Ernest & Célestine (2012) Filmkritik

Filmherum:4/54 von 5 Sterne von Dominik
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„Ernest & Célestine“ ist Kandidat für die diesjährige Oscar-Verleihung. Ob es der französische Zeichentrick allerdings schaffen könnte, den begehrten Preis für den besten Animationsfilm abzuräumen, das erfahrt ihr nun bei mir.

Célestine ist eine kleine Maus. Und unter der Erde wird ihr, sowie ihren zahlreichen Nager-Freunden immer und immer wieder erzählt, dass der böse große Bär sehr böse ist. Célestine glaubt die Geschichten allerdings nicht. Immer wenn sie sich in die Oberwelt begibt, um eine Art Zahnfee zu spielen, hört sie den Bären gerne beim Sprechen zu, beobachtet sie und zeichnet sie auch. Eines Tages wird Célestine allerdings entdeckt und landet in einer Mülltonne, aus der sie der hungrige Bär Ernest befreit. Erst will er sie noch fressen, doch schon bald entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den beiden, die keiner zu trennen vermag.

Wenn man sich diese kleine Inhaltsangabe so durchliest, wird einem schnell bewusst, dass es sich um einen reinen Kinderfilm handelt. Die Geschichte ist zuckersüß und der Ausgang könnte nicht kindgerechter sein. Dennoch gibt es zwischendrin die eine oder andere gruselige Szene, die mich schon an der FSK6-Freigabe zweifeln ließ. Aber sei’s drum, denn abseits davon habe selbst ich mich mit meinen 30 Jährchen köstlich amüsiert, vor allem über Ernest, der den großen Trottel mit noch größeren Herz gibt. Célestine hingegen ist einem naiven Kind nachempfunden und schafft es mit viel Mut, Glück und etwas Unwissenheit, den angeblich bösen Ernest als Freund zu gewinnen. Und was lernen wir daraus? Gegensätze ziehen sich an und Vorurteilen sollte man zumeist keinerlei Beachtung schenken.

Überraschungen sind Mangelware, dafür überzeugt aber die eine oder andere lustige Einlage, die ohne die grandiosen Zeichnungen allerdings nicht annähernd so unterhaltsam wäre. Und damit wären wir beim Kern des Films: Die (Aquarell-)Optik. Auslaufende Farben und Linien zum Bildschirmrand lassen den Blick auf die zentralen Geschehnisse fallen. Darin begeistern wundervoll gestaltete Figuren mit überzeugenden Mimiken und flüssigen Bewegungen. „Ernest & Célestine“ ist in der Tat ein optischer Leckerbissen, wird es bei der harten Konkurrenz bei den Oscars allerdings nicht einfach haben. Dennoch lege ich den Film allen ans Herz, die sich abseits der mittlerweile eingebürgerten Computeranimation gerne einmal wieder von detailverliebter Handarbeit verzaubern lassen möchten.

Fazit

„Ernest & Célestine“ ist wundervoll gezeichnet, herzallerliebst und witzig. Für kleine Mäuschen also genau das richtige. Papa-Bär hingegen freut sich über Ernests Tollpatschigkeit.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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