I Am (2010) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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(4 votes, average: 2,25 out of 5)

In regelmäßigen Abständen erscheint ein Film, Video oder Beitrag einer gewissen Person über das Leben, bzw. den Sinn des Lebens. Darin geht es zumeist um die essentiellste aller Fragen: Warum sind wir hier? Die Erkenntnisse sind zumeist schlüssig und machen nachdenklich. Aber was dann? Im Endeffekt lebt man sein Leben weiter und wartet auf den nächsten Stoß zurück in die Realität.

Tom Shadyac, Regisseur von u. a. „Ace Ventura“ und „Bruce Allmächtig“ hatte einen Unfall. Nach langem Krankenhausaufenthalt und letztendlicher Genesung, machte er sich daran herauszufinden, was falsch, bzw. richtig mit dem Leben läuft. In seiner Dokumentation bereist er verschiedene Länder, spricht mit interessanten Persönlichkeiten und entdeckt Joghurt, der Gefühle verarbeitet. Das Interessante an der Geschichte ist, dass man Tom Shadyac selbst höchstens 1/6 der gesamten Doku sieht. Die restliche Zeit philosophieren Menschen oder flimmern überaus bekannte Youtube-Clips in teils bescheidener Qualität über den Bildschirm.

Die Dokumentation „I Am“ öffnet einem letztendlich – wieder einmal – die Augen. Würde man als Einzelner nur eine kleine, gute Tat vollbringen, wäre die Welt bereits besser. Dabei schämt sich Tom Shadyac nicht, große Namen wie Gandhi oder Martin Luther King zu erwähnen. Jedem sollte klar sein, dass solche Menschen Großes getan haben. Doch ist man selbst dazu in der Lage? Laut Tom Shadyac ja. Und es kommt dabei nicht einmal auf die Größe der Tat an, da alle Menschen, alle Organismen und Lebewesen auf diesem Planeten und darüber hinaus miteinander verbunden sind, sodass sich gute Taten und gute Gefühle ausbreiten wie ein Leuchtfeuer. Mir ist bewusst, dass er Recht hat und jeder Mensch Liebe im Herzen tragen sollte. Doch warum funktioniert es nicht? Warum gibt es Kriege? Da kommen wir zu einem weiteren, großen Punkt des Weltverbesserers Shadyac: Der Konsumwahn.

Man benötigt viel um glücklich zu sein und noch mehr um noch glücklicher zu sein. Tom Shadyac verkaufte eine seiner Villen und lebt jetzt in einer einfachen Wohngegend. Er fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit und fühlt sich so wohl wie nie zuvor. Kein Wunder, auf dem Bankkonto liegt ja auch die Altersabsicherung. Aber abseits meiner Feststellung muss ich zugeben, dass er natürlich wieder Recht hat. Man benötigt nicht viel um glücklich zu sein, die Werbung und die Masse suggerieren einem das nur. Doch wie soll man diesem Wahn entfliehen? Man stelle sich vor, es gäbe keine Reichen und keine Armen mehr. Man stelle sich, niemand würde mehr zuviel kaufen, sondern nur noch das, was wirklich nötig ist. Herzlich Willkommen zurück in der Steinzeit. Unsere Gesellschaft basiert auf diesem Konsumdenken, das sowohl Fluch als auch Segen ist. Und so schön Tom Shadyacs neuer Lebensinhalt „Liebe“ auch sein mag, knallhart durchgezogen führt diese wohl zu einer Katastrophe. Oder irre ich mich da? Und wer war eigentlich zuerst da? Die Henne oder der Fuchs?

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass „I Am“ eigentlich immer richtig liegt, ich mir aber nicht sicher bin, ob man jedem Ratschlag folgen sollte oder kann. Sicher, man denkt darüber nach und bemüht sich ein paar Tage ein besserer Mensch zu sein. Doch wie lange hält das an? Bis zur nächsten Dokumentation?

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    😀 Das mit dem Jogurt, der Gefühle verarbeitet, macht mich jetzt aber neugierig. Der Rest auch… ich schaue eindeutig zu wenig Dokumentationen!!!

    • Joghurt, ich hasse Joghurt! 😀 Äh, weggespaceballt. Sorry. In meinen Augen könnte es natürlich auch so gewesen sein, dass die Schallwellen der lauteren Aussprache unseres Dokumannes beim Gerät entsprechend ausgeschlagen haben könnten. Aber das ist natürlich reine Spekulation. 😉

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