Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (2012) Filmkritik

Filmherum:4.5/54.5 von 5 Sterne von Dominik
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4,33 von 5 Sterne (6 Bewertung(en))

Kaum flimmerte der erste „Herr der Ringe“-Streifen vor mittlerweile über 10 Jahren über die Leinwand, schon haben die Fans nach dem Hobbit gerufen. Peter Jackson erfüllte diesen Wunsch gerne, spaltete das Buch filmtechnisch in 3 Teile, drehte allesamt in einem Zug und präsentiert uns diese häppchenweise immer erst gegen Weihnachten. Frechheit und Erlösung zugleich. Denn eines kann ich bereits im vorneherein verraten: „Der Hobbit“ ist gelungen!

Über kurz oder lang…

Ich habe weder das Buch gelesen, noch die „Herr der Ringe“-Filme verehrt und dennoch zieht es mich immer wieder in die Bigfoot-Abenteuer der kleinen Wesen. Bei der „Unerwarteten Reise“ durfte ich eine Gruppe kampferprobter Zwerge begleiten, die mit Hobbit Bilbo Beutlin einen vergnügten Kameraden fanden.

Der Film ist trotz Überlänge, die durch den kommenden Extended Cut noch überlänglicher wird, sehr kurzweilig geraten. Er ist unterhaltsam, angemessen amüsant und vor allem wahnsinnig sehenswert. Wenn mich nicht alles täuscht, durfte ich auch diesmal wieder die herrlichen Landschaften Neuseelands genießen. Diese allein würden bereits einen knapp 3 1/2-stündigen Film ohne Geschichte rechtfertigen, aber Peter Jacksons Interpretation des Buches setzt dem noch einmal die Krone auf. Aus Erzählungen, bzw. dem Mund meines besten Freundes, wurde mir übermittelt, dass sich die Filme wahnsinnig nah am Buch bewegen und deshalb diese extreme Laufzeit, bzw. 3 Teile, zustande kamen.

Die Landschaften waren seit jeher ausschlaggebend für die Reihe. Und kaum sah ich Bilbos Behausung oder die Elbenstadt, schon war ich wieder mittendrin in dieser faszinierenden Welt. Doch nicht nur das macht „Herr der Ringe“, oder in diesem Fall „Der Hobbit“, aus. Da wären noch der legendäre Soundtrack, der auch diesmal wieder – leicht variiert – zum Einsatz kommt. Und auch wenn es hier und da einen neuen Ton gibt, zaubern die gewohnten Melodien stets ein Lächeln ins Gesicht. Und wo wir schon beim Lächeln sind: Sämtliche Darsteller der Filme – zumindest die bekanntesten – wurden wieder verpflichtet und tragen damit maßgeblich zur vertrauten Atmosphäre bei. Und obwohl beispielsweise Gandalf (Ian McKellen) im wahren Leben älter wurde, hüpft er wie ein Gummibär im Film herum. Dumm nur, dass auch die Kamera zeitweise einen Flummi verschluckt hat und somit in Actionszenen einfach nicht still halten kann.

Was wäre „Der Hobbit“ ohne den Hobbit?

Martin Freeman wurde als Bilbo verpflichtet und rückt überraschenderweise etwas in den Hintergrund. Wiegt man die Zwergen- und Hobbitzeit gegeneinander auf, liegen die Zwerge weit vorne. Das ist einerseits klar, da es im Film darum geht, dass die Zwerge ihre Heimat zurückerobern wollen, andererseits aber frage ich mich, warum das Buch, bzw. der Film, dann nicht „Die Zwerge“ heißt. Ich tippe einfach einmal, dass Teil 2 und 3 meine Frage beantworten werden. Aber sei es wie es sei, Martin Freeman macht seine Sache sehr gut und ist von der ersten Minute an ein sympathischerer Hobbit, als es einst Elijah Wood war. Seine flapsige Art, die nach und nach (Über-)Mut weichen muss, ist amüsant und packend zugleich. Ankreiden kann ich ihm lediglich, dass seine Wandlung zum Helden etwas unglaubhaft erscheint, vor allem, wenn man ihn in den ersten Minuten des Films erlebt. Aber vermutlich ist das Kritik auf hohem Niveau. Letztendlich ist das in jedem (guten) Film so.

Und was wäre „Der Hobbit“ ohne einen Gollum? Vermutlich nichts. Doch mit Gollum erlebt man die Schattenseiten im Auenland. Im „Hobbit“ ist Gollum weitaus abstruser, als er es noch in „Herr der Ringe“ war. Beinahe könnte man Angst bekommen, wüsste man nicht, welch ein liebenswerter Idiot er doch ist. Und beinahe könnte man Angst bekommen, Bilbo verlieren zu müssen, wüsste man nicht, dass er die Geschichte ja erzählt und somit wohl nicht wirklich etwas schlimmes passiert sein kann. Der große Spannungsbogen wird lediglich dadurch erreicht, dass man nicht weiß, welcher Zwerg wohl als erstes/nächstes den Löffel abgeben wird. Denn ob man es glauben will oder nicht, trotz schnell vergessener Namen, wächst einem jeder einzelne Kampfzwerg ans Herz.

48fps-no-3D

Ich habe es tatsächlich geschafft, den Film nicht in 3D zu sehen. Vor allem nicht in der neuen 48fps-Technik, von der scheinbar jeder schwärmt. Mein Kino beherrscht das gute alte 2D und ich bin nicht einmal böse deswegen. (Nieder mit 3D!) Demzufolge kann ich im Augenblick weder schwärmen, noch schimpfen.

Fazit

„Der Hobbit“ ist in der Tat eine unerwartete Reise. Visuell beeindruckend, musikalisch ein Hochgenuss und unterhaltsam von Anfang bis Ende. Ich hatte keinen derart gelungenen Nachfolger, bzw. Vorgänger, erwartet!

WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND METRO-GOLDWYN-MAYER PICTURES INC.

Dominik

Filmfan, Comicfan, Scorefan... Medienfan im Allgemeinen. Unterhaltung wird bei mir groß geschrieben, der Anspruch darf dabei allerdings nicht zu kurz kommen. Mehr zu mir

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9 Responses

  1. bullion sagt:

    Ach schön, kling gut! Ich hoffe den Film nächste Woche auch endlich sehen zu können.

  2. maloney sagt:

    Seh ich genauso, mit jeder Sichtung wird er besser

  3. donpozuelo sagt:

    Ich bin ja auch für „Nieder mit 3D“, trotzdem lohnt sich gerade der Hobbit dafür. Denn ich ja jetzt nicht soooo stark fand.

  4. Michael sagt:

    Ich kann dich beruhigen: Der dritte Teil vom Hobbit soll nicht erst Weihnachten, sondern bereits im Sommer 2014 erscheinen. 😉

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