Dunkirk (2017) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
Besucher:1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(1 votes, average: 5,00 out of 5)

Ein intensives Erlebnis. So könnte man den an Spracharmut leidenden „Dunkirk“ nonchalant untertiteln.

„Dunkirk“ ist, wie erwartet, ein ganz spezielles Nolan-Erlebnis, und das nicht nur aufgrund der 3 Zeitlinien, die geschickt ineinander überlaufen. Der Regisseur hat ein Händchen für das Außergewöhnliche. Und so schuf er einen Kriegsfilm, der auch ohne Blut zu fesseln, schockieren und vielleicht sogar traumatisieren weiß. Es ist der stete Zeitdruck, diese Ungewissheit unter den Soldaten, die sich immer einmal wieder in Sicherheit wiegen, nur um Sekunden später dem nächsten Albtraum gegenüber zu stehen. „Dunkirk“ schönt nichts: Krieg ist die Hölle, aus der es kein Entrinnen gibt. „Dunkirk“ zeigt aber auch, dass Menschen, so sehr sie auch unter Druck stehen, niemals aufgeben – die meisten zumindest.

Im Hintergrund tickt behände Nolans Taschenuhr, perfekt in den düsteren Soundtrack des Altmeisters Hans Zimmer eingearbeitet. Der Film ist ein einziger Adrenalinrausch. Christopher Nolan lässt den Zuschauer während der gerade einmal 1:46 Std. Laufzeit nicht eine Minute zur Ruhe kommen. Die wenigen Hauptdarsteller kämpfen von Anfang bis Ende ums nackte Überleben, wechseln dabei aber kaum ein Wort. „Dunkirk“ lebt von seiner schauderhaften Atmosphäre, die sowohl optisch als auch klanglich absolut überzeugend ist. So wirkt der Sturzflug eines Jagdfliegers durch sein ohrenbetäubendes Kreischen nicht nur auf die zahlreichen Statisten grausam. Im Kino war ich mehrfach kurz davor, mir die Ohren (aufgrund der geradezu schrecklichen Authentizität) zuzuhalten.

Gefällt mir, sonst aber scheinbar niemandem

Christopher Nolan setzt uns keinen direkten Helden vor, zumindest niemanden, zu dem man eine großartige Beziehung aufbaut. Er verzichtet bewusst auf Vorgeschichten Einzelner und sogar Namen kommen zu kurz. Die wenigen Hauptdarsteller sind einfach nur anwesend und kämpfen sich durch das Geschehen. Mehr oder weniger verfolgt man ihr Schicksal und ist sich dabei nicht sicher, ob man nun traurig sein soll, wenn derjenige stirbt, oder eben nicht. Die Männer leben und sterben, sie sind auf eine verstörende Art und Weise beinahe schon austauschbar. Nolan wollte uns vor Augen halten, dass es im Krieg nur vereinzelt wahre Helden gibt. Krieg ist Krieg. Krieg ist grausam. Krieg ist unmenschlich. Und nur selten konnte uns ein Regisseur genau das so vor Augen führen.

Im Gegensatz zu Nolans anderen Filmen ist „Dunkirk“ für mich ein einmaliges Erlebnis. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das mittlerweile Verarbeitete noch einmal sehen kann und möchte. Der Film hat mich auf den unterschiedlichsten Ebenen berührt und beeindruckt. Und als ich mich dann doch eher geplättet vom Kinosessel erhob, war mir klar, dass es sich hierbei um ein einmaliges Erlebnis handeln würde. Eine derartige Intensivität lässt sich nur schwer mehrfach verarbeiten.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

Jetzt bei Amazon einkaufen und sparen

Das könnte dir auch gefallen!

1 Response

  1. donpozuelo sagt:

    Mir hat der auch wahnsinnig gut gefallen und mich hat der auch förmlich erschlagen. Das ist kein Film, das ist wirklich ein Erlebnis. Eins, das man definitiv im Kino gesehen, gehört und gespürt haben muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.