Der Schaum der Tage (Langfassung) (2013) Filmkritik

Filmherum:2.5/52.5 von 5 Sterne von Dominik
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(2 votes, average: 3,50 out of 5)

Im Film geht es um die Liebe, Punkt. Mehr braucht man nicht zu wissen. Zwischendrin erlebt man Abstrusitäten am laufenden Band, wunderschöne Bilder, aber auch Schmerz und Tod. Man muss diese Art von Film schon sehr mögen, um einigermaßen damit zurecht zu kommen. So gibt es beispielsweise zahllose Stop-Motion-Szenen, die so künstlich wie genial aussehen. Unendlich faszinierende Einfälle wie das Cocktail-Piano versuchen über die beinahe unerträgliche Länge des Films hinwegzutäuschen. „Der Schaum der Tage“ drückt zwar optisch eindrucksvoll aus, was viele andere Filme mit tausenden von Worten nicht erreichen, aber dennoch tut man sich beim Ansehen ziemlich schwer.

Es ist, als sähe man ein Kinderbuch in bewegten Bildern. Knallbunte Farben, die Reise auf einer Wolke und dann ab ins dunkle Nichts bis hin zum Schwarz-Weiß. Die Geschichte um Colin und Chloé wird im Film live geschrieben. Einmal versucht er sogar diese umzuschreiben, aber es ist zu spät. Chloé wird sterben, da eine Seerose in ihrer Lunge wächst. Solltet ihr das Buch nicht gelesen haben, wird euch bereits dieser Umstand sehr schwer fallen. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Seid offen für Außergewöhnliches und Neues, dann werdet ihr wohl Freude mit dieser tragischen Komödie haben.

Ich persönlich tat mich außerordentlich schwer beim Ansehen. Ja, die Langfassung war, wie der Titel vermuten lässt, sehr lang. Doch wollte dies nicht der Hauptgrund sein, warum ich schnell müde wurde. Insgesamt war es mir persönlich zu viel. Zu viel des übernatürlich Unsinnigen. Einerseits mag es ja bemerkenswert sein, dass bis zum bitteren Ende faszinierende Szenen ihr Dasein feiern, aber andererseits muss man dafür schon sehr empfänglich sein. Wenigstens kommt der typisch französische Humor nicht zu kurz, der in der ersten Hälfte oftmals zu begeistern weiß. Alles was danach kommt, ist Tragik pur. Man sieht also 2 Filme in einem. Auch das muss gefallen.

Die schauspielerischen Leistungen kann man hier nicht wirklich hervorheben. So abstrus wie die Erzählung wirkt, benehmen sich auch die Charaktere. Es ist eine Mischung aus Slapstick und dem realen Leben. Ich mutmaße einmal, dass die Darstellung der Figuren ziemlich gut ist, möchte mich da aber nicht festlegen.

Fazit

Ein ungewöhnliches Werk für Freunde des Außergewöhnlichem. Der Film ist ein optisches Highlight, das sich aber leider in Bildern verliert und dabei eine flüssig erzählte Geschichte vollends außer Acht lässt.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan… Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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1 Response

  1. donpozuelo sagt:

    Schade! Nach „Green Hornet“ hatte ich ja mal wieder auf einen wirklich wunderschönen Gondry wie in „Science of Sleep“ oder „Vergiss mein nicht“ gehofft.

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