Der Vater meiner besten Freundin (2015) Filmkritik

Filmherum:3.5/53.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,00 von 5 Sterne (1 Bewertung(en))

Schöne französische Filme sind einfach schön, wenn auch manchmal besonders, klischeebeladen oder ehrlich. Der Vater meiner besten Freundin, der diese Woche im Kino startet, ist von allem ein bisschen, vor allem aber furchtbar nachvollziehbar. Warum furchtbar? Weiterlesen! 🙂

Im Film machen zwei Väter – mit ihren ganz eigenen Beziehungsproblemen – zusammen mit ihren Töchtern Urlaub. Dabei verliebt sich die eine Tochter in den Vater ihrer besten Freundin, was alsbald zu Problemen an allen Fronten führt.

Was jetzt amüsant klingt, ist in Wahrheit einfach nur ehrlich. Ehrlich erzählt und nachvollziehbar realistisch. Denn als pubertierendes Mädchen hat man manchmal einfach Flausen im Kopf und wenn man sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, bekommt das keiner mehr so schnell heraus. So ergeht es Laurent (Vincent Cassel), der sich vorschnell auf das gefährliche Spiel mit der Tochter seines besten Freundes einlässt, es aber mindestens genauso schnell bereut. Diese Reue wird untermalt von verträglichem Humor mit selten groß angelegten Lachern. In diesem Film zählt vor allem die Sympathie der Hauptdarsteller, darunter auch die des Ziemlich beste Freunde Stars François Cluzet. Die Filmtöchter, gespielt von Alice Isaaz und Lola Le Lann, wirken überzeugend übertrieben. Zickig, frech und leidenschaftlich, so wie Kids nun mal sind – beständig im Wechseltakt, manchmal zum wahnsinnig werden.

Der größte Pluspunkt des Films ist gleichzeitig auch sein größter Schwachpunkt: Es ist die extrem nachvollziehbare Geschichte, die zu keiner Zeit wirklich übertrieben wirkt. Alles scheint aus dem wahren Leben gegriffen, gefällt manchmal und nervt manchmal. Das Problem ist, dass der Film keinen Mut zum Außergewöhnlichen beweist, was ihm letztendlich das Quäntchen Großartigkeit verliehen hätte. Ergo: So wie er ist, ist er gut, mehr aber auch nicht.

Der Vater meiner besten Freundin ist Beziehungsdrama, Erwachsenwerden und die pure Menschlichkeit in einem. Die Macher verstanden sich darauf, Schicksale überzeugend auf die Leinwand zu bannen, verpassten es aber auch, das Publikum durch wirkliche Überraschungen durchgehend bei Laune zu halten.

Würde ich mir den Film nochmal ansehen? Die Tendenz geht gen ja.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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