The Amazing Spider-Man (2012) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,12 von 5 Sterne (17 Bewertung(en))

Nur 10 Jahre ist es her, dass Tobey Maguire als (damals noch nicht amazing) Spider-Man für Recht und Ordnung sorgte. Natürlich kommt da schnell die Frage auf, ob ein Reboot für einen noch so jungen Film notwendig gewesen wäre. Gehen wir also ans Eingemachte!

Story

„The Amazing Spider-Man“ erzählt die Geschichte von Peter Parker (Andrew Garfield), einem High School Schüler und Außenseiter, der als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen worden ist und seitdem von seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field) aufgezogen wird. Wie die meisten Teenager, versucht Peter herauszufinden, wer er ist und wie er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Außerdem findet er seine erste High School Liebe, Gwen Stacy (Emma Stone). Gemeinsam kämpfen die beiden um Liebe, Hingabe und Geheimnisse. Als Peter einen mysteriösen Aktenkoffer entdeckt, der einst seinem Vater gehört hat, fängt er damit an, Nachforschungen anzustellen, weil er verstehen will, warum seine Eltern damals so plötzlich verschwunden sind. Seine Recherchen führen ihn direkt zu Oscorp und dem Labor von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), dem ehemaligen Partner seines Vaters. Nachdem Spider-Man sich auf einen Kollisionskurs mit Connors Alter Ego Die Echse begeben hat, muss Peter einige lebensverändernde Entscheidungen treffen, wie er seine Kräfte einsetzt. Und er formt sein Schicksal, ein Held zu sein.

„The Amazing Spider-Man“ als eigenständiger Film

Natürlich kommt der Film nicht um den Vergleich mit seinem Vorgänger herum. Dazu aber erst später mehr. Zuerst möchte ich auf „The Amazing Spider-Man“ eingehen, als hätte es vorher nie einen Spider-Man-Film gegeben. Schwierig, aber möglich!

„The Amazing Spider-Man“ orientiert sich stark an seiner Comic-Vorlage. Peter wird von einer genetisch veränderten Spinne gebissen und ist fortan ausgestattet mit schier unmenschlichen Kräften. Er kann an Wänden entlang krabbeln, ist bedeutend stärker und hat den sogenannten Spinnensinn, mit dem er nahende Gefahren frühzeitig spürt und ihnen damit aus dem Weg gehen kann. Über eine Eigenkonstruktion an seinen Handgelenken kann Spider-Man „Netze“ verschießen, mit denen er sich zum Beispiel durch Häuserschluchten schwingt.

Andrew Garfield gibt die „coole“ Peter-Version ab, die Skateboard fährt, trendige Hoodies trägt und sich nichts gefallen lässt. Genau das sollte der gewünschten, jungen Zielgruppe gefallen. Denn schließlich bekommt er im späteren Verlauf das begehrte Mädchen ab. Emma Stone spielt dieses zuckersüße Girlie, das sich Hals über Kopf in Peter verliebt und sogar seine 2. Identität kennen darf. Die beiden ergeben das perfekte Teenie-Pärchen, wie es sich wohl jeder Jugendliche erträumt. Bis es allerdings soweit ist, erwartet uns eine lange Einführungsphase aller Charaktere. Darunter natürlich Onkel Ben, Dr. Curt Connors oder Captain Stacy (Denis Leary), der ebenfalls eine große Rolle spielt. Wirkliche Ausfälle gibt es bei den Darstellern nicht, auch wenn mir persönlich Dr. Curt Connors, der als Gegner die zweitgrößte Rolle im Film einnehmen soll, etwas zu kurz kommt. Generell scheint es so, als ob Rhys Ifans nicht mehr Einsatz zeigen konnte oder durfte. Die wenigen Herzschmerz-Szenen hingegen sind gelungen und wissen zu fesseln.

Nach der zwar nicht langweiligen, aber immerhin ruhigen ersten Hälfte des Films, erleben wir in der zweiten Hälfte ausreichend Spidey-Action, die gut choreographiert und geschickt von der Kamera eingefangen wurde. Spidey schwingt sich beeindruckend und stellenweise aus der Egoperspektive durch die großen Häuserschluchten und zeigt dabei fließende Bewegungen, die das unverwechselbare Feeling der Comics wunderbar einfangen. Auf Wackelbilder hat man übrigens die ganze Zeit über so gut wie verzichtet, was ich dem Regisseur hoch anrechne.

Spider-Man darf gehörig einstecken und zeigt mit Schrammen und Blutergüssen, dass sich der Film ganz klar an Vorbildern wie „The Dark Knight“ orientiert. Lediglich einige Neon-Werbetafeln lenken von der düsteren Grundstimmung des Films ab, die allerdings nicht immer funktionieren will. Andrew Garfield ist zweifellos talentiert, verkauft sich hier aber manchmal unter Preis, indem er Schauspiel ohne Leidenschaft zeigt.

Insgesamt kann man sagen, dass „The Amazing Spider-Man“ ein wirklich gelungener Superhelden-Film ist, der vor allem Fans des Wandkrabblers größtenteils begeistern dürfte.

„The Amazing Spider-Man“ vs. „Spider-Man“

Die wichtigste aller Fragen zuerst: Hätte es das Reboot gebraucht? Nein. Nach der bekannten, aber abgewandelten, Einführungsphase läuft vor uns ein Spidey-Film ab, der sich gut in die alte Trilogie eingegliedert hätte. Andrew Garfield hätte genauso gut Tobey Maguire sein können und die Echse ist eigentlich nur ein weiterer Gegner. Die großen Unterschiede zwischen den Filmen sind im Endeffekt das andere Mädchen und der neue Hauptdarsteller.

Müsste ich jetzt entscheiden, welcher Film besser ist, könnte ich aktuell keine Antwort geben. Jeder Spider-Man ist auf seine Art und Weise gut. Ich mochte die Maguire-Filme, da er den für mich glaubwürdigeren Peter Parker verkörperte. Der neue Spidey-Film passt aber einfach besser in die heutige Zeit, auch wenn man vom Vorgänger noch nicht das Gegenteil behaupten könnte. „The Amazing Spider-Man“ ist ein klein wenig düsterer, bietet noch effektvollere Action und lockt natürlich mit 3D, das aber einmal mehr nicht wirklich überragend ist und zu selten eingesetzt wird.

Da „The Amazing Spider-Man“ weder schlechter, noch besser ist als sein Vorgänger, tendiere ich zu einem Unentschieden. Und da es zum Glück keinen alles entscheidenden Elfmeter gibt, sollte man als Spider-Man-Fan einfach beide (alle 4) Filme gesehen haben.

Fazit

„The Amazing Spider-Man“ ist ein, zum aktuellen Zeitpunkt, eher unnötiger Neustart der Serie, da er sich zu wenig von seinen Vorgängern unterscheidet. Dennoch möchte ich den durchaus gelungenen und unterhaltsamen Film jedem Comic- und Spidey-Fan ans Herz legen.

P. S. Die Deutsche Nationalmannschaft durfte sich am Dienstag, den 26.06. bereits „The Amazing Spider-Man“ in ihrem Hotel ansehen und war begeistert. Und noch etwas: Bitte sitzen bleiben während des Abspanns!

Plakat: © 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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9 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Unnötiger Neustart… wie wahr. Aber wie schon gesagt, ich hoffe, sie nehmen das als Grundlage um ein paar spannende neue Spidey-Abenteuer machen!

  2. donpozuelo sagt:

    Also ich sage mal jetzt ganz laut: SPOILER!!!

    Meine Vermutung ist ja, das war Osborne. Der wurde ja mehrmals im Film angesprochen, aber nie gesagt, weil er ja angeblich so schwer krank ist. Vielleicht soll uns das sagen, dass Green Goblin im nächsten Teil kommt. Andererseits waren Peter Parkers Eltern ja auch bei S.H.I.E.L.D. Nur nach Nick Fury sah der alte Mann ja auch nicht aus, also bleibe ich erst einmal bei Osborne.

  3. Owley sagt:

    „Bitte sitzenbleiben nach dem Abspann“? Echt. Ich fand das das unnötigste und bescheuertste Easter Egg. Und hier kurz SEHR SPOILERVOLL, warum.

    Sie hatten soooooviele Möglichkeiten. Das optimalste wäre gewesen, etwas mit The Avengers zu machen. Wäre zwar ein rechtliches Ding gewesen aber hätte die Fans zum Jubeln gebracht wie schon lange nichts mehr. Das wäre ein neuer Meilenstein im Comicfilmbusiness gewesen. Aber okay, es hätte ja nicht das sein müssen.

    Green Goblin also? Okay. Gut, aber dann hätte man den ziemlich deutlich und ziemlich cool einführen können. Und nicht so, dass ich im Anschluss mit den Kollegen noch diskutieren musste, wer der Typ da überhaupt war, ob Spideys Daddy, der Inder oder etwa Mysterio oder so. Das war mies.

    Oder man hätte ja was ganz anderes machen können. JJJ zum Beispiel. Es hätte ja kein Easter Egg im Bezug auf den Villain sein müssen. Man hätte ja einfach zeigen können, wie Spidey die geknipsten Fotos zur Redaktion des Daily Bugle bringt, und der Stuhl sich umdreht, und wir haben, ohalätz – JJJ. Am besten noch von JK Simmons verkörpert.

    Potential für ein gutes Finale war da. Aber sie habens versaut. Dabei habe ich mich bereits nach der ersten Erwähnung von Norman Osborn sooo auf das Easter Egg gefreut. Weil soviel cooles möglich gewesen wäre.

    • Also ich ärgere mich immer, wenn ich nicht sitzen bleibe, bzw. mich keiner darauf aufmerksam macht und dann noch etwas kommt. Und das kann dann auch extrem dämlich sein, Hauptsache ist, ich habe es gesehen.

      OK, diesmal war es extrem dämlich,… aber naja. Wie du selbst schon sagst, bietet genau dieser Abschluss genug Gesprächsstoff, was vermutlich auch so geplant war.

      Ich bin sehr gespannt, ob im 2. Film JJJ auftaucht. JK Simmons wäre natürlich großartig, das habe ich auch schon mit dem don besprochen.

      Sagen wir es einmal so: Die unendlich lange Entstehungsgeschichte hätten wir geschafft. Damit kann Teil 2 ja nur besser werden… oder nicht?

  4. Don James sagt:

    Man haette sich dieses REBOOT sparen und einfach die Geschichte fortfuehren sollen. Fuer Toby Maguire haette sich sicher ein Ersatz gefunden. Dieser Teenie Spiderman ist nicht wirjklich ueberzeugend und passt so gar nicht zu den anderen MARVEL Verfilmungen. Da war sogar DCs GREEN LANTERN Verfilmung um Klassen besser !

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