Her (2013) Filmkritik

Filmherum:1.5/51.5 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(1 votes, average: 4,00 out of 5)

Theodore (Joaquin Phoenix) lebt einsam-gemeinsam inmitten einer vernetzten Gesellschaft, die am Höhepunkt des Social-Lifes angekommen ist. Die Menschen unterhalten sich nur noch über Knöpfe in ihren Ohren und Bildschirmen vor ihren Augen. Reale Kontakte sind Glückssache. Und so ist es auch kein Wunder, das Theodore sich in ein Betriebssystem verliebt. Soviel zur Geschichte, die sich in den zukünftigen Seventies abspielt, womit wir beim Punkt Optik angekommen wären. Diese besticht durch ihre ausgewaschenen Farben und ein wundervolles Setting, vollkommen durch Schlaghosen, Koteletten und halbtransparente Plastikwände. Willkommen in der Vergangenheit will man uns sagen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Netzfaktor ins Spiel kommt. Kleine Bildschirme, Knöpfe in den Ohren und Hologramme gehören zur Tagesordnung. Der darin zu findende Stilbruch ist unerwartet schön. Doch damit genug der lobenden Worte.

Gesellschaftskritik ist angebracht. Ja, die Vernetzung nimmt zu und ein jeder wird in Zukunft – wie auch immer – noch mehr mit einem Gerät beschäftigt sein als mit dem realen Gegenüber. Da beißt die Maus kein Netzwerkkabel ab. Doch Her treibt das Spiel auf die Spitze. Zu beinahe jeder Sekunde rasen Seitenhiebe im Schneckentempo auf uns zu. Ständig ersichtlich, doch gäääähnend langsam. So laaaangsam, wie sich die Geschichte des Films dahinzieht. Joaquin Phoenix verkörpert unseren ach so sensiblen Theodore mit Hingabe, das erkennt sogar das ungeschulteste Auge. Doch damit war es das auch schon. Die Liebe mit der nicht existenten Person, sowie der vorhersehbare Ausgang wissen zu keiner Sekunde zu begeistern. Ich fand das Geschehen dermaßen ermüdend, dass ich gerne 10 von 10 ziehenden Kaugummis vergeben hätte.

Nun ja, für mich war Her rausgeworfenes Geld, wenngleich ich genau das anfangs nicht erwartet hätte. Doch die Entwicklung der Figuren, sowie der Ausgang der Geschichte erschienen mir zu generisch und vorherbestimmt. Und viel mehr außer Großaufnahmen des verunstalteten Joaquin Phoenix gibt es ohnehin nicht zu sehen.

Einen zusätzlichen Trostpunkt zur außergewöhnlich schönen Optik, sowie der im Ansatz überzeugenden Prämisse gibt es für das fluchende Computerspielmännchen, das in seinen 2 Minuten Anwesenheit herzlich zum Lachen animiert.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

4 Responses

  1. phyXius sagt:

    Das Design war schon großartig. Beim Rest kann ich nur bedingt zustimmen. Dass das Erzähltempo nicht das schnellste ist, stimmt. Und ich kam auch erst aus dem Kino und habe gedacht „ok, wat’n Murks“. Wenn man das Technikzeugs aber mal außen vor lässt und darin die einzige Möglichkeit sieht, wie man eine perfekte „Person“ darstellen kann und was das dann für eine Auswirkung auf eine Beziehung hat, dann ist das alles schon ziemlich toll gemacht. Mir hat sich das auch erst nach dem Drüberschlafen erschlossen.

    Das Männchen war aber wirklich klasse 😀

  2. Friendly sagt:

    Liebevoll – das ist das erste, was mir zu diesem Film einfällt. Wer immer diesen Film ausgestattet hat, er hat sich mal so richtig Mühe gegeben. So schöne Hosen, mit dem Bund eine deutliche Handspanne höher als alles, womit man sich heutzutage auf die Straße traut! Dreidimensionale Computerspiele, in den man Track-and-Field-like einen Sisyphus auf Schneegipfel hinauftreibt! Die ganze Kulisse von Shanghai im Hintergrund! Da stimmt einmal alles. Und es geht darum, dass am Ende alles menschliche Streben auf Zuneigung zielt.

    Mehr zum Film unter: http://friendly101.blogspot.de/2014/09/her.html

  1. 28. Juli 2016

    […] aus der Blogosphäre: Filmherum: 1,5/5 Punkte Schlombies Filmbesprechungen: Sehenswert Singende Lehrerin: 9/10 Punkte Tonight is […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.