Black Panther (2018) Filmkritik

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4/54 von 5 Sterne von Dominik

„Black Panther“ war eigentlich nicht der Grund für meinen gestrigen Kinobesuch. Vielmehr wollte ich einfach einmal wieder ins Kino, dieses wunderbare riesen-Leinwand-und-hustende-essende-plappernde-Leute-Feeling in mich aufsaugen und natürlich – und das ist noch viel wichtiger – meine guten Freunde treffen. Für dieses Treffen haben wir uns also den „Black Panther“ – in einmal mehr sinnlosem 3D – rausgesucht, vermutlich auch in Ermangelung an ernst zu nehmenden Alternativen.

Und wisst ihr was? „Black Panther“ war eine sehr gute Entscheidung, die wir da getroffen haben. Der Film ist nicht einfach nur ein weiterer Superhelden-Abriss, zumindest nicht vollends, sondern eine äußerst unterhaltsame und wohl durchdachte Origin-Story für einen absolut nicht zu unterschätzenden Helden.

T’Challa, du schaffst es!

T’Challa alias Black Panther (Chadwick Boseman) durften Marvel-Fans bereits in „The First Avenger: Civil War“ erleben. In seinen wenigen Minuten Screentime präsentierte der – damals noch zukünftige – König von Wakanda sowohl seine Talente als auch seinen kugelfesten Vibranium-Anzug. In seinem eigenen Film darf T’Challa das natürlich auch, wenngleich die zumeist genialen Actionszenen nicht im Vordergrund stehen. „Black Panther“ behandelt den „Leidensweg“ T’Challa’s hin zu seiner Bestimmung, der König von Wakanda zu werden. Auf diesem Weg werden ihm immer wieder kleinere und natürlich auch größere Steine in den Weg gelegt. Der größte hierbei: Erik Killmonger (Michael B. Jordan) als ebenbürtiger und absolut interessanter Gegenspieler. Schlussendlich handelt es sich bei ihm um keine Supermacht aus den fernsten Sternensystemen, sondern um einen Menschen wie T’Challa, der seine ganz eigene Leidensreise begehen musste. Und wie das Schicksal nun mal so spielt, haben beide viel mehr miteinander zu tun, als sie erst dachten.

Vibranium

Das versteckte und hochtechnisierte Wakanda inmitten des Dritte-Welt-Landes Wakanda ist irgendwie schon erstaunlich. Durch den außerirdischen Chemiebaukasten Vibranium entwickelte sich eine hochentwickelte Gesellschaft, die durch nur einen Stoff schlichtweg alles hergestellt hat. Und mit alles meine ich auch alles: Von durchsichtigen Raumschiffen bis hin zum Toaster. Das mag nun aus der Luft (oder aus den Sternen?) gegriffen sein, doch es hat auch seinen Reiz. Dieser nämlich führt zu einer Prämisse, die den Film sowohl positiv als auch negativ auffallen lässt. Die Könige dieser Nation innerhalb einer Nation haben Zeit ihres Lebens damit verbracht, das afrikanische Eden vor aller Welt geheim zu halten. Und dies zu einem hohen Preis. Denn während den Techno-Wakandern ein Leben allererster Güte geschenkt wurde, hatte die Welt außerhalb des Schutzschildes dieselben Probleme wie eh und je: Hunger, Leid und Tod. „Black Panther“ übt damit scharfe Gesellschaftskritik aus. Das zwar nicht immer mit angebrachten Mitteln, doch der Kern der Sache wird unentwegt über die gesamte Laufzeit übermittelt.

Favorit

Es gibt Filme, die mag ich nicht, weil sie „perfekt“ sind oder höchste Wertungen einfahren, sondern weil sie unterhalten und besonders sind. So beispielsweise „TRON: Legacy„. „Black Panther“ möchte ich hiermit in genau diesen Topf werfen. Der Film hat mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten. Nie kam Langeweile auf und selbst in Hinsicht auf den anstehenden Avengers-Film und das Wissen, dass der Black Panther dort mit von der Partie sein wird, konnte der Spannungsbogen gut aufrecht erhalten werden. Dazu ein geradezu fantastischer Score von Ludwig Goransson, der die Töne Afrikas wunderbar mit den vertrauten Superhelden-Fanfaren in Einklang brachte. Meiner Meinung nach bietet „Black Panther“ nach den „Avengers“ wohl eines der besten, unvergesslichen Main Themes.

No more mutants! superheroes!

Ursprünglich hatte ich mit der Thematik „Superhelden“ weitestgehend abgeschlossen. Immer dasselbe: Schwache Gegner, selber Ablauf und immer größer, immer mehr. Hier hatte „Dragonball Z“ seither die Nase vorne. Doch irgendwie schaffen Marvel und DC es immer wieder, den geneigten Abneiger ins Kino zu lenken. Was mich nach diesem Film nun wirklich stört ist, dass ich binnen Minuten großer „Black Panther“ Fan wurde. Und so bleibt mir wohl auch nichts anderes übrig, als „Avengers: Infinity War“ zu sehen, der mit seinem (möglicherweise übertriebenem) Superheldenaufgebot entweder sämtliche Erwartungen übertrifft oder gnadenlos enttäuscht.

„Black Panther“ ist eine der wenigen empfehlenswerten Origin-Stories im Superhelden-Genre. Die Geschichte ist unterhaltsam und spannend zugleich, die Darsteller sind durch die Reihe weg gut bis großartig und die Action ist, abgesehen von der wackeligen Kameraführung, ein adrenalingeladener Augenschmaus. Der Film ist toll. Etwas entfernt von perfekt, aber toll, toll und nochmal toll und damit definitiv eine Empfehlung wert.

Plakat: © Marvel Studios 2018

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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