Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) Filmkritik

Filmherum:3/53 von 5 Sterne von Dominik
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3,00 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Hey jetzt kommen die Hero Turtles, superstarke Hero Turtles,…

Nie ist Frank Zander da, wenn man ihn mal braucht.

Frank wer? Frank Zander meine Lieben. Der gute Mann sorgte für das wohl bekannteste aller Turtles-Themes, aber was erzähle ich, es geht hier schließlich um Michael Bays Actionfeuerwerk „Teenage Mutant Ninja Turtles“, das einem „Transformers“ in wahrlich nichts nachsteht. Und ich erwähne gerne Michael Bay, obgleich er hier „nur“ als Produzent fungierte. Schließlich ist seine Handschrift unverkennbar.

Alt gegen neu

Ich bin großer Fan der Ur-Turtles, sprich der alten Filme (Teil 1 und 2). Diese hatten irgendwie alles. Charakter, Spaß und Action gleichermaßen, natürlich alles im Stil der großartigen 80s. Auch heute noch sehe ich mir die alten Filme sehr gerne an, wenngleich sie doch allmählich in die Jahre kommen. Und so dürfte man als hipper Youngster der Neuzeit sowieso nur noch müde über das Puppenspiel lächeln. Ein Glück, dass Michael Bay und Jonathan Liebesman einen animierten Turtle-Actioner schufen, der optisch logischerweise einiges zu bieten hat. Doch darüber hinaus..?

Die Geschichte der Turtles ist schnell erzählt, zumindest für Turtles-Fans. Vier Schildkröten, sowie einer Ratte, wird ein Mittel verabreicht, das sie wachsen und sprechen lässt. Soweit, so ähnlich in all den Turtles-Verfilmungen und -Comics. Hier allerdings gibt es einige Besonderheiten, die ich so nicht weiter erläutern möchte. Jedenfalls gefiel mir der leicht differenzierte Weg, den die Turtles hier hin zu ihrer Entstehung gingen. (Im Vergleich zu den aktuellen Comics aus dem Hause Panini ist das allerdings gar nichts.)

Der Film hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern erzählt nach und nach in kleineren Rückblenden, wie es zu den gepanzerten Kämpfern kam. Schon bald sieht man einen ersten Turtle, woraufhin die anderen drei auch schon folgen. Doch irgendwie scheinen die Helden des Films eher selten im Mittelpunkt zu stehen. Vielmehr ist es April O’Neil, verkörpert von Michael Bays „Lieblingssexbombe“ Megan Fox. Und was soll man sagen? Sie ist nicht mit der original April O’Neil zu vergleichen, macht ihre Sache innerhalb ihrer Möglichkeiten und des hier Dargebotenen doch einigermaßen gut. Ich war zumindest zu Beginn des Films etwas enttäuscht, dass sie derart in den Mittelpunkt gerückt wurde. Glücklicherweise ändert sich das im Laufe des Films, bis den Turtles doch noch mehr und mehr Screentime zuteil wird.

Nicht vergleichen, mein Freund

Was man ganz bestimmt nicht mit diesem Film tun darf und soll: Ihn mit irgendeiner Art Turtles, die man bisher kannte, zu vergleichen. Dieser „Teenage Mutant Ninja Turtles“ differenziert sich stark von den Vorgängern, bleibt ihren Tugenden aber dennoch im Ansatz treu. So sind die Turtles nun einmal wie sie sind: Michelangelo ein Scherzkeks und Tunichtgut, Donatello der Wissenschaftler, Leonardo der strenge aber faire Anführer und Raphael der muskelbepackte Außenseiter. All ihre inneren Werte werden durch ihr digitales Aussehen noch einmal gestärkt. So trägt Donatello eine Apparatur am Rücken (die nie erklärt wird) und Michelangelo ist mit stylischen Ketten bepackt. Zwar muss man sich als alter Turtles-Fan erst einmal daran gewöhnen, aber sieht man den Film als eigenständiges Actionspektakel an, will das letztendlich auch gelingen. Einzig an Splinter konnte ich mich nicht gewöhnen. Diese Art Ratte sieht schlichtweg beschissen aus, wenngleich sie im Kampf – mitunter durch den Einsatz ihres Schwanzes – gehörig auf den Putz haut. Und dann wäre da noch Erzfeind Shredder, der ziemlich gelungen in die Neuzeit transferiert wurde, obgleich gerade er einmal wieder weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Kampf hier, Kampf da – die Kampfszenen wissen stets zu gefallen und fallen auch gerne mal etwas härter aus. Durch den allerdings etwas kindlichen Humor werden diese stets in ihrer Wirksamkeit geschwächt. Andererseits waren die Turtles ja schon immer relativ lustig. Man muss eben genau diese Art von Humor, der vielen bereits aus den „Transformers“-Filmen bekannt sein dürfte, mögen. Und wenn man genau diesen mag oder gar liebt, freut man sich über die völlig irrsinnige Actionszene, als die Turtles mitsamt einem Truck und mehreren Verfolgern eine gefühlt 200 km lange „Skipiste“ hinabsausen, Unrealismus inklusive.

Die 101 Minuten vergehen lustigerweise nicht wie im Flug. Zwischenzeitlich dachte ich, dass der Film bestimmt schon 2 Stunden laufe. Für mich hat sich das Geschehen demnach etwas zu sehr gezogen – wieso kann ich mir allerdings nicht erklären.

Die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ der Gegenwart sind auf die heutige Jugend zugeschnitzt, daran besteht kein Zweifel. Und genau deshalb werden sich vor allem Fans der Ur-Turtles sehr schwer mit diesem Werk tun. Hier zu unrealistisch, da ein wenig zu kindisch und allgemein viel zu oberflächlich – das sind die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ heute. Aber was soll’s, mit etwas gutem Willen bieten auch diese grünen Raufbolde gute Unterhaltung für Zwischendurch.

Würde ich mir den Film noch einmal ansehen? Vielleicht.

Der Film erscheint am 5. März 2015 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und in einer genialen Collector’s Edition mit Raphael-Statue!

PS: In Teil 2 möchte ich bitte meinen Liebling Casey Jones sehen.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Ich zähle mich, wie du, zu den Ur-Fans der alten Filme (und die Trickfilmserie war auch ziemlich cool). Eine meiner ersten Actionfiguren war Leonardo. Irgendwann hatte ich auch noch Shredder dazu 😀

    Der Film war jetzt echt so lala… ich hatte schlimmeres erwartet, weil ständig und überall der Name Michael Bay vorkam, der ja hier aber zum Glück nicht Regie geführt hat. Es hätte witziger sein können und weniger wie „The Amazing Spider-Man“ (da haben sie ja wirklich sehr unkreativ kopiert und geklaut). Will Arnett fand ich von allen noch am besten 😀

  2. Schönes Review. Zurücklehnen und die Action genießen ist hier das Motto. Der Humor ist mir allerdings auch negativ aufgefallen und hätte meiner Meinung nach deutlich besser auf die heutige Zeit übertragen werden können. Schauspielerisch leider auch etwas enttäuschend. Insgesamt deckt sich das sehr gut mit meiner Bewertung http://www.superheldenkino.de/filme/teenage-mutant-ninja-turtles-filmkritik/

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