Midnight in Paris (2011) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,50 von 5 Sterne (2 Bewertung(en))

Du musst mehr Woody Allen-Filme schauen, du musst mehr Woody Allen-Filme schauen, du musst mehr Woody Allen-Filme schauen,… Bei Woody Allen ging ich immer von folgendem Grundsatz aus: Hat man einen seiner Filme gesehen, hat man sie alle gesehen. Vermutlich stehe ich mit dieser Einstellung alleine da und muss diese hier und jetzt revidieren. Naja, zumindest zum Teil. Denn „Midnight in Paris“ ist irgendwie ein typischer Woody Allen-Film, irgendwie aber auch nicht.

Die Stadt der Liebe

Der Drehbuchautor Gil Pender (Owen Wilson) unternimmt mit seiner Verlobten eine Kreativität-fördernde Reise nach Paris. Als er eines Nachts alleine spazieren geht, nimmt ihn eine alte Limousine auf, die ihn in das Paris der 20er Jahre mitnimmt. Dort trifft er auf Größen wie Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Pablo Picasso oder Cole Porter.

Owen Wilson besticht bei seinem ersten Zeitreise-Ausflug mit seiner naiv-kindlichen Art, Sachen zu hinzunehmen wie sie sind, ohne sie aber tatsächlich zu glauben. Ich kenne ihn hauptsächlich aus Komödien und bin überrascht, dass er in diesem Film über Liebe mit einem Anflug von Humor dermaßen herausragt. Es ist fantastisch zu beobachten, wie er über sich selbst hinaus wächst, neue Kraft schöpft, Selbstvertrauen gewinnt und vielleicht sogar seine wahre Liebe findet. Dabei spielt der Umstand, dass er sich in einer anderen Zeit befindet nur eine nebensächliche Rolle, die schnell als selbstverständlich hingenommen wird. So umgeht Woody Allen sinnlose Fragespielchen, die bei Zeitreise-Filmen allzu schnell aufkommen. Und eigentlich ist es doch egal, wohin die Limousine fährt und was genau passiert, bis Gil Pender in den 20ern ankommt. Es war nicht Allen’s Ziel oder Pflicht uns darüber aufzuklären, sondern vielmehr einen Abschnitt des Lebens eines kreativen Menschen während seiner Tiefphase zu zeigen, die schneller als gedacht vorüber geht.

Das Paris der 20er ist hervorragend in Szene gesetzt und kommt lediglich mit ein paar Kostümen, viel herzerwärmender Musik und überzeugenden Kulissen aus. Um ehrlich zu sein war ich überrascht, wie schnell man sich in diese Zeit zurückversetzt fühlt, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Ebenso überrascht war ich über all die großen Namen und Persönlichkeiten, die einem im ersten Augenblick vielleicht gar nicht so bewusst sind, im späteren Verlauf aber schnell ans Herz wachsen. Woody Allen schuf in meinen Augen einen großartigen Film, dem lediglich sein abruptes Ende Schmerzen bereitet.

Ich möchte festhalten, dass man Woody Allen’s Art mögen muss, um auch den Film zu mögen. Zumal der Zeitwechsel nicht jedermanns Sache sein sollte, genauso wenig wie die vielen bekannten Unbekannten, die vielleicht nur Belesene oder Kunstliebhaber zu schätzen wissen. Oder ist es vielleicht sogar egal, wer diese Persönlichkeiten sind und man genießt einfach nur die Show? Ach Woody, gut gemacht! Du überlässt dem Zuschauer die Entscheidung. Vielen Dank dafür!

Fazit

Eine gewöhnliche Romanze im ungewöhnlichen und gleichzeitig besonderen Gewand.

PS: Zum Abschluss und ein kleiner, herrlicher Insider für alle die, die den Film schon kennen:

I see a rhinoceros.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. bullion sagt:

    Ich fand den auch sehr gelungen. Besonders die Atmosphäre des nächtlichen Paris war toll!

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