Star Trek Into Darkness (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,42 von 5 Sterne (12 Bewertung(en))

Regisseur und Genie J.J. Abrams hauchte dem Mythos „Star Trek“ 2009 neues Leben ein. Kultfigur William Shatner wich einem draufgängerischen Chris Pine und Spitzohr Leonard Nimoy seinem optischen Ebenbild Zachary Quinto. Alles zurück auf Anfang lautete die Devise. Das gefiel dem einen besser, dem anderen weniger gut. Die Masse allerdings freundete sich schnell mit dem modernisierten Reboot an und dementsprechend fielen die Kritiken aus. Vier Jahre später läuft mit „Star Trek Into Darkness“ die Fortsetzung im Kino und übertrumpft seinen Vorgänger in allen Belangen. So etwas erlebt man nicht oft.

Story

Als Captain Kirk und die Besatzung der Enterprise auf die Erde zurückgerufen werden, finden sie ihre Heimat und die Sternenflotte in Trümmern wieder – zerstört von einer feindlichen Macht aus ihren eigenen Reihen. Für Kirk beginnt nicht nur die Jagd nach einem dunklen, verräterischen Gegenspieler, sondern auch ein persönlicher Rachefeldzug in einer Welt, die sich im Ausnahmezustand befindet. Dabei werden er und seine Mannschaft zu Schachfiguren in einem perfiden Spiel um Leben und Tod. Der Kampf gegen einen übermächtigen und brutalen Gegner wird über das Schicksal der ganzen Welt entscheiden. Liebe wird auf die Probe gestellt, Freundschaften werden auseinandergerissen und Opfer müssen erbracht werden für die einzige Familie, die Kirk noch bleibt: sein Team.

Filmkritik

Der Beginn des Films lässt sich eigentlich nur mit einem Wort beschreiben: Wow! Die Kamera schießt über einen blutroten Urwald und folgt daraufhin Kirk und Pille auf der Flucht vor Eingeborenen. Glaubt mir, so etwas habt ihr noch nicht gesehen! Und nach einem beherzten Sprung eine Klippe hinunter, tauchen beide zur, im tiefblauen Meer geparkten, Enterprise. Währenddessen scheint Spock in einem Vulkan dem Untergang geweiht und wird von glühend heißer Lava auf einem Gesteinsbrocken hin und her geschleudert, während – 3D sei dank – Feuerpartikel im ganzen Kino umherfliegen. Es folgt der Schriftzug „Star Trek Into Darkness“, wir erkunden neue Welten,…

Das war es dann wohl, so mein erster Gedanke. Alles an Pulver ist verschossen, wir können nach Hause gehen. Doch weit gefehlt, denn was in den nächsten 2 Stunden auf der Kinoleinwand geschieht, ist Augen-Ekstase in Reinform. Der Film ist ein optischer Leckerbissen von Anfang bis Ende. Ob es nun die imposanten Weltraumschlachten sind, die technisierte Erde der Zukunft oder das hochmoderne Raumschiff Enterprise, alles scheint einzigartig aber dennoch aus einem Guss. Und obwohl ich noch viel mehr darüber erzählen könnte, es selbst zu erleben, ist das Highlight und absolut notwendig.

„Star Trek Into Darkness“ ist allerdings nicht nur eine nahezu perfekte Effekthascherei, sondern vor allem auch eine Geschichte rund um das ungleiche Duo Kirk und Spock, die mit zahllosen, amüsanten Wortgefechten immer mehr zueinander finden. Dabei ist das Zusammenspiel zwischen Chris Pine und Zachary Quinto hervorragend und Sympathien auch außerhalb des Films sind deutlich spürbar. Doch was wäre das beste Duo ohne die dahinterstehende Crew, die zum einen natürlich aus den bereits bekannten Gesichtern besteht, zum anderen aber wieder einmal nicht besser harmonieren könnte. Das Casting hat demnach funktioniert, was sich auch mit Benedict Cumberbatch zeigt, der einen glaubhaften und scheinbar übermächtigen Schurken abgibt, der bis zuletzt nicht einschätzbar ist. Interessanterweise ist er entgegen meiner anfänglichen Vermutung nicht der Dreh- und Wendepunkt der Geschichte, soviel Mühe er sich auch gibt.

Damit hätten wir nun einen 2-stündigen Eyecatcher mit hochkarätiger Besetzung. Doch wie sieht es mit der Geschichte aus? Diese funktioniert und unterscheidet sich grundlegend von der des ersten Teils. Denn was als harmlose Erkundungstour beginnt, steigert sich zu einer waghalsigen Verfolgungsjagd und endet schließlich in einer Vendetta. Den Beisatz „Into Darkness“ hat sich „Star Trek“ zweifelsohne verdient. Doch genau daran kann man sich auch stoßen. Denn so allgegenwärtig und beliebt düstere Geschichten heute auch sein mögen, so ungewöhnlich erscheint diese im Kontrast zur piekfeinen USS Enterprise, auf der sich ein Hauptteil des Films abspielt. Ich muss zugeben, dass ich gerne mehr aufregende Welten zusammen mit dieser Crew entdeckt hätte, bin aber keinesfalls über den Verlauf dieser Geschichte enttäuscht. Schließlich steigern sich Dramatik und Spannung im Minutentakt, sodass man erst zum Ende des Films erschöpft aber glücklich im Kinosessel zusammensackt und gerne über die eine oder andere überdramatisierte Szene schmunzelt.

Schlusswort: Eine gepiercte Überraschung wurde eingeführt und viele offene Fragen nicht beantwortet – das riecht nach Fortsetzung, die besser mit Warp-Antrieb kommt!

Fazit

Der hochbegabte J.J. Abrams macht ja bekanntermaßen auch den sehnlichst erwarteten „Star Wars VII“. Aber mal ehrlich, wie soll er damit „Star Trek Into Darkness“ noch toppen?

© Paramount Pictures

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Sehr schön!!! Wir sind uns wieder einmal einig (auch wenn der endültige Beweis dafür erst ab morgen online ist 😉 ). Einziges Manko des Films: Abrams übertreibt es dieses Mal mit seinem Lense Flare extrem!!! Die arme Alice Eve hat in ihrer einzigen Szene, in der sie mal nicht in Unterwäsche da steht, ja wirklich nichts zu lachen… hinter dem dicken Flare!!! 😉

    Ansonsten bin ich voll und ganz deiner Meinung. Ein super-unterhaltsamer Film… zumindest für mich als „Nicht-Trekkie“. Keine Ahnung, wie Trekkies das beurteilen 😀

    • Geht mir doch auch so. Ebenso Nicht-Trekkie und deshalb begeistert. 🙂

      Das mit den Lense Flares fand ich nicht so schlimm, bzw. bin ich ja mittlerweile schon gewohnt, wenn irgendwo J.J. Abrams drauf steht. 😉

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