World War Z (2013) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,25 von 5 Sterne (4 Bewertung(en))

Es interessiert mich nicht, dass es massig Nachdrehs oder generell Probleme beim Dreh von „World War Z“ gab, da im Endeffekt ein äußerst atmosphärischer und – zumindest stellenweise – eigenständiger Zombiefilm herauskam, der nicht nur Brad-Pitt-Fans zusagen dürfte.

Diverse Trailer und Filmausschnitte ließen es ja bereits erahnen: Wenn man sich „World War Z“ ansieht, bekommt man Familien- und Zombiefilm in einem. Und abseits der sich gegenseitig über den Haufen rennenden Zombies dürfen sich sowohl Männer, als auch Frauen, über Brad Pitt freuen, der trotz stärker ausgeprägten Tränensäck(ch)en immer noch einer von Hollywoods Schönsten und Talentiertesten ist. Und so schafft er es, einem eigentlich durchschnittlichen Drehbuch, dank seiner Präsenz, genügend Ausdruck zu verleihen. Aber beginnen wir da, wo es für einen Zombiefilm am sinnvollsten ist: Beim Auslöser, Entschuldigung – dem Anfang. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass der Film eine gute halbe Stunde damit verbringt, die scheinbar perfekten Familienverhältnisse auszuarbeiten, sodass für den eigentlichen Dreh- und Wendepunkt zu wenig Zeit bliebe. So sehr habe ich mich schon lange nicht mehr getäuscht. Es dauert nur wenige Minuten, bis wir uns ins Zombie-Getümmel stürzen, bzw. die Zombies sich auf die Menschheit. Regisseur Marc Forster vergeudet keine Zeit und setzt blitzschnell auf Zombie-Action, wobei man Action richtig groß schreiben darf. Denn die Besonderheit am Film sind ganz klar die rasend schnellen Zombies, die springen, klettern und sich mit vollstem Körpereinsatz überall dagegen werfen. Tja, langsam war gestern…

Während die Familie selbst etwas – aber nicht zu sehr – in den Hintergrund rückt, begibt sich Gerry Lane (Brad Pitt) auf die Suche nach dem Auslöser und einem Heilmittel. Denn um seine Familie zu beschützen, muss er seinen alten Job wieder annehmen, der scheinbar damals schon die Bezeichnung „Weltenretter“ trug. Ab hier verfolgen uns nicht nur unzählige, beunruhigende Schnaub- und Grunzlaute den Rest des Films, sondern auch mehrere konstruiert wirkende Szenen, die mal mehr, mal weniger stark stören. Aber abgesehen davon drückte mich der Film bis zum Ende regelrecht in den Kinosessel. Die beklemmende Atmosphäre entsteht allerdings nicht etwa aus dem Umstand, dass man mit Gerry Lane mitfiebert, sondern einfach nur aus der Ungewissheit, was hinter der nächsten Ecke lauern könnte. Brad Pitt feiert sich trotz diverser Verletzungen sozusagen selbst als unverwundbaren Helden, sodass der Ausgang der Geschichte beinahe schon vorhersehbar ist. Aber eben nur beinahe.

„World War Z“ kommt ohne Splatter, dafür aber mit ein paar geschickt eingesetzten Schockmomenten und Gags, vor allem aber tollen Bildern aus. So sehen die Zombiemasken klasse aus, wenngleich diese oftmals im Kameragewackel untergehen. Zahlreiche Actionszenen scheinen unter epileptischen Anfällen entstanden zu sein, die ähnlich unruhige Bewegungen der Untoten zu unterstützen scheinen. Das ist zum einen natürlich äußerst schade, zum anderen aber auch schon fast vertraut. Denn welcher Actionfilm bietet heutzutage noch eine ruhige Kameraführung? Ja, ihr habt „Actionfilm“, bzw. das Wort „Action“, mittlerweile schon öfter gelesen. Ein reinrassiger Horrorfilm ist „World War Z“ nicht, genauso wenig ein Drama, ein Thriller oder eine Komödie. Er ist ein kleiner, atmosphärischer Actioner, der wirklich viel Spaß macht, auch wenn viele Charaktere darin äußerst flach bleiben oder – wie auch Gerry Lane – einfach unzureichend ausgearbeitet sind.

Fazit

Eine großartige Optik, sprintende Zombies und ein gut aufgelegter Brad Pitt: Das sind die Zutaten für diesen Zombie-Actionfilm, dessen Intention es wohl war, Spaß zu machen. Und genau das macht er!

Side notes

Zu unwichtig für die Kritik, aber dennoch nicht zu vernachlässigen: Das Buch habe ich nicht gelesen, sodass sich die Kritik nur auf den Film bezieht, der übrigens nur geschnitten im Kino läuft. Eine längere Fassung (scheinbar mit mehr Blut) kommt dann auf DVD & Blu-ray. Zum Thema 3D: Die Plastizität war überzeugend und ein paar Effekte wussten wirklich zu begeistern. Und das Schlusswort: Einer der wenigen Filme, bei denen ich einen zweiten Teil kaum erwarten kann!

© 2013 Paramount Pictures

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Was den Vergleich Buch und Film angeht, das wird hier sehr deutlich dargestellt:
    http://theoatmeal.com/comics/wwz

    Ansonsten war ich nicht ganz so begeistert wie du, wie du ja schon weißt. Ich fand’s halt extrem schade, dass dieser Film so extrem auf PG-13 getrimmt war. Als wenn „World War Z“ jetzt der Sommerblockbuster für die ganze Familie wäre.

    Aber gut…

    • Der Vergleich ist ja mal mehr als genial. 😀

      Mit dem Blockbuster hast du wohl recht. Er wird es nie sein, auch wenn er sich die größte Mühe gibt. Das „Trimmen“ hat mich jetzt überhaupt nicht gestört. Ich fand es sogar äußerst erfrischend, mal einen Zombiefilm ohne herausfallende Gedärme zu sehen. So merkt man, dass dieses Genre auch ohne Ekelszenen ganz gut funktioniert.

      Waiting for WWZ2! 🙂

    • Sascha sagt:

      Der Vergleich ist überhaupt nicht genial. Relativ viel hat es noch in den Film geschafft. Es ist angedeutet, aber es ist nicht so, dass das nichts mit dem Buch zu tun hat.

    • Mit dem „genial“ meinte ich auch mehr die Einfachheit und die Aussage. Was dahinter steckt, kann ich aktuell noch nicht beurteilen, aber das Hörbuch läuft bereits durch. Revidieren werde ich die Aussage aber so und so nicht, da sie sich – wie gesagt – auf die Idee und Umsetzung bezog, weniger auf den Inhalt des Schaubildchens. 😉

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