Man of Steel (2013) Filmkritik

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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3,44 von 5 Sterne (9 Bewertung(en))

Superman heißt jetzt „Man of Steel“. Und der Mann aus Stahl war er eigentlich schon immer, doch ist er auch heute noch der, den wir mit den Comics oder Christopher Reeve’s Interpretation kennen und lieben lernten? Oder besser: Muss er das überhaupt sein oder tut eine scheinbare Radikalkur diesem Super-Mann einfach nur gut?

„Man of Steel“ aus der Sicht eines…

… Comic-Fans

Ich mag Superman. Ich mochte ihn schon immer. Und obwohl ich beileibe nicht genug Comics mit und über ihn gelesen habe, kenne ich mich mit seiner Geschichte und den zahlreichen Schurken ziemlich gut aus. Nun ist Zack Snyder’s Superman eine Version, die ich so noch nicht kannte. Diese orientiert sich an mehreren Vorlagen, setzt aber zahlreiche eigene Akzente. Schade nur, dass so wenige davon zur Geltung kommen. Superman selbst rückt überraschenderweise deutlich in den Hintergrund. Krypton ist in diesem Film der Hauptdarsteller und genau das ist das Problem für mich als Superman-Fan. Zumeist sieht man ihn nur vorbeiflitzen oder in einer der zahlreichen, aberwitzigen Explosionen verschwinden. Ständig fliegen käferartige Raumschiffe herum oder man darf in ihnen mit Supermans Dad sprechen, der um keine Antwort verlegen ist. Zukunftsmusik wird hier groß geschrieben und erinnert allein deshalb schon an einen Comic in Spielfilmform. Denn wo sonst darf man sich als Mann mit Superkräften derart auslassen, wenn nicht in einem Comic? Richtig, in diesem Film!

Comic hin oder her, ich bevorzuge vor allem eine Art Superman: Nämlich die, die nicht ständig gegen Außerirdische kämpft. Genauso wenig mag ich General Zod, der mir im Film – und eigentlich schon immer – wie das notwendige Übel vorkam. Ich will Lex Luthor in Teil 2!

Ansehen oder nicht? Ja! Nur sämtliche Erwartungen werden irgendwie in Grund und Boden getreten…

… Christopher-Reeve-Fans

1978, was für ein Jahr. Der erste Superman-Film mit Christopher Reeve in der Rolle des Stählernen begeisterte Tausende. Und auch heute noch ist er der Inbegriff des wahren Mannes aus Stahl. Ich möchte sogar behaupten, dass sein Superman der beste dies- und jenseits des Films ist, was ich einer gewissen Sympathie ihm gegenüber aber nicht absprechen kann.

Christopher Reeve gab uns einen Clark Kent, mit dem man sich identifizieren konnte. Mit dem Superman jetzt kann ich es nicht. Er ist endgültig zum Übermann verkommen, der vielleicht ein charmantes Dauerlächeln besitzt, aber Menschlichkeit vermissen lässt, wie es nur ein Kryptonier könnte.

Wir erinnern uns alle, es war toll Superman mit Kryptonit um dem Hals zu sehen. Es war großartig, als er die Erde so drehte, dass die Zeit rückwärts lief. (Wie hat er das gemacht?) Und natürlich hatte es etwas, als er sich blitzschnell in einer Telefonzelle umzog. Heute verzichtet man auf diese Kleinigkeiten, was aber scheinbar nicht von Bedeutung ist. Die Telefonzelle (ja, es gibt zu wenige davon…) und das dazugehörige Dress unter dem Anzug, sowie das darauffolgende Aufreißen des Hemdes, fehlen komplett. Kein Wunder, da Superman, bzw. sein bürgerliches Alter Ego, irgendwo lebt. Keine Ahnung wo. Er fliegt halt vorbei wenn man ihn braucht oder taucht als Clark auf, wenn man ihn nicht braucht.

Ansehen oder nicht? Nope.

… Neueinsteigers

Ihr kennt die „Avengers“? Ihr mögt Spider-Man? Ihr erwartet einen ganz „normalen“ Superheldenfilm? Ihr werdet ihn nicht bekommen. Dafür aber einen bombastischen Sci-Fi-Film mit all dem, was ihr liebt: Technik der Zukunft, mögliches Unmögliches und fliegende Wesen von anderen Planeten. All das und noch vieles mehr inkl. einem Außerirdischen, der so tut als sei er ein Mensch. Nachdem dieser auf die Idee kommt, seine Kräfte fortan öffentlich für das Gute einzusetzen, zieht er sich ein rot-blaues Kostüm über, bekämpft die letzten Überlebenden seines Planeten und wird trotz völlig verwüstetem New York als Held gefeiert.

„Man of Steel“ ist anders. Vielleicht sogar so anders, dass ihr ihn nicht mögen werdet. Vielleicht könnt ihr mit diesem Super-Mann nichts anfangen, weil er völlig abgespaced erscheint. Ihr müsst euch im Klaren darüber sein, dass dieser Superman-Film eine etwa 2 1/2-stündige Einführung in den Charakter ist, der in „Man of Steel 2“ sein wahres Potential entfalten darf. Zumindest hoffe ich das.

Als Neueinsteiger habt ihr es nicht einfach. Zwar wird erklärt, woher der Überflieger kommt und was ihn motiviert, aber so richtig warm wird man nicht mit ihm. Dazu wirkt der Film trotz der Lauflänge etwas gehetzt. Die Charaktere bleiben allgemein ziemlich flach und zu jeder Zeit deutet alles darauf hin, dass man nicht alles an Pulver im ersten (von vielen) Filmen verschießen wollte. Seltsam, dass man dennoch auf einen mächtigen Gegner wie General Zod gesetzt hat…

Ansehen oder nicht? Vielleicht.

Details am Rande (des Universums)

Hans Zimmers Soundtrack zum Film ist fantastisch, und da lasse ich mir nichts anderes erzählen. Das Hauptthema geht sofort ins Ohr und bleibt dann auch im Kopf, ohne die beliebte Superman-Fanfare von John Williams vom Thron zu stoßen. Beide Themes haben ihre Daseinsberechtigung und passen hervorragend zum jeweiligen Film.

Die Effekte bewegen sich irgendwo zwischen fantastisch und 80s. Einmal hatte ich das Gefühl, als würde Henry Cavill an Seilen vor einem Blue-/Greenscreen hängen. Und um ehrlich zu sein, würde es mich nicht wundern, wenn es so gewesen wäre…

Jimmy ist jetzt Jenny.

Fazit

„Man of Steel“ ist nicht der Superman-Film, den ich erwartet habe, aber er ist zumindest ein sehenswerter Auftakt für eine Reihe, die mit etwas mehr Fingerspitzengefühl sehr gut werden könnte.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Coole Variante, sich diesem Film zu nähern. Liest sich toll. Aus Reeve-Sicht würde ich den Film wohl auch nicht sehen.

    Als Comic-Fan fand ich den aber schon ziemlich gut. Und ja, Lex Luthor im zweiten Teil wäre eine coole Angelegenheit.

  2. maloney sagt:

    Optisch gut aber es fehlt halt die nötige Tiefe….zudem funktioniert das ernste Konzept bei Superman natürlich nicht.

  3. Toll geschriebener Artikel! Ich war zwar noch nie ein richtiger Superman-Fan, aber das ganze Marketing im Vorfeld des Films bewegt mich dann doch mir den Film anzuschauen. Ich hoffe er geht nicht denselben düsteren Weg wie die „Dark Knight“-Trilogie, das wäre ermüdend.

  4. Xander81 sagt:

    Interessante Review-Variante, bei der der Film insgesamt gesehen wesentlich besser abschneidet als bei mir – aber was deine Gruppierungen angeht, stehe ich irgendwo dazwischen, kann auch daran liegen. Wenn ich mich schon irgendwo einordnen müsste, dann zu den Christopher Reeves-Fans – und dann passt dein Fazit ja wieder.

  5. Es freut mich, dass mein Review, bzw. die Idee dahinter, so gut ankommt. War ein Versuch zu später Stunde. Ich bin eh überrascht, dass da überhaupt ansatzweise etwas brauchbares raus kam. 😉

  6. ERGO sagt:

    Eine wirklich sehr gute Herangehensweise. Ich würde mich wohl am ehesten zu den Christopher-Reeve-Fans zählen. Hab den Film aber leider doch gesehen … und war sehr enttäuscht!
    Ich hoffe du hast Recht und die Reihe wird doch noch gut. Möglich ist alles! 🙂

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