Savages (2012) Filmkritik

Filmherum:2/52 von 5 Sterne von Dominik
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(5 votes, average: 2,00 out of 5)

Es kommt nicht oft vor, aber hin und wieder fehlen mir die Worte nachdem ich mir einen Film angesehen habe. So zum Beispiel auch bei Oliver Stones „Savages“. Wobei, ein Wort ist mir zum Ende hin dann doch noch eingefallen: unnötig.

Style vs. Sinn

Herr Stone, was haben Sie sich nur dabei gedacht? Nach diesem ansprechenden Trailer erwartete ich eine Art „Army of Two“-Verfilmung (Videospiel) mit massig Blut, coolen Sprüchen und zwei unvergesslichen Hauptprotagonisten. Doch was habe ich bekommen? Einen grandiosen Benicio del Toro und ein kleines bisschen Blut, Ende. Mister Toro erlitt allerdings das selbe Schicksal wie auch die restlichen Darsteller: Er kämpft sich durch eine nicht vorhandene Story. „Savages“ handelt von 2 kiffenden Drogendealern, die aus dem Geschäft aussteigen wollen, letztendlich aber ihre geknidnappte, gemeinsame Beischlaffreundin aus den Fängen der bösen, bösen bösen Salma Hayek befreien wollen. Doch warum das Ganze? Wo ist der Sinn dahinter? Eine tiefere Botschaft? Nichts, gar nichts. Der Film ist nur dazu da, um da zu sein. Oliver Stone schien es nicht um eine schlüssige Handlung, überraschende Wendungen oder gar eingängige Oneliner zu gehen, sondern schlichtweg nur um ein stylisches Filmchen, das dann letztendlich absolut overstyled und zudem viel zu lang geraten ist. Denn wenn zum tausendsten Mal der psychedelische Soundtrack sein Quaken aus den Lautsprechern tönen lässt, liegen die Nerven auf Blankeis.

Aus diesem Dilemma retten einige nette Schusswechsel, sowie Benicio del Toro, der einen ziemlich einzigartigen Wahnsinnigen abgibt. Taylor Kitsch – von diesem Mann habe ich eh nichts erwartet – ist die Vietnam-Kampfmaschine ohne Hirn. Erinnert mich an zahlreiche andere seiner Rollen, beispielsweise die in „Battleship„. Aaron Johnson („Kick-Ass„) hat eine ziemlich schicke Frisur und ein nicht durchgängiges Lippenbärtchen. Dieser Bruch unterhalb seiner Nase zieht sich dummerweise auch durch sein gesamtes Acting. Mister Übercool, der erst Angst vor Waffen hat, letztendlich aber abdrückt, als gäbe es kein Morgen mehr. Oh man…

Ich brauche wohl nicht mehr zu erwähnen, dass „Savages“ eine DER Enttäuschung überhaupt für mich ist. Oliver Stone hat’s im Normalfall drauf, hier aber leider nicht. Positive Aspekte am Film musste ich mit der Lupe suchen, sodass letztendlich keine bessere Wertung drin war, die dennoch großzügig ausfiel. Und dabei bin ich noch nicht einmal auf das völlig absurde Ende eingegangen, das scheinbar überraschen sollte, letztendlich aber nur den krönende Abschluss einer Katastrophe darstellte.

Fazit

Das Beste am Film ist definitiv das Cover der Blu-ray und DVD. Es verspricht soviel, was der Film dann aber leider nicht im Ansatz hält. Zu sinnlos und zu lang, sprich einfach unnötig.

Ich habe mir „Savages“ auf DVD angesehen, die ab heute im Handel erhältlich ist. Der Ton ist klasse, auch wenn der Soundtrack nervt. Einziges Manko: Surround-Effekte sind selten. Das Bild ist gut, vor allem sehr farbintensiv.

Universal Pictures

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. m00shpit sagt:

    Eine „Army of Two“-Verfilmung. Das wäre was gewesen und ich hatte insgeheim auch drauf gehofft. Und am Ende bekommt man einen von Blake Lively moderierten Softporno.

  2. mali sagt:

    Das ist ja schade eigentlich. Wie hier schon erwähnt steht Oliver Stone ja eigentlich für Qualität. Ich werd mir den Film trotzdem anschauen. Irgendwann wenn er auf Sky mal kommt.

  3. Lui sagt:

    Wenn ich ganz ehrlich sagen muss, der Film ist absolut Hammer. Die 6 besten Schauspieler aller Zeiten. 🙂

    Schöne Grüße
    Lui

  4. Muss mich da (auch wenn die Diskussion lange her ist) Lui anschließen: Ich fand den Film ziemlich stark und wüsste kaum etwas daran auszusetzen. Sicherlich kein Meisterwerk, aber mich wusste er über die gesamte Länge hervorragend zu unterhalten, auch ohne tieferen Sinn.

    Und eingängige Dialoge und starke Szenen gab es doch zuhauf, neben einem überzeugenden Cast.

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