Tag am Set, Einblicke in die Kulissen, die Regiearbeit, die Küche, die Kleidung, die Schauspieler und und und. Das ist nett, aber mit 34 Minuten ca. 24 Minuten zu lang. Hier hätte man gerne die Schere ansetzen dürfen, da man nach 10 Minuten eigentlich alles gesehen hat.
  • Pannen: Top, ansehen! Die Leute hatten Spaß beim Dreh.

Die Extras sind zusammenfassend sehenswert und vor allem komplett hochauflösend. Schade ist, dass man (mal wieder) kein Wendecover spendiert bekommt.

Fazit

„John Carter“ ist ein Film, den man gesehen haben kann. Die Blu-ray überzeugt mit einem tadellosen Bild, einem guten Ton und zahlreichen sehenswerten Extras. Auf der technischen Seite top, filmisch in Ordnung.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. Kim sagt:

    Guter Ausdruck. Gesehen haben kann, drückt es richtig aus.

  2. donpozuelo sagt:

    Ich fand den echt gut, auch wenn Disney den als Flop verzeichnet. Hätte da gerne mehr von gesehen, aber das wird ja jetzt wohl kaum der Fall sein.

  3. Grischag sagt:

    John Carter hat mir persönlich sehr Spaß gemacht zu schauen.
    Alleine wie er die Mars Welt entdeckt, ohne zu wissen wo er sich überhaupt befindet, hat man unterhaltsam dargestellt.
    ( “ Virginia! „) ^^

    An sich ist die Idee mal einen Indianer Jones abklatsch mit nem Sci-Fi Film zu verbinden eine tolle Idee, welche schon ein Grund sein sollte sich diesen auch anzuschauen .

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