Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade. (2012)

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Addison und seine Schwester Liza sind nach einem Casino-Überfall auf der Flucht im verschneiten Nirgendwo von Michigan. Nach einem Autounfall beschließen sie, sich zu trennen. Mitten in einem Blizzard wird Liza von Jay aufgelesen, der – gerade aus dem Gefängnis entlassen – zum Haus seiner Eltern Chet und June unterwegs ist. Zur gleichen Zeit schlägt sich Addison zu Fuß durch und hinterlässt eine blutige Spur, unberechenbar und gewaltbereit, eine Gefahr auch für Sheriff Becker und dessen Tochter und Deputy Sheriff Hanna. Auch Addison führt der Weg zum Haus von Chet und June, die sich nichtsahnend auf das Thanksgiving-Wochenende vorbereiten.

Filmkritik

Eric Bana, Olivia Wilde und Charlie Hunnam – 3 Namen, die man sich merken sollte, sofern sie nicht eh schon auf der Lieblings-Darsteller-Liste stehen. Eric Bana ist als völlig verrückter Räuber und skrupelloser Killer der Hingucker schlechthin, wenn man das so sagen darf. Schließlich zählt Olivia Wilde bei vielen bereits als optischer Hingucker, wenngleich man ihr ein gewisses Talent nicht abstreiten kann. Wenn ich mich allerdings festlegen müsste, so macht diesmal Charlie Hunnam als Ex-Knacki, Ex-Profiboxer und verschmähter Sohnemann die beste Figur. Es macht einfach Spaß ihm bei der Arbeit zuzusehen, da er ein äußerst sympathischer Kerl zu sein scheint und einen eben solchen spielt.

„Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade.“ hat mich damals schon zum Kinostart gereizt, nur leider kam ich nicht dazu ihn mir anzusehen. Dank Blu-ray sieht es nun anders aus. Den Film habe ich nun gesehen und er hat mir gefallen, auch wenn er stellenweise doch sehr konstruiert wirkt. Es fängt schon damit an, dass sich Verbrecher-Bruder und -Schwester trennen müssen um nicht aufzufallen. Ich frage mich nur, wo sie in dieser verschneiten Landschaft mitten im Nirgendwo auffallen sollten. Aber gut, das Drehbuch war hier wohl anderer Meinung. Und denkt man dann an den Schluss, wenn alle ganz zufälligerweise im selben Haus zum 08/15-Showdown aufeinander treffen,… ja, das Drehbuch – schon klar.

So negativ das jetzt auch klingen mag, der Film ist an und für sich grundsolide und macht Spaß, was wir den Darstellern zu verdanken haben, die so manch eine Drehbuch-Peinlichkeit gerne vergessen lassen oder diese zumindest etwas schönigen. Zudem erlebt man eine nette Verfolgungsjagd, mal nicht in Autos, sondern auf Schneemobilen mit blutigem Ausgang. Eric Bana darf allgemein alles an Wahn ausspielen, was er in seinem Kopf so findet. Beängstigend. Und so ist der Film zum Teil blutig und stellenweise spannend, zugleich aber auch eine kleine Romanze, die blitzschnell auf den Kopf gestellt wird.

Hervorheben muss man natürlich die eiskalten Landschaften mit all dem Schnee und Wind, die dafür sorgten, dass ich den Film nur in eine Decke eingekuschelt ansehen konnte. Ziel erreicht! Denn dieses Setting unterstreicht den kalten Grundtenor des Films und sorgt so mitsamt Eric Bana’s Leistung mehr als nur einmal für Gänsehaut.

Zusammenfassend sprechen wir hier von einem guten Thriller, dessen größte Schwäche das Drehbuch ist, während seine Darsteller viel, aber nicht genug wiedergutmachen.

Blu-ray

Bild

Das Bild bietet durchgängig sehr gute Schärfewerte. Nur selten fallen ein paar weniger scharfe Shots auf. Lediglich in einer Szene ist mir eine etwas unschöne Körnung aufgefallen, die allerdings weder besonders ausgeprägt war, noch störend wirkte. Das Setting selbst sorgt vor allem für viel Weiß und Schwarz, da sich entweder viel draußen im Schnee oder drinnen bei wenig Licht abspielt. Ein Problem stellt das allerdings nicht dar, da die Kontraste gut sind und die Farben bewusst nicht knallig. Hieraus ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Ton

Wind und Schnee sind überall. So auch im gesamten Wohnzimmer, sofern eine Surround-Anlage darin Verwendung findet. Dummerweise hätte man hier aber deutlich mehr rausholen können, da man den Luftzug zwar beinahe im Ohr spürt, aber eben nur beinahe. Vieles spielt sich vorwiegend im vorderen Bereich ab, mit Ausnahme der wenigen Actionszenen, sowie einigen netten Surround-Effekte, die selten, dafür aber präzise eingesetzt werden. So sorgt ein einzelnes Knacken im Wald für weitaus mehr Atmosphäre als Dauerbeschallung über sämtliche Boxen. Die Stimmen sind zu jeder Zeit gut verständlich, nur die Actionszenen scheinen etwas zu laut.

Extras

Es gibt ein paar kleinere Making-of-Featurettes, sowie einen netten Einblick in die Geschichte von Eric Bana höchstpersönlich. Diese Boni kann man sich ansehen, vor allem da man nach etwa 10 Minuten durch ist. Für Bonusmaterial-Fetischisten aufgrund der geringen Laufzeit allerdings mehr Qual als Fest, zumal der Inhalt nicht wirklich aussagekräftig oder gar interessant ist.

Fazit

„Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade.“ ist ein Film mit Potential. Schade, dass viel davon verschenkt wurde. Er ist vorhersehbar und hält die Spannung selten bis gar nicht aufrecht. Dennoch überzeugen die Darsteller, sowie die Qualität der Blu-ray, die lediglich durch das magere Bonusmaterial geschmälert wird.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

6 Responses

  1. Also der Film ist bei mir ja durchaus geringfügig besser weggekommen, aber grundsätzlich sind wir ja doch ähnlicher Meinung, nur dass für mich die Schauspieler noch ein wenig mehr haben retten können, was das zugegebenermaßen doch recht ordinäre Drehbuch hätte sonst verbocken können.

    • Ich hab gerade deine Kritik gelesen. Ich lese die immer grundsätzlich nicht, wenn von mir auch noch ein Review aussteht. 😉

      Toll geschrieben und ich verstehe deinen Standpunkt, aber wie hier schon zu lesen ist, über 3,5 komme ich einfach nicht raus. Ich meine, ganz so schlimm wie Mr. Stone im nächsten Kommentar sehe ich es nicht, aber eine 4/5, bzw. 8/10… nein. 😉

      Interessant finde ich deine Aussage mit „ordinärem Drehbuch“. Kannst du das noch erläutern?

    • Geht mir genauso, dass ich andere Reviews meide, wenn ich weiß, dass noch ein eigener Text aussteht 😉

      Was deinen Standpunkt angeht hast du dich ja auch bei mir noch einmal mitgeteilt und ich verstehe ihn gut, vermutlich hat der Film mich auch einfach auf einem guten Fuß erwischt, wohingegen bei mr. stone…

      Aber zu dem „ordinären Drehbuch“, da hab ich mich nicht so glücklich ausgedrückt, aber ich habe es gerade extra noch einmal nachgeschlagen: also ich meinte es im Sinne von „gewöhnlich, ganz alltäglich“, du dächtest vermutlich in Richtung „billig, unfein“. Da hab ich einfach zu unbedacht in die Tasten gehauen und mich eines Wortes bedient, dass man wohl viel eher in dem Kontext benutzt, den ich eben eigentlich nicht gemeint habe.

    • Erklärung akzeptiert. 🙂

  2. mr. stone sagt:

    furchtbar träger film. unsinnig, blöde und unlogisch, spannungsarm, auffallend konstruiert und völlig überflüssig. außer einem schönen setting hat der streifen nichts zu bieten.
    keinem der schauspieler konnte ich dessen rolle abnehmen – das kommt noch erschwerend hinzu.
    so unterhaltsam, wie das wartezimmer beim urologen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.