Sie nannten ihn Jeeg Robot (2015) Filmkritik

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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Superheldenfilme gibt es wie Testosteron in der Muckibude. Doch während sich die Hochglanzkünstler aus den Häusern Marvel und DC jedes Jahr aufs neue um die Vorherrschaft streiten, schlängelt sich ein kleiner italienischer Film durch die Reihen und mitten ins Herz.

Auf diesen Film wurde ich vor etwa 2 Wochen aufmerksam gemacht. Daraufhin hatte ich mir den Trailer angesehen und mir vorgenommen die „Vollversion“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Gesagt, getan – wie man doch so schön sagt.

In diesem Film gibt es keine Stretch-Unterhosen, kein Cape, kein Laserblick und auch keine ermordeten Eltern, die als Auslöser gelten. Wobei, letzteres… Wie auch immer, in „Sie nannten ihn Jeeg Robot“ geht es um einen kleinen Dieb, der durch seine ungewollte Berührung mit Atommüll zum Superhelden avanciert. Seine schiere Kraft nutzt er erst einmal dazu, weiterhin an Geld zu kommen. So kommt er nicht etwa auf die Idee einen Geldautomaten aufzubrechen, sondern ihn einfach aus der Mauer zu reißen und mitzunehmen.

Auf der anderen Seite wäre da dann ein kleiner Mafiaboss, der etwas Stress mit der Konkurrenz hat. Er selbst allerdings ist so skrupellos wie durchgeknallt. Und dass genau dieser irgendwann auf unseren Helden Enzo trifft, das ist so vorhersehbar wie (beinahe) spektakulär.

Budget hin oder her, dem Film merkt man an, dass man hier und da etwas sparen musste. Und dennoch: Die Schauspieler machen ihre Sache richtig gut, die Optik ist allgemein schmutzig und dadurch überzeugend realistisch und selbst die Effekte können oftmals punkten. Ein kleines Problem gibt es allerdings: Der Film ist einerseits äußerst dramatisch und verflixt ernst. Andererseits ist so manch ein Charakter derart überdreht, dass man oft nicht weiß, ob man nun erschlagen-depressiv oder heiter-forschend an die Sache herangehen soll. Hier fehlte dem Regisseur wohl eine ganze Portion Erfahrung, was angesichts seiner hier vorliegenden, ersten vollwertigen Spielfilm-Erfahrung nur geringfügig überrascht.

Ich muss zugeben, dass ich den Film mochte. Zwar habe ich beinahe an allen Ecken und Kanten etwas auszusetzen, aber dennoch mag ich den Film. Der Mafiaboss beispielsweise wäre ein hervorragender Joker-Ersatz, während unser Held eine passabel-tragische Figur abgibt. Die ewigen Seitenhiebe auf die Pflicht eines Superhelden – gutes zu tun – könnten eigentlich nerven, ergeben im hier präsenten Kontext aber durchaus Sinn. Enzo kaufe ich gerne ab, dass er mit sich hadert. Und obgleich er nun ein superstarker Taschendieb oder übermächtiger Retter in der Not ist, ich mag ihn.

„Sie nannten ihn Jeeg Robot“ ist ein empfehlenswertes B-Movie, das sich spür-, seh- und hörbar bemüht, zur A-Riege zu gehören. Über eine Fortsetzung würde ich mich tatsächlich freuen. Schließlich sind vermeintlich reale Superhelden heutzutage Mangelware.

Werde ich mir den Film nochmal ansehen? Absolut!

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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