Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten (2017) Filmkritik

Filmherum:2/52 von 5 Sterne von Dominik
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Luc Besson war irgendwann einmal großartig. Damals, als er noch Filme wie „Leon – Der Profi“ oder „Das fünfte Element“ machte. Heute verkommt der Regisseur leider immer mehr zur Witzfigur. Er rangiert im Mittelfeld, versucht als Mitläufer Anschluss zu finden und versagt so leider in mehrerlei Hinsicht. Und obgleich ich genau das im Hinterkopf hatte, ließ ich mich dazu verleiten „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ anzusehen.

Der Film spielt in der Zukunft. So weit, so gut. Auch die Effekte und der Einfallsreichtum der Macher überzeugen auf vollster Linie, wäre da nur nicht die Story und eines der furchtbarsten Pärchen, das ich in letzter Zeit auf dem Fernseher erleben durfte. Valerian und Laureline, eigentlich Spezialagenten der Regierung, sind zwei Teenager auf der Suche nach dem tieferen Sinn. Schauspieler Dane DeHaan und Model Cara Delevingne kämpfen sich durch ein Drehbuch, dünn wie Zeitungspapier, löchrig wie Schweizer Käse. Bewusst habe ich auch die Berufsbezeichnungen erwähnt. So wird vielleicht im Vorfeld klar, dass ein eigentlich überzeugender Darsteller in Kombination mit einem Model ohne jedwede Mimik auch nichts mehr retten kann. Schlimmer noch: Es scheint sogar so, als hätte Luc Besson das selbst erkannt. Und so verpasst er dem eigentlichen Weltraumdrama eine erschreckend schmerzhafte Spritze aus Comedy und Action. Das Ergebnis: Der ursprünglich betitelte Frauenheld Valerian ist schlichtweg ein Kindskopf mit übelst eintrainierter Kampfchoreographie, während Laureline es perfekt beherrscht Pointen den Garaus zu machen.

Es ist ja nicht alles schlecht. Ich möchte noch einmal auf den Einfallsreichtum der Macher Bezug nehmen. Die unzähligen außerirdischen Rassen unterscheiden sich hervorragend und sind in der Regel sehr hübsch anzusehen. Fertig. Nein, noch nicht ganz: Die wichtigste Alienrasse ist dann doch irgendwie geklaut. Werft einfach ein paar Na’vi aus „Avatar“ mit Bleichmittel in die Waschmaschine und fertig sind die Pearls.

Ich muss zugeben, als ich von dem Film zum ersten Mal hörte, wurde ich neugierig. Schnell fand ich heraus, dass dieser auf einer alten Comicserie (Valerian & Veronique) basiert, von der ich mir den ersten Band sofort kaufte. Leider muss ich zudem zugeben, dass ich bisher nur hineinlesen konnte. Was ich da allerdings gesehen und gelesen habe, übertrumpft den Film um Lichtjahre.

Zusammenfassend haben wir hier erneut etwas, das sich weit unter dem bewegt, zu dem Luc Besson eigentlich imstande wäre. Ich hoffe, dass er irgendwann einmal wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet. „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“ ist löchriger Käse in Blisterfolie.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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1 Response

  1. donpozuelo sagt:

    Ich mochte den tatsächlich. Er war nicht perfekt, er kommt auch im Leben nicht an „Das fünfte Element“ ran, aber ich fand ihn unterhaltsam und optisch tatsächlich auch sehr ansprechend.

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