Gravity (2013) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
4,10 von 5 Sterne (10 Bewertung(en))

Wenn „Gravity“ etwas nicht ist, dann ganz sicher kein Popcorn-Streifen. Bei keinem anderen Film habe ich es derart vermieden ein (knusperndes) Geräusch von mir zu geben. Stille ist ein wichtiges Element bei diesem Weltraumspaziergang, sodass ich überrascht war, als wirklich nichts im Kinosaal zu hören war. Wie gebannt starrte jeder Besucher auf die Leinwand und verzichtete scheinbar sogar darauf zu atmen – ein seltenes Erlebnis.

In „Gravity“ versuchen Ryan Stone (Sandra Bullock) und Matt Kowalski (George Clooney) einen Satelliten wieder in Schuss zu bringen. Doch was als routinemäßiger Einsatz beginnt, endet in einem 30.000 km/s schnellen Trümmerhaufen, der unsere Hauptdarsteller ohne Aussicht auf Rettung mitten ins schwarze Nichts befördert.

Binnen Minuten wechselt das Genre von atemberaubender Weltraum-Doku hin zum nervenzerreißenden Sci-Fi-Thriller, der es bis zum Ende auch bleiben soll. So reiht sich, im Wechselrhythmus zu andächtigen Passagen, eine Extremsituation an die nächste, die einen gebangt in den Kinosessel drückt, gleichzeitig aber auch zu denken gibt. Denn so sehr auch auf Realismus geachtet wurde, so unwahrscheinlich wirken die zahllosen, erzwungenen Zufälle. Dieser Umstand führt dazu, dass der Film einerseits sehr konstruiert wirkt, andererseits aber auch keine Möglichkeit zum Durchatmen lässt. Vor- und Nachteil in einem – das ist völlig angebrachtes Kritisieren auf hohem Niveau.

Selten hat mich ein Weltraum-Film derart in seinen Bann gezogen, was gleich mehrere Gründe hat: Fantastische Effekte und Bilder, eine beklemmende Atmosphäre und eine großartige Sandra Bullock. Als Unglücksrabe und minutenlanger Monolog in Person verkörpert sie eine Heldin in Spe und überzeugt so mit einer überwältigenden Performance abseits der geräuschlosen Action. Doch auch den guten George sollte man nicht außer Acht lassen. Als alternder Weltraum-Cowboy verkörpert er die Coolness in Person und damit genau das, was man von ihm erwartet.

Fazit

Wunderschön, realistisch und dennoch völlig überzogen – das ist „Gravity“. Ein sowohl optisches, als auch darstellerisches Meisterwerk, das trotz unendlichen Weiten keinen Raum zum Atmen lässt.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

8 Responses

  1. donpozuelo sagt:

    Im Nachhinein kann ich das mit dem „Durch-Konstruiert“ zwar nachvollziehen, aber im Kino selbst hat mich das überhaupt nicht gestört. Da war ich wirklich zu sehr von dem ganzen Film gefesselt.

    • Dominik sagt:

      Im Kino war ich mindestens genauso gefesselt. Mein Puls raste durchweg. Dennoch war ich nicht vollends begeistert. Selbst bei einer Katastrophe diesen Ausmaßes wirken derart viele Schicksalsschläge doch äußerst unglaubwürdig. Und das bei einem Film, der sein Augenmerk auf Realismus legt. Aber wie gesagt, würde es nicht so ablaufen, wäre der Film wohl eine riesengroße Niete. Demnach ein geschickter Schachzug, der für mich allerdings nicht zu 100% funktioniert hat.

  2. ERGO sagt:

    „Geschickter Schachzug“ trifft es schon ziemlich. Für mich persönlich hätten es auch ein paar Action-Szenen weniger sein können … Aber ich habe ihm trotzdem die volle Punktzahl gegeben, denn hätte sie nicht wo viel durchgemacht, hätte das Ende vielleicht nicht so eine starke Wirkung die es in diesem Fall hatte.

  3. Chris sagt:

    Hi Dominik,schöne Kritik, den Film möcht ich unbedingt auch noch im Kino sehen! Wie war das 3D? Bin da eigentlich gar kein Freund von! Viele Grüße Chris

  4. Chris sagt:

    Perfekt, jetzt freu ich mich noch mehr!!:-)

  5. Yvonne sagt:

    Fand den Film nicht ganz so toll, mir fehlte Hintergrundwissen zu den Figuren (mehr dazu hier: http://www.leselink.de/filme/drama-filme/gravity.html ). Die Bilder allerdings sind wirklich toll.

  6. Friendly sagt:

    Der Film ist von langen, meditativen Strecken geprägt, in denen einfach nur dahergeschwebt wird. Ich bin zwischenzeitlich eingeschlafen – was aber nicht heißen soll, dass ein wacherer Zuschauer diese Stellen nicht auch hätte genießen können.

    Überraschenderweise ist der Film sowohl für den geeignet, der bei Stanislaw Lems „Solaris“ erst so richtig aufblüht wie für den „Armageddon“-Seher, der bei einem Weltraumfilm eigentlich immer auf die Laserkanonen wartet (wie mir).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.