Premium Rush (2012) Filmkritik

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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3,75 von 5 Sterne (4 Bewertung(en))

Da wird der Drahtesel durch die Häuserschluchten gepeitscht. Meine Güte, „Premium Rush“ ist ein einziger, großer, langer – nein, überlanger Adrenalinstoß.

Als ich vor einiger Zeit den Trailer sah, dachte ich mir noch, dass ich den Film unbedingt sehen müsste. Allerdings scheint der Film etwas zu schnell durch mein Kino gerast zu sein. Und so war ich ganz froh, als ich gestern endlich die DVD einlegen konnte.

Bunt, rasant und sinnlos – das ist „Premium Rush“.

Obwohl der Film wirklich ausreichend Potential hat, legt er unverhältnismäßig viel Augenmerk auf Radrennen quer durch die Stadt, im Speziellen eines durch den Stadtpark. Klar, es geht um Fahrradkuriere und dementsprechend viel Zweiradakrobatik wird auch geboten. Nur zwischendrin dachte ich mir schon das eine oder andere Mal, dass man es auch übertreiben kann. Doch so schnell wie sich die Reifen drehen, so schnell gibt es ein paar nette Storyrückblicke. Dieses Stilmittel funktionierte schon bei anderen Filmen gut und passt sich hier nahtlos in das wilde Geschehen ein. So erfährt man erst nach und nach, wie es zu diversen Situationen kam. Den Höhepunkt dieser Rück-Blick-Winkel-Spielerei stellt dann logischerweise das Ende dar, wenn endlich alles einen Sinn ergibt. Doch so nachvollziehbar die Auflösung dann auch klingen mag, so belanglos ist sie letztendlich. Was bleibt, ist „lediglich“ ein quietschebuntes Fun-Movie, das Michael Bay nicht hätte farbenfroher machen können.

„Premium Rush“ machte mir sehr viel Spaß, auch wenn ich das ständige Gefühl nicht los wurde, als wäre da mehr, viel mehr drin gewesen. So hätte der Schurke gerne noch ein ganzes Stück böser und Joseph Gordon-Levitt ein klein bisschen weniger Superheld sein dürfen. Der Darstellerriege merkt man zu jeder Zeit an, dass Schauspielern auf Sparflamme für diesen Film gereicht hat. Aber gut, man kann sich ja bekanntlich über alles aufregen. Der Film wurde aus Unterhaltungszwecken gemacht und genau das ist auch gelungen. Thriller – pah!

Abseits Levitts verrückt-genialen Vorahnungs-Szenen und der beeindruckenden Aufnahmen, teils aus der First-Person-Perspektive, haben mir vor allem auch der treibende Soundtrack und die unzähligen Surround-Effekte gefallen, die die Stadt New York im heimischen Wohnzimmer zum Leben erweckten. Hätte man nun noch etwas mehr auf Realismus gesetzt, wäre aus „Premium Rush“ vielleicht der Film geworden, von den ich anfangs dachte, dass er es wäre.

Fazit

Schnell, spannend und unterhaltsam – das ist „Premium Rush“. Nicht mehr, manchmal noch ein bisschen weniger.

PS: DVD & Blu-ray erscheinen am 28. Februar 2013.

© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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4 Responses

  1. Mir hat „Premium Rush“ als das gefallen, was er sein will. Ziemlich rasante, stumpfe Action auf zwei Rädern. Da braucht man keine tollen Schauspieler und hat sie doch mit Levitt und Shannon bekommen – bei denen reicht ja auch Schauspielern „auf Sparflamme“, um den seichten Charakteren das nötige Etwas zu verleihen.
    Blöd fand ich nur, dass sich Koepp so viele Logiklöcher erlaubt, dabei hat er sich schon mehrfach als guter Drehbuchautor bewiesen.

    • Joa, wie gesagt – ich denke, dass es sehr davon abhängt, mit welchen Erwartungen man an den Film geht. Welche Logiklöcher meinst du?

    • Logiklöcher ist glaube ich doch das falsche Wort.
      Ich habe am Ende nicht wirklich kapiert, warum nun unbedingt die Kuriere gebraucht wurden. Als die wichtige Nachricht nämlich endlich überbracht wird, ist ja auch die Absenderin an Ort und Stelle – hätte man sich also alles sparen können, oder?

      Diese seltsame Situation hätte man leicht vermeiden können (die Absenderin einfach nicht auftauchen lassen z.B.) und schon wäre dieses bittere Gefühl, dass da irgendwas nicht zusammenpassen will, aus der Welt geräumt. Vielleicht krittel ich aber auch zu viel rum an dieser Stelle. Mich hat es jedenfalls gestört.

    • Nein, da hast du absolut Recht. Das war eigentlich ein ziemlicher Käse zum Ende hin. Das witzige daran: Erst jetzt, wo du es sagst, empfinde ich es als wirklich schlimm. Vorher habe ich es schön brav hingenommen. Wie konnte ich nur?

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