Victoria Filmkritik

Filmherum:1.5/51.5 von 5 Sterne von Dominik
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3,67 von 5 Sterne (3 Bewertung(en))

„Victoria“ oder: Wie ich gegen den Strom schwamm.

„Victoria“ ist einer der Filme, die man entweder liebt… oder nicht. Ich mochte „Victoria“ nicht, wie man meiner Wertung entnehmen kann. Dies ist allerdings aufs äußerste subjektiv betrachtet, da der Film zahlreiche ungewöhnliche Ansätze bietet und durch seine Andersartigkeit aus der Menge herausragt – heutzutage eigentlich ein Grund für 6 von 5 Sterne.

Im Film geht es um die titelgebende junge Frau Victoria, die nur englisch spricht und aus Madrid stammt. Nach einer feierintensiven Nacht in einem Berliner Club gerät sie an vier Jungs, unter ihnen Sonne, in den sie sich schnell verliebt. Das geht auch ein paar Minuten gut, zumindest solange, bis sie urplötzlich bei einem Überfall Fluchtwagenfahrerin spielen darf. Die Situation eskaliert daraufhin schnell und extrem.

Halt drauf, HALT DRAUF!

Was man aus schlechten Sprüchen kennt, wird hier in die Tat umgesetzt. Regisseur Sebastian Schipper ließ draufhalten, ohne Schnitt, ohne Gnade. Das führte zu einem in Echtzeit ablaufenden Geschehen, das so real wie manchmal auch ermüdend wirkt. Denn ohne fehlenden Schnitt ergeben sich zwangsläufig auch (zu) lange Passagen, bzw. seltsame Wortgefechte mit den immer gleichen Fragen und Antworten. Die „ewige Kamera“ ist trotz einiger Mäkel gleichzeitig auch das Highlight des Films. Man fühlt sich direkt in die Person Victoria hineinversetzt und verspürt diese gewisse Art Lebensdurst, die sie versprüht. Ein herzliches Dankeschön hierbei an Laia Costa, die als Victoria gute Performance abgibt, genauso wie Frederick Lau aka Sonne und Franz Rogowski als Boxer.

Der Film beginnt mit einer nennenswerten Clubszene, hinterlegt mit DJ Kozes eindringlichen Soundtrack und Epilepsie-anregendem Stroboskop-Dauerfeuer. Kurz darauf trifft Victoria auf die 4 Jungs und zieht mit ihnen durch die Straßen. In diesen viel zu langen Minuten machten sich bei mir erste Ermüdungserscheinungen breit. Und genau das sollte sich auch mit dem späteren Story- und Stimmungswandel des Films nicht ändern. Denn von heiler Welt ist schon bald keine Spur mehr erkennbar – diese weicht der dunklen Seite der Macht nach und nach, zwar beklemmend mitreißend, aber immer noch elendig langgezogen.

Mal was anderes

„Victoria“ ist „mal was anderes“. Man muss sich sprichwörtlich durch den Film kämpfen. Ob man nun gegen Müdigkeit oder Gefühlschaos ankämpft, ganz egal, „Victoria“ ist besonders gut und schlecht zugleich. Ihr werdet den Film lieben, oder eben nicht. Von daher rate ich euch zu einem Versuch, denn so wie ich das sehe, gehöre ich zur Minderheit, die den Film nicht besonders mag. Also hört nicht zwangsweise auf mich, sagt aber im Nachhinein nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Würde ich mir den Film nochmal ansehen? Nein.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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1 Response

  1. 3. Dezember 2015

    […] Filmherum (1.5/5) […]

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