Zero Dark Thirty (2012) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Die Jagd auf Osama Bin Laden – funktioniert das als Film? Regisseurin Kathryn Bigelow bewies bereits mit „The Hurt Locker“, dass sie gut an vorderster Front in Sachen Kriegsfilme mitspielen kann. Doch entgegen ihrem actionreichen Erstling im feindlichen Territorium, hält sich „Zero Dark Thirty“ sehr zurück und setzt umso mehr auf beklemmende Atmosphäre durch den allgegenwärtigen Terrorismus.

Darum geht es

Die CIA-Agentin Maya ist ihr halbes Leben hinter Osama Bin Laden her. Direkt nach den Anschlägen vom 11. September begibt sie sich auf eine langjährige Suche nach dem Staatsfeind Nummer 1. Und ihre Hartnäckigkeit soll belohnt werden – doch zu welchem Preis?

Ein Meisterwerk?

Kathryn Bigelow schuf ein beklemmendes Meisterwerk, das atmosphärisch so genial wie fragwürdig ist. Dabei bleibt die Action bis zum Ende im Hintergrund, und selbst dann beschränkt sich diese auf schnelle Schusswechsel in einem Haus, die hauptsächlich von der Frage getragen werden, ob hinter der nächsten Ecke jemand steht oder nicht. Bereits von der ersten Minute an wird klar, dass kein 2. „The Hurt Locker“ im Abspielgerät liegt, sondern eine traurige Geschichte, möglichst nahe an der Realität.

Jessica Chastain als unnachgiebige CIA-Agentin hat mich vollends überzeugt. Sie trägt diesen Film und ist – anders als erwartet – ein richtiger Badass, dessen weicher Kern sehr lange unter Verschluss bleibt. Ihre Emotionen sind es, die die Absichten und Ziele der Agentin glaubwürdig erscheinen lassen und „Zero Dark Thirty“ über vergleichbare Kriegsdramen stellt. Dennoch darf man hier keine One-Woman-Show erwarten. Auch zahlreiche andere Charaktere tragen maßgeblich zum Ausgang der Geschichte bei und vermitteln ebenfalls ein hohes Maß an Menschlichkeit, das bei anderen Filmen des Genres oftmals einfach ausbleibt.

Warum die Frage, ob es sich um ein Meisterwerk handelt, nachdem ich sowohl die Atmosphäre, als auch die Darsteller lobte? Es ist die Geschichte an sich, die mir zu denken gibt. Wird Amerika als Erlöser dargestellt? Ist der Patriotismus wieder einmal allgegenwärtig? Es gibt zahlreiche Fragen, die eigentlich immer mit einem Kriegsfilm einhergehen, vor allem dann, wenn es um feigen Terrorismus geht. Kathryn Bigelow’s Film ist ohne Frage einer der beunruhigendsten, den ich je gesehen habe. Denn immer wenn man sich in Sicherheit wiegt, folgt der nächste Anschlag oder einfach nur ein besorgniserregender Blick, der entweder für Gleichgültigkeit oder Hinterhältigkeit steht.

Ja, Amerika ist der traurige Held dieser Geschichte. Viel darüber nachdenken sollte man allerdings nicht. Schließlich beruht dieser Film genauso wie viele andere Kriegsfilme, bzw. -dramen auf wahren Begebenheiten, bei denen es nun mal einen Sieger gab, wenn man ihn denn so nennen soll.

Fazit

Krieg und Action müssen nicht immer Hand in Hand gehen. Das beweist „Zero Dark Thirty“, der den wahren, psychischen Terror unbarmherzig auf den Zuschauer loslässt.

PS: Blu-ray und DVD gibt es ab dem 6. Juni. (Zuschlagen!)

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Mir war der Film eine Nummer zu sehr Dokumentation… ein Abspulen einer Chronologie, ohne das man sich jemals wirklich in die Personen hineinversetzen kann. Das fand ich schade… da war mir Bigelow ein wenig zu „abwesend“.

    Jessica Chastain war aber super und der Film an sich ist schon interessant zu sehen.

    • Schön langsam mache ich mir Sorgen mit unserer Übereinstimmungsquote. Aber ich bin froh, dass es dann doch noch 7 Punkte bei dir wurden.

      Mit dem „nicht hineinversetzen“ – das sah ich nun wirklich nicht so. Was hat dich da gebissen? 😉

  2. donpozuelo sagt:

    Schwer zu sagen, für mich war das Ganze für einen Film „zu objektiv“, zu sehr in dieser puren Beobachter-Rolle. Für eine Dokumentation finde ich das in Ordnung, für einen Film hat mir ein bisschen mehr die Nähe zu den einzelnen Figuren, insbesondere zu Maya, gefehlt.

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