The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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4,50 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

In Comicheft „Amazing Fantasy Nr. 15“ aus dem Jahr 1962 hatte Spider-Man seinen allerersten Auftritt. Als Schöpfer gelten Stan Lee und Steve Ditko, von denen ersterer auch heute noch in so gut wie jedem Marvel-Film einen Cameo-Auftritt spendiert bekommt. Spideys aktueller Gegenspieler, genannt Electro, blitzte bereits im Jahr 1964 auf und sorgte in „The Amazing Spider-Man #9“ zum ersten Mal für Nervenkitzel. Auch er entstammt dem Ideenwerk des erfolgreichen Duos Stan Lee und Steve Ditko.

Als Regisseur Marc Webb vor nicht allzu geraumer Zeit ankündigte, dass Electro der große Gegenspieler sein würde, wurden die Stimmen laut. Und das, obwohl es sich bei Electro, der gerade einmal 2 Jahre nach Spider-Man das Licht der Comicwelt erblickte, um so etwas wie einen Erzfeind handelte. Marc Webb ließ sich davon allerdings nicht beirren und hielt an seiner Idee fest. Und nun ist es soweit. Jamie Foxx schlüpft in die Rolle des blau Erleuchteten und macht seine Sache unter Betonung unzähliger Klischees erwartet gut.

„The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ besinnt sich auf sämtliche Tugenden, die Spider-Man seither von all den anderen Superhelden abhebt. Schon alleine deshalb sollte man 5 Sterne einfach nur so rausballern. Doch den einen oder anderen Haken gab es für mich dann eben doch. Bevor wir allerdings dazu kommen, erzähle ich euch von meinem persönlichen Highlight aus dem Film. Ziemlich zu Beginn des Abenteuers sehen wir Spidey fallen. Sein Kostüm schlackert leicht im Wind und erinnert uns daran, dass es sich dabei um kein Zauberwerk handelt, sondern um ein von Menschenhand geschaffenes Werk, das nie makellos sein würde. Ein Spinnenfaden schießt quer durchs Kino und Spider-Man schwingt sich elegant durch die Häuserschluchten, vollführt wahnwitzige Sprünge und Figuren, und landet letztendlich mit einem coolen Spruch auf den Lippen bei seinem ersten Schurken auf dem Dach eines alles zerstörenden LKWs. Diese ersten Minuten Freiheit in New York sind es, die mich sofort in ihren Bann gezogen haben. Spidey schwingt, ich grinse. Die Aufnahmen sind zugleich atemberaubend und wunderschön.

Nach diesem Highlight konnte kommen was wolle, ich würde es lieben – so mein erster Gedankengang. Und in der Tat wusste mich „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ von Anfang bis Ende zu begeistern. Der Film stellt eine gute Symbiose aus Beziehungskiste, Drama und Action dar, ohne auf den Spidey-typischen Humor zu verzichten. So ist Andrew Garfield als hipper und auch gerne mal weinerlicher Peter Parker zwar immer noch leicht gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich doch die mittlerweile perfekte Besetzung der guten Spinne aus der Nachbarschaft. Peter liebt Gwen Stacy, darf aber nicht. Oder etwa doch? Und so erleben wir etwa 142 Minuten er liebt mich, er liebt mich nicht, das irgendwann sein erwartetes Ende findet.

Ich bin Electro!

Ich liebe es, wenn Superschurken sich selbst betiteln. Und dann auch noch auf eine derart intelligente Art und Weise. Gut, die Vergangenheit ließ es nicht anders zu, aber kennt man die Vorgeschichte mitsamt den Comics nicht, bleibt ein leiste gerufenes langweilig! nicht aus. Jamie Foxx ist Maxwell „Max“ Dillon, ein Niemand, der – wie sollte es anders sein – bei Oscorp arbeitet und nach einem Unfall zu Electro wird. Sobald er Electro ist, sorgt er unter Aufwendung großartigster Computereffekte dafür, New York in Schutt und Asche zu legen. Damit stellt er zwar einen beeindruckenden Gegenspieler für Spider-Man dar, bleibt im Endeffekt aber nur ein Typ mit Minderwertigkeitskomplex, der letztendlich Macht erlangt. Die Entstehungsgeschichte des blauen Mannes ist es, die mir seither Kopfzerbrechen beschert. Anfangs noch das ärmste Würmchen auf Erden und schon bald ein Gott. Hätte es noch mehr Klischee sein können? Nein, definitiv nicht. Hier MUSS man einfach im Hinterkopf behalten, dass es sich um eine Comicverfilmung handelt. Anders hält man es einfach nicht aus.

Nur um es kurz erwähnt zu haben, Electro ist ein billiger Abklatsch von Dr. Manhattan aus „Watchmen“. Was, wie? Wahre Comicfans wissen, dass es Electro schon viel früher gab. Doch wenn es nach dem Erscheinungsdatum des jeweiligen Filmes geht, muss ich genau darauf hinweisen. Electro kann fliegen? Dr. Manhattan auch. Er ist blau? Dr. Manhattan auch. Er kann sich auflösen und an anderer Stelle erscheinen? Dr. Manhattan,… na ja, ich könnte ewig so weitermachen, bis hin zur ähnlichen Entstehungsgeschichte. Lieber Marc Webb, so nett Electro auch sein mag, etwas weniger Abkupfern hätte definitiv nicht geschadet, wenngleich die meisten Spidey-Gucker „Watchmen“ nicht zwangsweise kennen müssen.

Ich bin verrückt!

Nein, nicht ich, sondern Harry Osborn, diesmal verkörpert vom jungen Ausnahmetalent Dane DeHaan, der den Wahnsinn dieses Charakters wunderbar zu vermitteln weiß. Andererseits – und hier muss ich einfach ehrlich sein – gefiel mir James Franco in der vorherigen Spider-Man-Trilogie in dieser Rolle bedeutend besser. Harry Osborn schlüpft natürlich auch in diesem Film in das Kostüm des Kobolds, allerdings nur so lange, um einen Schlüsselmoment in dieser Filmreihe auszulösen. Damit lässt er zwar ausreichend Platz für Electro, bleibt allerdings auch bedeutend hinter meinen Erwartungen zurück. Marc Webb hat das meiner Meinung nach ziemlich geschickt angestellt, wenngleich ich doch bereits in diesem Teil der Reihe gerne ein paar Minuten mehr Kobold-Action gesehen hätte.

Fazit

Aus Comicfan-Sicht ist „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ ein absolut gelungenes Werk, das hervorragend an den Vorgänger anknüpft und diesen schlussendlich auch zu übertrumpfen weiß. Es gibt hier und da ein paar offene Fragen und nicht alles ist perfekt, aber erinnert euch doch mal an das im Wind flatternde Kostüm. „Nobody is perfect!“ – und Marc Webb zeigt uns das erhobenen Hauptes.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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1 Response

  1. Ich fand den Film alles in Allem auch ziemlich gut. Ich fand vor allem die Zeitlupenaufnahmen herausragend gestaltet. Dies galt auch schon für Teil 1. Electro empfinde ich in seiner Persönlichkeitsentwicklung auch als sehr schlüssig. Empfehlen würde ich hier wirklich auch, den Soundtrack von Hans Zimmer einmal anzuhören. Gerade das Electro-Thema ist wirklich sehr innovativ.

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