Hereafter – Das Leben danach (2010) Filmkritik

Filmherum:2.5/52.5 von 5 Sterne von Dominik
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3,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Matt Damon als übersinnliches Medium, eine katastrophale CGI-Flutwelle (zweideutig) und zum Teil untertitelte, französische Sprachausgabe. Clint Eastwoods Hereafter – Das Leben danach behandelt ein äußerst interessantes Thema, verliert sich aber von Anfang bis Ende in Nebensächlichkeiten.

Nahtoderfahrungen – ihr habt bestimmt schon einmal davon gehört. Menschen sind gestorben, kamen aber zurück ins Leben. Berichte über das Erlebte nach dem Tod ähneln sich, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder Religion. Clint Eastwood hat sich dieser Thematik angenommen und nach großartigen Werken wie Gran Torino hatte ich auch bei Hereafter – Das Leben danach keinen Zweifel daran, dass mich Großes erwarten würde. Nun ja, dem war nicht so.

Zu Beginn eine typische Urlaubsszene, kurz darauf das Drama. Eine der wohl unrealistischsten Flutwellen rollt über einen Urlaubsort und nimmt eine der Hauptprotagonistinnen mit. Sie stirbt, kommt aber wieder zu sich. Im Jenseits erkennt sie Personen, befindet sich an einem dunklen, aber doch hellen Ort. Was ist das? Sie versucht es herauszufinden und wird dabei als verrückt abgestempelt. An einem anderen Ort wird der Zwillingsbruder eines kleinen Jungen bei einem Autounfall getötet. Der Junge versucht fortan mit seinem verstorbenen Bruder zu kommunizieren. Natürlich laufen beide Stränge mit dem von Matt Damon zusammen, der seinen Medium-Job eigentlich an den Nagel hängen wollte. Er sitzt in seiner Einmannbude, geht in einen Abendkochkurs und ist die wohl tragischste Person der Weltgeschichte. Aber trotz – oder gerade wegen – dieser Überzeichnung passt er hervorragend in das Geschehen. Denn allgemein will der Film depressiv und nachdenklich wirken, beschäftigt sich dafür aber nicht genug mit der eigentlichen Thematik. Stichpunkte wie das helle Licht oder die 360°-Sicht nach dem Tod, werden mit 2 Worten abgehandelt. Vielmehr geht es um das schicksalhafte Aufeinandertreffen der Hauptpersonen, sowie das darauffolgende Happy End, das meiner Meinung nach eher in eine Liebeskomödie gepasst hätte.

Mit Hereafter – Das Leben danach wurde ich nicht warm, obwohl ich es gerne geworden wäre. Die Thematik selbst interessiert mich seit Jahren. Und so habe ich bereits viel danach geforscht oder diverse Bücher gelesen. Und selbst wenn Clint Eastwood nachvollziehbare Punkte aufgreift, legt er zu kaum einer Zeit den Fokus darauf. So ist der Film weder mitreißendes Drama, noch Mystery. Kurz und knapp: Sehenswert, aber ohne jegliche Tiefenwirkung.

Fazit

Hereafter – Das Leben danach ist in mehrerlei Hinsicht tragisch. Tragisch deshalb, weil man soviel mehr daraus hätte machen können. Im aktuellen Stadium allerdings wirkt der Film vielmehr wie eine erzwungene Aneinanderreihung von Platzhaltern. Und so kämpft man sich durch schier endlose Gespräche ohne Mehrwert, nur um letztendlich mit einem völlig enttäuschendem Ende abgespeist zu werden.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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2 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Mmh… also kann ein Clint Eastwood auch mal daneben schießen 😉 Interessant…

  2. Willy sagt:

    Ha! Und ich weiß noch, wie ich anno 2011 verschmäht wurde, weil ich dem Film nur sehr, sehr wenig abgewinnen konnte. Auch ich bin damals mit der Erwartungshaltung ins Kino, einen interessanten Einblick in oder hinter „das Licht“ werfen zu dürfen, da geht es mir ähnlich wie Dir. Es ist schade, dass daraus so wenig gemacht wurde, und der Film eigentlich nur so vor sich „dahindümpelte“, ohne je berührende oder interessante Einblicke in „das Leben danach“ gewährt zu haben.
    Daher: Sehr schöne Kritik, die ich fast komplett so unterschreiben kann. Nur die Flutwelle fand ich eigentlich damals ganz imposant gemacht (und nicht unbedingt unrealistisch, wie du schreibst). Aber da können die Erinnerungen auch trügen. 😉

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