Iron Man 3 (2013) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,38 von 5 Sterne (8 Bewertung(en))

Wie verfasst man eine auch nur im Ansatz glaubhafte Kritik zu einem Film, der einen selbst begeistert hat? Mit diesem Problem sehe ich mich jetzt gerade konfrontiert. Erschwerend kommt hinzu, dass ich ein großer Superhelden-Fan bin und bereits den ersten „Iron Man“ sehr zu schätzen wusste. Jetzt setzt Shane Black mit Teil 3 nach, baut geschickt Spannung auf, spielt mit Tony’s Charakter und lässt uns eintauchen in den meiner Meinung nach besten Teil der Reihe, der mit einer fantastischen und absolut unerwarteten Wendung vieles in den Schatten stellt.

Alles zurück auf Anfang

„Iron Man 3“ beginnt in den 90ern und erzählt eine uns bisher unbekannte Vorgeschichte, die für den weiteren Verlauf des Films notwendig ist, die Geschehnisse der vorhergehenden beiden Filme dabei aber nicht außer Acht lässt. Soviel darf verraten werden: Es handelt sich um die Anfänge von Extremis, einem Mittelchen, das ursprünglich für gute Zwecke eingesetzt werden sollte, indem es Krankheiten heilt und stärker macht. Dass aber alles anders als gedacht kommt, ist nur wenig verwunderlich. Zudem darf sich Tony mit dem Mandarin herumstreiten, den Comics nach einem seiner härtesten Gegner – nur einmal so angemerkt. Tony kämpft aber mit weiteren Problemen: Sein Haus wird in die Luft gesprengt, er muss Pepper beschützen und die Sache in New York (Anspielung auf „The Avengers“) macht ihn sehr zu schaffen. So liegt das Hauptaugenmerk des Films darauf, wie sich ein am Boden liegender Mann zurück nach oben kämpft. Tony Stark ist allerdings nicht einfach nur irgendein Mann, der scheinbar geschlagen wurde. Seine sarkastischen Sprüche, sowie sein markantes Auftreten vergisst er zu keiner Zeit. Und so macht es selbst dann Spaß Robert Downey Jr. bei der Arbeit zuzusehen, wenn er einen gebrochenen Mann spielt.

„Iron Man 3“ ist spürbar düsterer als seine Vorgänger, lässt die Tugenden dieser aber nicht außen vor. So ist der Film dramatisch, witzig und actionreich zugleich. Er nutzt sogar die selbe Farbgebung wie Teil 1 und 2, sodass man eigentlich nur vermuten kann, dass hier ein anderer Regisseur am Werk ist. Shane Black beweist ein Händchen für die Figur Tony Stark/Iron Man und baut den bisher vertrauten Charakter sinnvoll weiter aus.

Extremis

Gegner, die in Flammen aufgehen – was ist da los? Der Film bezieht sich auf eine Comicvorlage, und das nicht einfach nur halbherzig. So kommt auch eine von Tony’s früheren Geliebten, Maya Hansen, im Film vor und die Effekte des Stoffes Extremis sind die selben. Shane Black optimierte die eh schon gelungene Vorlage und ließ zu vernachlässigende Teile einfach weg. Heraus kam ein wesentlicher Bestandteil des Films, der u. a. dafür sorgt, dass wir den wohl stärksten Gegner erleben dürfen, den sich Iron Man je gegenüberstellen musste.

Extremis steht aber auch für etwas anderes: Grandiose Effekte. So sehen die „extremisierten“ Personen einfach grandios aus, wenn sie auf ihre Kräfte setzen. Doch nicht nur diese wurden von der Effektschmiede gut in Szene gesetzt, sondern wieder einmal der Iron Man selbst, bzw. viele Iron Men. Schließlich dürfen wir zum Ende hin einen großartigen Kampf verfolgen, in dem Tony all seine Mark-Varianten auf die Übermacht loslässt. Und dann wäre natürlich noch sein neuester Streich, der Mark 42, den er sich via Gedankenkontrolle stückchenweise an die unterschiedlichsten Körperteile „schießen“ lässt. Das sorgt zum einen für zahlreiche Aha-Effekte, zum anderen aber auch für den einen oder anderen gelungenen Lacher.

Pottpüree

„Iron Man 3“ ist alles und nichts, vor allem aber perfekte Superhelden-Unterhaltung, wie sie zuletzt „The Avengers“ zu bieten hatte. Der Film ist für mich ein grandios umgesetzter Comic in bewegten Bildern, was wir nicht zuletzt dem hervorragenden Cast zu verdanken haben. Meine Achtung dabei an Ben Kingsley, der hier – für mich – in seiner besten Rolle aller Zeiten glänzt. Neben ihm verdienen auch Guy Pearce, Gwyneth Paltrow und last but not least Tony Stark – Entschuldigung – Robert Downey Jr. meine Hochachtung.

Fazit

So müssen Superhelden-Filme aussehen!

Nice to know: Das 3D ist einmal mehr völlig für den Popo und nach dem Abspann sollte man – wie bei jedem Marvel-Film – sitzen bleiben, da noch ein kleiner Leckerbissen folgt.

PS: Iron Patriot klingt doof! 😉

© 2013 Concorde Filmverleih GmbH

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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6 Responses

  1. Xander sagt:

    Den Eindruck bzgl. des 3D hatte ich auch.
    Alles andere: Volle Punktzahl würde ich nicht vergeben, kenne aber auch die Vorlage (noch) nicht. Gefallen hat er mir aber trotzdem!

    • Mit der Punktzahl hast du recht, da hatte ich mich auch verklickt. (Peinlich…) Ist jetzt ausgebessert.

      Die Vorlage kann ich nach oder vor dem Film eigentlich nur empfehlen. Der Comic selbst war gut, entfaltet aber meiner Meinung nach erst in Zusammenhang mit dem Film seine volle Wirkung.

    • Xander sagt:

      Dann ist ja gut, dass er schon mit der Post unterwegs ist (bzw. sein sollte). Deine Besprechung des Comics klang ja auch sehr vielversprechend. Ich sollte sowieso mehr Comics lesen.
      Jeder sollte das.

    • Definitiv. Es gibt ja so viele Filme, die auf Comics basieren, viele wollten das einfach gar nicht wissen oder hören.

    • Was genau hat euch denn an dem 3D gestört? Also ich habs bei uns im IMAX gesehen mit dem 4k 3D Projektor und fand das 3D erste Sahne. Klar es sind jetzt nicht so extreme tiefen 3D Effekte mit drin. Aber ich hab ein ein etwas sachteres 3D eh lieber. Vorallem beim Showdown mit den Kränen fand ich das sehr gelungen.

  2. Was ich wirklich positiv fand an „Iron Man 3“, ist das man einen Schritt zurück gegangen ist, statt wie gedacht nach vorne ala „größer, stärker, bombastischer“. Die Parallelen zum 80er-Jahre Kino passen wunderbar in das Franchise mit rein und verleihen eine gewisse „frische“, obwohl die Elemente ja eigentlich veraltet sind.

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