Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis (2014) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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If it bleads, it leads

Blut verkauft sich, so ein Spruch aus dem Film, der im Endeffekt so vieles über die Geschichte und Intention aussagt. Der Sensationsgeilheit der Menschen haben es Leute wie Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) zu verdanken, dass ihre mitunter zwielichtigen Tätigkeiten überhaupt erst benötigt werden. Aber hiermit greife ich ein wenig vor…

… denn zu Beginn ist Lou nichts weiter als ein kleiner Dieb, der sich mühsam, aber stets angetrieben von seinem Ehrgeiz – durch die Welt kämpft. Eines Nachts kommt er zu einem Unfall und beobachtet, wie ein kleines Kamerateam die Geschehnisse auf Band festhält, nur um dieses später an den bestbezahlenden Sender zu verkaufen. Eine Idee ist in Lou geboren. So besorgt er sich eine billige Kamera sowie ein Polizeifunkgerät und versucht so in die Szene zu kommen.

Aller Anfang ist schwer

Schnell lernt Lou, dass es schier unmöglich ist, wirklich sensationelles Material aufs Band zu bannen, ohne die richtigen Polizeicodes zu kennen oder wenn man zu spät an den Ort des Geschehens kommt. Doch immer schneller fügen sich Lou und sein neuer Partner dem Gefüge des „Nightcrawlings“ und machen alsbald richtig viel Geld damit. Doch zu welchem Preis?

Jake Gyllenhaal verkörpert einen schockierenden Menschen, der wahrlich alles dafür tut, um Geld, Ruhm und Ehre zu erlangen. Dabei kann er manchmal ziemlich nett sein, zumeist aber äußerst bestimmend und diabolisch. Denn dieser Lou geht über Leichen – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Und wenn diese Leiche für seine Videoaufnahmen nicht im richtigen Licht liegt, packt er sie schnell mal eben an den Beinen und schleift sie dort hin. Skrupellos.

„Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ ist ein erschreckender Blick in diese Szene, die ich mir selbst ohne den Film schon genau so vorstellte. Denn was lässt sich besser verkaufen als Blut? Die Menschen wollen das sehen, auch wenn sie bei allzu deftigen Aufnahmen schnell die Blicke davon abwenden. Aber Hauptsache man kann mitreden. Diese menschliche Eigen- und Unart machen sich diese Nightcrawler zunutze und die Nachrichtenagenturen dieser Welt sowieso.

Der Film bietet allerdings soviel mehr als „nur“ Gyllenhaals erstaunliche Performance. Er ist so dramatisch und furchteinflössend wie amüsant und spannend. Er bietet einen genialen Soundtrack gepaart mit verstörend-schönen Bildern. Dazu kommen mehrere Nebendarsteller, die das Geschehen rund um den Charakter Lou auf höchstes Niveau pushen.

Ich bin begeistert von „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ und möchte den Film, der ab heute auf Blu-ray, DVD und Digital erhältlich ist, schlicht und ergreifend jedem wahren Filmfan ans Herz legen, der bei dem Wort Mainstream schon Ausschlag bekommt.

Würde ich mir den Film noch einmal ansehen? Ja.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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3 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Ja, ein sehr erschreckender, aber auch einfach nur großartiger Film. Und das Schlimme daran: Jeder, der auch nur fünf Minuten irgendwo mal in einer Nachrichten-Redaktion verbracht hat, kann bestätigen, dass man irgendwann wirklich so ein Aasgeier wird. Gruselig realistisch… und einmal mehr der Beweis, was Jake Gyllenhaal alles drauf hat.

    • Dominik sagt:

      Ich bin ja auch sehr auf den Gyllenhaal-Film gespannt, in dem er sich die Muskelberge antrainiert hat. Jetzt fällt mir der Titel nicht ein… 🙁

      • donpozuelo sagt:

        Ja, oh ja… „Southpaw“, glaub ich. Der sieht echt ziemlich gut aus… bin ich auch schon sehr gespannt. Aber mittlerweile gehört der gute Jake für mich zu den Schauspielern, bei denen ich allein schon wegen seines Beiseins den Film sehen wollen würde.

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