Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (2011) Filmkritik

Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der Einhorn
Filmherum:
4.5/5
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    3 Bewertung(en)

2010 hörte ich das erste Mal von “Die Abenteuer von Tim und Struppi”, bzw. einer “Tim und Struppi”-Verfilmung, gemacht von Steven Spielberg. Soweit, so gut. 2011 lief der Film im Kino und ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, ob er floppte oder nicht. Jedenfalls hat man nicht besonders viel mitbekommen und ich habe ihn nicht gesehen. Erst jetzt, vor genau 7 Tagen, habe ich den Film zum ersten Mal auf Blu-ray gesehen und ihn für sehr gut befunden.

Die Story ist schnell erzählt: Tim kauft auf dem Flohmarkt ein Modellschiff, hinter dem auch andere her sind. Bald ist er in eine kleine Verschwörung verwickelt, die eine Schatzjagd über mehrere Kontinente loslässt. In bester “Indiana Jones”-Manier machen sich Tim und Struppi auf, das Geheimnis zu lüften. Dabei ist Tim unglaublich entschlossen und selbstsicher. Ob das nun an seiner überdimensionalen Haifischflosse auf dem Kopf liegt, kann ich nicht sagen, aber allgemein wirkt er erwachsener als er aussieht. Struppi hingegen ist neben Lassy der wohl klügste Hund aller Zeiten und eigentlich nur nett anzusehen. Und genau das war es auch schon mit dem Vierbeiner. Denn neben Tim sieht er alt aus und wirkt wie das notwendige Übel. Doch allzu sehr möchte ich darauf nicht herumtrampeln, da der Film abseits davon super und vor allem auch super überdreht ist. Ich habe, bevor ich den Film sah, lange überlegt, warum man sich für einen Animationsfilm entschied, der derart realistisch wirkt. Jetzt weiß ich es. Nicht selten fällt jemand aus mehreren Metern herunter und hat nicht einen Kratzer. Lieber Herr Spielberg, selbst Indy war da realistischer. Aber gut, man hat sich wohl stark an den Comics, bzw. der früheren Zeichentrickserie orientiert, sodass ich auch hier ein Auge zudrücken kann.

Indiana Jones

Ich komme einfach nicht drum herum, diesen Namen zu erwähnen. Zu viele Ähnlichkeiten und Anspielungen gibt es auf die Kultfilm-Reihe mit Harrison Ford. Da wären zum Beispiel einige Schauplätze, beispielsweise in der Wüste, oder die berühmte Landkarten-Reise mit roten Strichen. Das schöne daran: Es stört nicht. Ich fühlte mich sogar ganz wohl dabei, dass Spielberg einen würdigen Nachfolger für Indy fand, der ja bekanntermaßen in die Jahre gekommen ist. Tim ist einfach ein cooler, neugieriger, wissbegieriger Typ und damit das Vorbild vieler Kinder. Er ist greifbar und wirkt selbst als Animationsfigur unglaublich menschlich.

Ich mag Abenteuer- und Animationsfilme und ich liebe deshalb herausragend animierte Abenteuerfilme. “Die Abenteuer von Tim und Struppi” ist einer der großartigsten Animationsfilme, die ich bisher gesehen habe. Die Gesichtsanimationen, Bewegungen oder auch Hintergründe wirken lebendig und verzaubern ab der ersten Minute. Hier wurde ganze Arbeit geleistet, ohne den Charme der alten Comics/Serie in Grund und Boden zu animieren. Schönes Detail dabei am Rande: Der Anfang des Films, der uns anhand einer Strichzeichnung erklärt, wer dieser hübsche Junge Mann eigentlich ist. Ein Kleinod für Fans, ein tolles Gimmick für gespannte Zuschauer.

Ihr merkt es, “Die Abenteuer von Tim und Struppi” hat mir sehr gut gefallen, auch wenn hier und da noch etwas der Feinschliff fehlte. Doch im Endeffekt handelt es sich hierbei um einen Comic in Spielfilmform, der Fehler machen und übertrieben wirken darf. Ich bin gespannt, was Peter Jackson aus seiner “Tim und Struppi”-Interpretation machen wird. Und irgendwie finde ich es jetzt schon schade, dass Steven Spielberg nicht einfach einen zweiten Teil macht. Denn schließlich ist der Film nicht nur Fanservice, sondern ein Kinderabenteuer, das man nicht nur hinter verschlossenen Kinderzimmertüren zeigen muss.

Fazit

Ich fühlte mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten, genoss den gelungenen Spannungsbogen und ergötzte mich an den hervorragenden Animationen. Teil 2 dann bitte mit Rakete, ja? :)

Filminfos:

  • Darsteller: Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig, etc.
  • Regisseur: Steven Spielberg
  • Genre: Animation | Action | Abenteuer
  • Premierendatum: 2011-10-27
  • Altersfreigabe: ab 6
  • Laufzeit: 103 Minuten
  • Deutscher Titel: Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der Einhorn
  • Originaltitel: The Adventures of Tintin

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6 Kommentare

  1. mr. stone 3. März 2013

    Der Film ist kindisch, einfallslos und über weite Strecken dumm. Spannung kommt nur selten auf, die Action ist meistens öde, dafür aber nett anzuschauen, da technisch auf höchstem Niveau.

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    • Dominik Höcht (Filmherum) 3. März 2013

      Da gehst du aber sehr hart mit dem Film ins Gericht. Ich fand vor allem, dass der Film nicht besonders kindisch ist. Er orientiert sich stark an den Comics und Tim empfand ich persönlich als ziemlich erwachsen. Allgemein war die Stimmung eher düster als kindlich, bzw. kindisch.

  2. donpozuelo 3. März 2013

    Hat mir auch super gefallen. An Indy musste ich auch sofort denken. Ein wirklich toller Film mit tollen Ideen… diese Motorrad-Fahrt den Berg runter als Plansequenz zu drehen ist großes Kino.

    In 3D hat der im Kino echt viel her gemacht. Ich bin auch schon sehr gespannt auf Teil 2.

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    • Dominik Höcht (Filmherum) 3. März 2013

      Vielleicht weißt du das ja. Dreht Peter Jackson eine Fortsetzung oder den selben Film noch einmal selbst, sodass das Publikum entscheiden kann?

  3. Xander 3. März 2013

    Ich zitiere mich der Einfachheit halber einfach selbst: Nette Ideen zu Beginn (ein animierter Hergé zeichnet Tim als Comicversion), überhandnehmende Action zum Schluss: Das sieht alles ganz nett aus und auch die (“ungeschnittene”) Fluchtszene durch die Straßen ist atemberaubend, aber auch sehr seelenlos. Ein Film, scheinbar fürs 3D gemacht, in 2D einfach nur hyperaktiv. Nett, belanglos, aber für das Endergebnis war der betriebene Aufwand dann doch zu groß. Schade, durchaus.

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  4. donpozuelo 3. März 2013

    Ich dachte eigentlich, dass Jackson die Fortsetzung dreht und Spielberg dieses Mal nur Produzent ist. Eine Fortsetzung würde sich bei dem recht offen gehaltenen Ende ja durchaus anbieten.

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