Spring Breakers (2012) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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(4 votes, average: 3,75 out of 5)

Mein erster und letzter Gedanke: What the drug?! „Spring Breakers“ ist ein total abgefahrener Film mit gelegentlichen Motoraussetzern. Oh, jetzt habe ich das Fazit vorweggenommen…

In „Spring Breakers“ wollen 4 Mädels zum Spring Break. Um dort hinzukommen fehlt ihnen noch ein klein wenig Kohle. Also, schnell noch einen Laden überfallen und ab geht’s. Es folgen knapp 20 Minuten Alkohol-, Drogen- und Farbrausch unterlegt mit fetziger Musik und allerhand Bikinis oder Mädels ohne Bikinis. Unsere Hauptdarstellerinnen haben allerdings Pech und werden aufgrund des Drogenkonsums festgenommen. Gangster-Rapper Alien kauft die Mädels frei und führt sie in eine abgrundtiefe Welt, voll mit Kriminalität, Sex und noch mehr Drogen…

Was in den Medien oft als sinnloser Softporno abgestempelt wird, ist in Wahrheit viel mehr als das, allerdings auch keine Überraschung mit Tiefenwirkung. Der Film setzt vorwiegend auf Style und beinhaltet durchaus eine Message, die allerdings etwas oberflächlich behandelt und vermittelt wird. Die Mädels sind durch die Reihe weg hervorragend ausgewählt und spielen überzeugend. Ganz ehrlich, härter/krasser kann der wirkliche Spring Break nicht sein. Und James Franco? Verdammt, er ist der wohl abgefahrenste Möchtegern-Kriminelle, den ich je erlebt habe. Wie kompensiert man einen Minderwertigkeitskomplex? James Franco macht es vor! Er allein rechtfertigt bereits das Ansehen des Films!

„Spring Breakers“ hat mir persönlich gut gefallen, wenngleich er hier und da – gewollt und vor allem Stilmittel-bedingt – etwas krankt. So behindern die beinahe schon undurchschaubaren Zeitsprünge etwas den Erzählfluss. Die schier unendlichen Wort- und Satzwiederholungen, die dem Drogenrausch und unterschiedlichen Darstellungsweisen geschuldet sein sollen, wurden meiner Meinung nach etwas zu sehr ausgereizt. Und last but not least hatte ich nicht selten ein klein wenig das Gefühl von style over substance. Sehr interessant und treffend hingegen empfand ich die Charakterentwicklungen, bzw. die (relativ kleinen) Einzelschicksale der Mädchen, sowie das von Alien.

Was bleibt ist ein stilsicherer Film, der sicher nicht jeden gefallen wird und muss. Fans des Außergewöhnlichen allerdings sollten ganz dringend einen Blick riskieren!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. Da gehen wir ja mal wieder erfreulich konform mit unserer Meinung. Es stimmt, die „Message“ kommt recht oberflächlich daher und der Film setzt mehr auf Optik und Style, aber ein sinnentleerter Softporno ist er durchaus nicht. Gerade die außergewöhnliche Art der Inszenierung ist es ja auch, die ihn so interessant macht.

    Die sich wiederholenden Monologe wirkten auf mich jetzt nicht so nervig, weil sie oft von unterschiedlichen Szenen begleitet wurden und damit das Gesagte in einen neuen Kontext gebettet haben, das fand ich eigentlich ganz clever dargestellt.

    • Dominik sagt:

      Das mit den Monologen mag unglücklich formuliert sein. Mir ist das mit den Bezügen und Szenen klar. Dennoch war es zumindest für mich ein wenig overload.

      Jetzt muss ich aber mal bei dir lesen. 🙂

  2. donpozuelo sagt:

    Beim ersten Mal Gucken fand ich den furchtbar, beim zweiten Mal großartig. Es ist echt ein Film, an dem man sich gewöhnen muss, auf den man wirklich gefasst sein muss… dann bekommt man aber echt einen ziemlich abgefahrenen Film 😉

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