Total Recall (2012) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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(8 votes, average: 3,63 out of 5)

Der Frauenschwarm irischen Ursprungs, Colin Farrell, nimmt den Platz der steirischen Eiche, Arnold Schwarzeneggers, in der Neuverfilmung von „Total Recall“ ein. Ob das nun gut oder schlecht ist, liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Mein Auge sprach zu mir: Dominik, das gefällt dir! Also Daumen hoch und los geschrieben:

Die totale Neuerung

Obwohl Fabrikarbeiter Douglas Quaid (COLIN FARRELL) eine wunderschöne Frau (KATE BECKINSALE) hat, die er sehr liebt, klingt so ein Mind-Trip wie der perfekte Urlaub von seinem frustrierenden Alltag. Echte Erinnerungen aus dem Leben eines Superspions könnten genau das sein, was er braucht. Doch als die Programmierung schiefgeht, wird Quaid ein gejagter Mann. Von der Polizei verfolgt – die unter dem Kommando von Chancellor Cohaagen (BRYAN CRANSTON), dem Führer der freien Welt, steht – verbündet sich Quaid mit der Rebellin Melina (JESSICA BIEL), um den Chef der Untergrund-Widerstandskämpfer (BILL NIGHY) zu finden und Cohaagen zu stoppen. Der schmale Grat zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt immer mehr, und das Schicksal seiner Welt droht aus dem Gleichgewicht zu geraten, als Quaid entdeckt, wer er wirklich ist, wen er wirklich liebt und was seine wahre Bestimmung ist.

Ich sage es so wie es ist: „Total Recall“ hat mich begeistert. Der Film ist spannend, sehr gut gemacht, actionreich und hebt sich zudem geschickt vom Original ab. Colin Farrell ist im Gegensatz zum Muskelprotz der etwas geschmeidigere Held dieser Geschichte und hüpft dementsprechend sportlich durch das aufgefrischte Setting, welches durch die wunderbar belebten und teils an „Blade Runner“ erinnernden, Neon-beleuchteten Umgebungen zu gefallen weiß. Und wo wir schon beim Abgucken sind: Neu in „Total Recall“ ist der Einsatz von tödlichen Robotern, die zum Einen an „I, Robot“ erinnern, zum Anderen vom Design her an die Klonkrieger aus „Star Wars“. Dann nimmt man noch eine Prise Quadrat-Fahrstuhl-Action aus dem Film „Cube“ und fertig ist das Sci-Fi-Abenteuer. „Total Recall“ hat einfach überall ein wenig abgeschaut, was man als geübter Filmliebhaber natürlich sofort merkt. Stören tut das aber nicht, da sämtliche Elemente hervorragend harmonieren.

Was hat mir noch gefallen? Ohne mit der Wimper zu zucken, fällt mir da Kate Beckinsale ein, die die skrupellose Bösewichtin abgibt und damit sogar Sharon Stones Performance aus dem Original in den Schatten stellt. Aber auch sonst fand ich die Darsteller gut gewählt. Wie gesagt ist Colin Farrell ein wendiger Gummibär, dazu aber auch ein passender Mime für das, was er geben soll: Jemand ohne Ahnung. Sein gewohnt nichts aussagender Gesichtsausdruck ist daher perfekt für die Rolle geeignet. Hauptdarstellerin Nummer 3 im Bunde ist Jessica Biel, die sowas wie den unnötigen Sidekick abgibt, der dem Drehbuch nach aber dennoch notwendig ist. Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber ihre Performance/Rolle ist leider nur Mittelmaß.

Krach, Bumm, FSK12. Ja, im Film geht es zur Sache. Die Actionszenen sind gut von der Kamera eingefangen, von den Effekten her auf der Höhe der Zeit und damit absolut sehenswert. Nur hin und wieder ziehen sie sich etwas zu sehr in die Länge. Sowohl bei der Verfolgungsjagd, als auch bei der Fahrstuhl-Jagd fiel mir das negativ auf. So toll das alles auch aussehen mag, ein bisschen weniger des Guten hätte es auch getan, um das eigentlich hohe Tempo ohne Einbrüche aufrecht zu erhalten. Die FSK-Freigabe ist völlig in Ordnung und der erste Schock (das Original war ab 18) verflog bereits nach wenigen Minuten. Bei „Total Recall“ aus dem Jahr 2012 brauche ich kein Blut oder brutale Splattereffekte. Der Film funktioniert so wie er ist richtig gut!

Der totale Vergleich

Als eigenständiger Film ist „Total Recall“ einfach nur toll. Zwar schaut er hier und da etwas ab, ist nicht immer logisch und das Ende ist erzwungen episch und damit leicht lächerlich, aber Spaß hat man durchaus! Das Original mit Arnie ist anders. Es ist härter, bietet ein anderes Setting, hat mindestens genauso tolle Darsteller und ist – ich sage es wie es ist – definitiv Kult! Aber ist nun das Original oder das Remake besser? Ich weiß es nicht. Jeder Film ist auf seine Art und Weise richtig gut. Wenn nun aber jemand partout nicht nachgeben würde, läge das Original bei mir ganz knapp vorne. Dieses wusste mit der Frage am Schluss noch etwas mehr zu begeistern und bewies zudem mehr Eigenständigkeit. Außerdem bin ich ein großer Fan vom Arnie-Humor, der im Remake gänzlich fehlt.

Fazit

„Total Recall“ gönnt einem als bildgewaltiger Sci-Fi-Actioner mit Vorzeige-Story keinerlei Verschnaufpause.

© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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9 Responses

  1. Dominik Schuierer sagt:

    Ich habe auch nicht verstanden, warum der Film von vielen so zerrissen wird. Ich habe mich genauso köstlich unterhalten.
    Wenn auch die Physik – wie im „Original“ grausig ist („Der Fall“ – siehe mein eigenes Blog 😉 ), so ist die Action doch sehr gut gelungen….

  2. donpozuelo sagt:

    Yeah, endlich mal einer, der meine Begeisterung teilt!!! Ich fand den Film unerwartet auch richtig, richtig gut. Die Optik, die Action, die Kate… war alles wunderbar.

    Klar ist das Original auch sehr geil, weil einfach schön trashig, aber der hier braucht sich nicht zu verstecken.

  3. maloney sagt:

    Wow…da war jemand ja groszügig…maxcht micht trotzdem immer noch nicht an 😛

  4. Webmovieblog sagt:

    Riesen Enttäuschung! Selbst ein Colin Farrell, den ich als Schauspieler sehr schätze, konnte mich nicht überzeugen. Schade!

  5. Frank sagt:

    Ich fand den gut. Und mir hat auch die Jessica Biel in ihrer Rolle gefallen.

  1. 5. August 2017

    […] 5/10 Punkte Filmherum: 4/5 Sterne Medienjournal: 7/10 Punkte Myofb: 5/10 […]

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