The Prisoner (1990) Filmkritik

Filmherum:2.5/52.5 von 5 Sterne von Dominik
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Heute erschien der Film „The Prisoner“ neu auf Blu-ray. Dieses Ereignis lässt sich gleich in mehrerlei Hinsicht feiern:

  • Der Film ist uncut!
  • Es gibt viel Bonusmaterial
  • Die Bild- und Tonqualität (der Blu-ray) ist ok (nicht perfekt, aber ok)

Ich habe diesen Anlass dazu hergenommen, mir den Film endlich einmal von Anfang bis Ende anzusehen. Doch was heißt „endlich einmal“? Erst dachte ich, dass ich den Film gar nicht kennen würde. Doch beim Ansehen diverser Szenen wurde mir schnell klar, dass ich diesen Film vermutlich (vor Jahren) schon einmal – wenn auch bruchstückhaft – im TV gesehen haben muss. (Stichwort: Reistopf leer essen.)

Nun also habe ich das vollständige Werk gesehen, musste dabei soviel lachen wie staunen. Schließlich ist „The Prisoner“ im eigentlichen Sinne ein guter Knast-Film mit all den deprimierenden Korruptions- und Gewaltszenen, die man in einem Film dieser Art eben erwartet. ABER: „The Prisoner“ ist und bleibt auch ein asiatischer Film und damit (unfreiwillig) komisch. Zahlreiche amüsante Szenen lockern die im Grunde überzeugend-düstere Stimmung unnötig auf. Dadurch zerbricht dieser Film einerseits an der Komödien-Komponente, andererseits aber auch an seiner Sprunghaftigkeit. Viele Schnitte sind zu schnell und Szenen damit zu kurz. Daraus ergibt sich ein eher selten nachvollziehbares Ganzes.

„The Prisoner“ wird – schon dem Cover nach zu urteilen – als Jackie Chans großer Wurf betitelt. In Wahrheit aber spielt er im Film eine untergeordnete Rolle. Er ist einer von vielen und darf als Nebendarsteller zwar selten sein Kampfrepertoire präsentieren, dafür aber so atemberaubend wie eh und je.

Ich tue mich schwer diesen Film zu empfehlen. Fans der fernöstlichen Filmkunst können zwar gerne einen Blick riskieren, dürften sich allerdings an der ungesunden Mischung innerhalb der 2 Std. Laufzeit stören. Ich für meinen Teil kann den Film in keinem Genre unterbringen und bin vielleicht gerade deswegen so unzufrieden, ganz zu schweigen vom völlig deplatziertem Humor. Ein Beispiel hierfür? Einer der Insassen, gespielt vom immer gern gesehenen Sammo Kam-Bo Hung, schleimt sich wiederholt bei ein- und demselben Wärter ein, nur um kurz darauf zu flüchten (und wieder eingefangen zu werden). Wie er das schafft? Ganz einfach: Er steigt in das offene Polizeiauto ein, das nur wenige Meter von ihm entfernt ist, da ihn der Wärter darum geben hat, das Gewehr(!!) für ihn aus dem Auto zu holen. *argh*

Nun: Gute Knastfilme sehen anders aus. „The Prisoner“ kann man allerdings die gut choreographierten Kämpfe und ein paar interessante Charaktere zugute rechnen. Was bleibt, ist einer dieser unzähligen, durchaus zu vernachlässigenden, Asia Kino Ableger.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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